New York (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindizes können am Donnerstagmittag New Yorker Zeit trotz schlechter Arbeitsmarktdaten grüne Vorzeichen verbuchen. Die Märkte profitieren dabei von einigen guten Quartalszahlen, darunter IBM, eBay und Philip Morris. Der Dow Jones gewinnt aktuell 0,1 Prozent auf 12.926 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentiert sich mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 2.969 Zählern, während der S&P 500 derzeit einen Aufschlag von 0,2 Prozent auf 1.376 Punkte zeigt.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 14. Juli 2012 verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegenüber der Vorwoche um 34.000 auf 386.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 365.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 350.000 auf 352.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt sank um 1.500 auf 375.500 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung. Die US-Frühindikatoren sind im Juni 2012 zurückgegangen. Auf Monatssicht verringerte sich die wirtschaftliche Aktivität um 0,3 Prozent, während Volkswirte ein Minus von 0,2 Prozent prognostiziert hatten. Für den Vormonat war ein Zuwachs um 0,4 Prozent gemeldet worden. Der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia hat sich im Juli 2012 verbessert, jedoch nicht so sehr wie erwartet. Demnach ist der Index von -16,6 Punkten im Vormonat auf nun -12,9 Punkte gestiegen. Volkswirte waren im Vorfeld von einem Stand von -10,0 Punkten ausgegangen. Die saisonbereinigte Verkaufszahl bestehender Häuser ist im Juni 2012 gesunken. So verringerte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat um 5,4 Prozent auf 4,37 Millionen. Volkswirte hatten mit einer Zahl von 4,65 Millionen gerechnet, nachdem sich die Verkaufszahl im Mai auf 4,62 Millionen belaufen hatte. Verglichen mit dem Vorjahresmonat wurde bei der Verkaufszahl bestehender Häuser ein Plus von 4,5 Prozent ermittelt.
Bereits gestern nach Börsenschluss haben verschiedene Schwergewichte ihre jüngsten Zahlenwerke vorgelegt. So gab der Technologiekonzern IBM bekannt, dass er im zweiten Quartal zwar einen Rückgang beim Umsatz hinnehmen musste. Der Gewinn lag jedoch deutlich über dem Vorjahreswert und den Prognosen der Analysten. Daneben meldete eBay seine Resultate für das zweite Quartal. Zu der deutlichen Umsatz- und Ergebnisverbesserung haben den Angaben zufolge alle Unternehmensbereiche beigetragen, wobei sich die Internet-Auktionsplattformen besonders positiv entwickelt haben. Die Erwartungen wurden knapp übertroffen. Während IBM 3,6 Prozent zulegen, gewinnen eBay 9,1 Prozent.
Darüber hinaus veröffentlichte American Express am Mittwoch nachbörslich die Ergebnisse für das zweite Quartal. Hierbei konnte das Unternehmen sowohl auf Umsatz- als auch auf Ergebnisebene einen Zugewinn verbuchen. Die Erwartungen der Analysten konnten jedoch nur teilweise erfüllt werden. American Express büßen aktuell 3,6 Prozent ein.
Heute meldete die Bankgesellschaft Morgan Stanley , dass sie im zweiten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückkehren konnte, nachdem man im Vorjahresquartal aufgrund milliardenschwerer Einmaleffekte einen Verlust ausgewiesen hatte. Sehr stark habe sich der Bereich Global Wealth Management entwickelt, während man im Investmentbanking trotz der schwierigen Rahmenbedingungen seine Marktposition weiter behaupten konnte, so der Konzern. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Die Aktie von Morgan Stanley gibt vor diesem Hintergrund 6,1 Prozent ab.
Die UnitedHealth Group , einer der größten Krankenversicherer in den USA, gab bekannt, dass sie im zweiten Quartal angesichts eines soliden Umsatzwachstums einen höheren Gewinn erzielt hat. Die Erwartungen wurden klar übertroffen. Zudem wurde der Ausblick erneut angehoben. UnitedHealth steigen um 2,9 Prozent. Indes konnte die Telefongesellschaft Verizon (Verizon Communications) im zweiten Quartal 2012 dank einer Kunden- und Gebührensteigerung beim Mobilfunkgeschäft ein höheres Ergebnis ausweisen, das im Rahmen der Analystenprognosen ausfiel. Titel von Verizon verbilligen sich jedoch um 2,8 Prozent.
Papiere von Southwest Airlines tendieren im Mittagshandel 2,9 Prozent fester. Die Fluggesellschaft teilte mit, dass sie im zweiten Quartal einen deutlich höheren Gewinn erwirtschaftet hat, was mit gestiegenen Ticketpreisen und einem soliden Flugreiseverkehr zusammenhängt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis geschlagen.
Das beste Quartalsergebnis der Firmengeschichte erzielte Union Pacific . Die größte US-Eisenbahngesellschaft erklärte, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal klar gestiegen ist, was mit teilweise deutlich gestiegenen Transportvolumina zusammenhängt. Insbesondere konnten die Bereiche Automotive, Industrial Products und Chemicals zulegen. Die Erwartungen konnten damit geschlagen werden. Union Pacific rücken um 3,9 Prozent vor.
Der Tabakkonzern Philip Morris (Philip Morris International) hat für das zweite Quartal 2012 aufgrund eines Nachfragerückgangs einen Umsatz- und Ergebnisrückgang veröffentlicht. Die Analystenprognosen wurden jedoch geschlagen. Philip Morris ziehen zurzeit um 0,5 Prozent an.
Daneben meldete der Industriekonzern Textron , der Hersteller des Kleinflugzeugs Cessna, dass sich sein Gewinn im zweiten Quartal fast verdoppelt hat, was vor allem auf eine starke Nachfrage nach seinen Bell-Hubschraubern und eine Erholung in der Cessna-Sparte zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden deutlich geschlagen. Indes musste die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone (The Blackstone Group LP) im zweiten Quartal einen Ergebnisrückgang ausweisen. Unter anderem hatte der Finanzinvestor unter rückläufigen Gebühreneinnahmen sowie dem herausfordernden Marktumfeld zu leiden. CEO Stephen A. Schwarzman zeigte sich vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfelds dennoch zufrieden mit dem Ergebnis. Derzeit verfüge Blackstone über hohe Barmittelbestände, mit denen man Marktchancen nutzen könne, so der Manager. Während Textron um 10,7 Prozent in die Höhe schießen, steigen Blackstone 0,5 Prozent.
Zu guter Letzt verkündete der Industriekonzern Danaher , dass sein Gewinn im zweiten Quartal gesunken ist, was vor allem auf Einmaleffekte zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Indes wurde der Ausblick für das Gesamtjahr angesichts negativer Währungseffekte und erhöhter Restrukturierungskosten nach unten korrigiert. Anteilsscheine von Danaher müssen momentan um gut 2,4 Prozent abgeben. (19.07.2012/ac/n/m)