New York (aktiencheck.de AG) - Belastet von enttäuschenden Unternehmensergebnissen und dem jüngsten Ölpreisanstieg ist die Wall Street mit roten Vorzeichen in die Sitzung gegangen. Kurz nach der Eröffnungsglocke verliert der
Dow Jones Industrial Average 0,79 Prozent auf 12.866,70 Punkte. Der S&P 500 gibt wiederum 0,71 Prozent ab auf 1.397,48 Zähler. Der
Nasdaq Composite fällt gleichzeitig um 0,64 Prozent zurück auf 2.448,41 Punkte.
Papiere von Fannie Mae knicken dabei um rund 5 Prozent ein. Der größte Hypothekenfinanzierer in den USA hat im ersten Quartal einen unerwartet massiven Verlust von knapp 2,2 Mrd. Dollar eingefahren und zudem eine milliardenschwere Kapitalerhöhung sowie die Kürzung der Dividende angekündigt. Titel des Vermögensverwalters Legg Mason, der im abgelaufenen Quartal in die roten Zahlen gerutscht ist, sacken um knapp 7 Prozent ab.
D.R. Horton halten sich mit einem Minus von einem knappen Prozent recht stabil. Der Wohnbaukonzern hat im zweiten Quartal erneut unter der schwierigen Gesamtlage auf dem US-Häusermarkt zu leiden gehabt und einen Milliardenverlust ausgewiesen. Schlechte Nachrichten kommen auch von Qwest. Die Telefongesellschaft musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen und hat die Erwartungen verfehlt. Der Wert verliert aktuell knapp 5 Prozent.
Nach überraschend starken Ergebnissen legen dagegen Papiere des transatlantischen Börsenbetreibers NYSE Euronext rund 2 Prozent zu. Anteilsscheine der Supermarktkette A&P gewinnen fast 5 Prozent. Der Konzern hat im letzten Quartal mehr als erwartet umgesetzt, der Verlust fiel allerdings unerwartet hoch aus.
Unternehmensmeldungen:
Die Federal National Mortgage Association (Fannie Mae) , der größte Hypothekenfinanzierer in den USA, musste im ersten Quartal angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen an den US-Hypothekenmärkten einen Ergebnisrückgang ausweisen und kündigte im Anschluss eine Absenkung der Dividende sowie eine milliardenschwere Kapitalerhöhung an. Wie der Konzern heute erklärte, lag der Nettoverlust im Berichtszeitraum bei 2,19 Mrd. Dollar, nach einem Nettogewinn im Vorjahreszeitraum. Die Erwartungen der Analysten wurden damit drastisch verfehlt. Wesentlichen Anteil an der negativen Ergebnisentwicklung hatten vor allem der unerwartet starke Verfall der Preise am US-Hypothekenmarkt sowie hohe Wertberichtigungen und Rückstellungen bei faulen Hypothekenkrediten. Im Anschluss kündigte Fannie Mae außerdem eine Kapitalerhöhung im Gesamtvolumen von 6 Mrd. Dollar an.
Der US-Vermögensverwalter Legg Mason Inc. (ISIN US5249011058/ WKN 868079) gab heute bekannt, dass er im vierten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat, was mit zwei Sonderbelastungen zusammenhängt. Das bereinigte Ergebnis dabei über den Erwartungen. Der Umsatz nahm um 6 Prozent ab.
Der amerikanische Wohnbaukonzern D.R. Horton Inc. (ISIN US23331A1097/ WKN 884312) hatte im zweiten Quartal erneut unter der schwierigen Gesamtlage auf dem US-Häusermarkt zu leiden. Wie der Konzern heute erklärte, war der Umsatz im Berichtszeitraum deutlich rückläufig. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von rund 1,3 Mrd. Dollar ausgewiesen, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Gewinn ausweisen konnte. Das Ergebnis im Berichtszeitraum beinhaltet dabei negative Einmaleffekte in Zusammenhang mit Wertberichtigungen sowie Abschreibungen.
Der transatlantische Börsenbetreiber NYSE Euronext Inc. (ISIN US6294911010/ WKN A0MLCE) verbuchte im ersten Quartal dank deutlich gestiegener Handelsvolumina einen kräftigen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, konnte der Nettogewinn im Berichtszeitraum mehr als verdreifacht werden. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten lag der Gewinn je Aktie deutlich über den Erwartungen. Der Konzernumsatz verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 84 Prozent. Wesentlichen Anteil an der deutlichen Ergebnisverbesserung hatte vor allem die kräftig gestiegene Nachfrage in allen Angebots- und Dienstleistungssegmenten sowie erfolgreich umgesetzte Effizienzsteigerungsmaßnahmen in Zusammenhang mit der Fusion der NYSE und Euronext.
Die US-Telefongesellschaft Qwest Communications International Inc. (ISIN US7491211097/ WKN 907671) musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Wie der Konzern heute erklärte, sank der Nettogewinn im Berichtszeitraum um knapp 35 Prozent und damit stärker als befürchtet. Beim Gesamtumsatz wurde ein leichter Rückgang ausgewiesen. Wesentlichen Anteil an der rückläufigen Ergebnisentwicklung hatte die schwierige Konkurrenzsituation auf dem Privatkundenmarkt, welche durch die positive Entwicklung im Geschäftskundensegment nicht ganz ausgeglichen werden konnte. Außerdem wurde das Ergebnis durch einen höheren Steueraufwand belastet.
Die US-Supermarktkette Great Atlantic & Pacific Tea Co. Inc. (A&P) (ISIN US3900641032/ WKN 851232) teilte heute mit, dass sie ihren Verlust im vierten Quartal deutlich ausgeweitet hat. Der Umsatz konnte indes deutlich zulegen, was auf die Übernahme der Pathmark Stores zurückzuführen ist. Das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft war ebenfalls deutlich negativ und lag unter den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz erhöhte sich um 73 Prozent.
Die amerikanische MGM MIRAGE (ISIN US5529531015/ WKN 880883), der weltweit zweitgrößte Kasinobetreiber, meldete heute, dass sich ihr Gewinn im ersten Quartal gesunken ist, was mit Kosten für Resort-Eröffnungen und der temporären Schließung des Kasinos Monte Carlo zusammenhängt. Demnach sank der Nettogewinn um rund 30 Prozent und damit stärker als erwartet. Der Umsatz nahm um 3 Prozent ab. (06.05.2008/ac/n/m)