Wall Street reduziert Verluste --- Bank of America: Gewinnrückgang lässt deutsche Börsen einbrechen --- Euro auf Rekordhoch
Neben Meldungen von Unternehmensseite sorgten im Handel erneut Konjunkturnachrichten für Bewegung. So veröffentlichte das Arbeitsministerium einen überraschend deutlichen Anstieg bei der Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Die Frühindikatoren für September sind dagegen erwartungsgemäß gestiegen.
Mehr US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
Das US-Arbeitsministerium präsentierte am Donnerstag für die Woche zum 13. Oktober 2007 einen Anstieg bei der Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Die Zahl der Erstanträge wuchs demnach um 28.000 auf 337.000, während Volkswirte im Vorfeld nur eine Zunahme auf 315.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 308.000 auf 309.000 leicht nach oben korrigiert.
US-Frühindikatoren im Rahmen der Erwartungen
Das private Wirtschaftsforschungs-Institut Conference Board ermittelte für September 2007 einen Anstieg bei den US-Frühindikatoren. Auf Monatssicht erhöhte sich die wirtschaftliche Aktivität um 0,3 Prozent, während Volkswirte bereits im Vorfeld ein Plus von 0,3 Prozent prognostiziert hatten. Für August wurde der Rückgang von vorläufig 0,6 auf 0,8 Prozent nach oben revidiert.
Bank of America: Gewinneinbruch um 32 Prozent
Die
Bank of America die zweitgrößte Bankgesellschaft in den USA, gab am Donnerstag bekannt, dass sie im dritten Quartal einen Gewinnrückgang um 32 Prozent verbucht hat, was auf eine Schwäche im Bereich Global Corporate and Investment Banking zurückgeführt wird. Der Nettogewinn belief sich auf knapp 3,7 Mrd. Dollar bzw. 82 Cents pro Aktie. Der Umsatz ging um 12 Prozent auf 16,30 Mrd. Dollar zurück.
Pfizer mit Gewinneinbruch
Der US-Pharmakonzern
Pfizer gab für das abgelaufene Geschäftsquartal einen deutlichen Gewinneinbruch bekannt. Hintergrund dieses Ergebnisrückgangs ist vor allem eine Sonderbelastung in Höhe von 2,8 Mrd. Dollar. Seine Prognose für das Gesamtjahr hob der Weltmarktführer indes an.
Ebay-Zahlen überraschen positiv
Die nachbörslich veröffentlichten Zahlen des Online-Auktionshauses
ebay könnten sich im Donnerstagshandel positiv auswirken. Der US-Konzern ist im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Nettoverlust von
935,6 Mio. Dollar nach einem Gewinn von 280,9 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum eingefahren. Belastet wurde das Ergebnis jedoch von außerordentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme des Voice-over-IP-Anbieters Skype. Analysten hatten Schlimmeres erwartet und zeigten sich positiv überrascht.
Sorgen um Finanzkrise bringen deutsche Börsen unter Druck
Ein massiver Gewinneinbruch bei der US-Bank
Bank of America hat für deutliche Abschläge auf dem deutschen Börsenparkett gesorgt. Die Indizes brachen am frühen Nachmittag ein, nachdem der Handelsbeginn zunächst vielversprechend gewesen war. Der Standardwerteindex DAX, der zunächst einen Sprung über die 8.000-Punkte-Marke gewagt hatte, legte am Nachmittag den Rückwärtsgang ein und verabschiedete sich mit einem Abschlag von 0,8 Prozent auf 7.921,40 Zähler in den Feierabend.
Im Fokus stand heute die Aktie von SAP, die den Gesamtmarkt zusätzlich belastete.
Der Konzern hatte zuvor seine Bücher geöffnet und Zahlen für das abgeschlossene Geschäftsquartal vorgelegt. Anleger zeigten sich von dem soliden Zahlenwerk jedoch wenig überzeugt.
Die Stimmung unter den Technologiewerteanlegern war zu Handelsbeginn zunächst ausgesprochen gut. Der Technologiewerteindex TecDAX rutschte im weiteren Handelsverlauf jedoch in die Verlustzone und ging mit einem Minus von 1,51 Prozent auf 1.000,58 Punkte aus dem Handel. Belastend wirkten sich Kursabschläge beim Übernahmekandidaten
freenet aus, nachdem bekannt geworden war, dass die Übernahmepläne von
United Internet und
Drillisch wohl erst 2008 konkrete Formen annehmen dürften.
MAN Ziel von Übernahmespekulationen
Der Nutzfahrzeugkonzern
MAN steht erneut im Zentrum von Übernahmespekulationen. Pressenangaben zufolge haben sich
Volkswagen und die schwedische Finanzgruppe Wallenberg auf die Übernahme des Münchner Konzerns durch seinen Konkurrenten Scania geeinigt. MAN wollte entsprechende Gerüchte nicht kommentieren. Die Aktie avancierte zum Tagesgewinner und setzte sich an die Spitze des deutschen Leitindex.
SAP mit höherem Gewinn
Der Walldorfer Softwarekonzern hat mit der Vorlage seiner Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsquartal die Berichtssaison der DAX-Werte eröffnet. Das Unternehmen hat im letzten Vierteljahr mehr verdient als erwartet. Unter dem Strich blieben 408 Millionen Euro übrig, zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Softwareerlöse kletterten um elf Prozent, die Erlöse zogen ebenfalls an.
An den Aktienrückkäufen für das Jahr 2007 will SAP trotz der geplanten Übernahme von
Business Objects im Wesentlichen festhalten.
Nokia kann nach Zahlen zulegen
Der weltgrößte Handy-Hersteller
Nokia
hat mit seinen Zahlen für das dritte Quartal für positive Überaschungen gesorgt und einen deutlichen Gewinnsprung vermdeldet. Der operative Gewinn kletterte um 69 Prozent auf 1,86 Mrd. Euro. Der Nettogewinn lag bei 1,56 Mrd. Euro bzw. 40 Cent pro Aktie, nach 845 Mio. Euro bzw. 21 Cent pro Aktie im dritten Quartal 2006.
Novartis überrascht mit Rekordgewinn
Der Schweizer Pharmahersteller
Novartis hat ebenfalls Zahlen vorgelegt. Den Angaben zufolge erzielte das Unternehmen in den ersten neun Geschäftsmonaten einen Rekordgewinn. Auch für das Gesamtgeschäftsjahr bleibt das Unternehmen weiter zuversichtlich und erhofft sich Rekordwerte bei operativem Ergebnis und beim Nettogewinn.
Freundliche Handelsstimmung in Asien
An den asiatischen Börsen, wo sich die Sorge der Marktteilnehmer angesichts der US-Subprimekrise in den vergangenen Tagen wieder verstärkt hatte, kehrte im Donnerstagshandel mehrheitlich wieder Zuversicht ein.
In Japan kletterte der Nikkei 225 wieder über die 17.000-Punkte-Marke und schloss mit einem Plus von 0,89 Prozent bei 17.106,09 Punkten. Zur Erholung beitragen konnten dabei Finanzwerte, die in den letzten Tagen zu den Verlierern gehört hatten, nachdem Fed-Chef Ben Bernanke vor weiteren Auswirkungen der Subprime-Krise bis ins Jahr 2008 gewarnt hatte.
Auch in Südkorea ging es weiter aufwärts. Der Kospi startete zwar zunächst mit Verlusten in den Handel, konnte sich im weiteren Verlauf aber in die Gewinnzone vorkämpfen und beendete den Handelstag mit einem Zuwachs um 1,07 Prozent auf 2.005,09 Punkte. Ölwerte stehen angesichts des weiterhin hohen Ölpreises im Fokus.
In Hongkong konnten sich die Anleger heute über ein zwischenzeitlich neues Rekordhoch freuen. Der Hang Seng übersprang erstmals die Hürde von 30.000-Punkten, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Der Index ging mit einem Kursplus von 0,57 Prozent auf 29.465,05 Zähler aus dem Handel.
Chinas Börse, musste hingegen gegen den allgemeinen Trend deutliche Verluste hinnehmen. Der Shanghai Composite hatte mit Gewinnmitnahmen zu kämpfen und reduzierte sich um 3,50 Prozent auf 5.825,28 Punkte.
Goldpreis zieht erneut an
Der
Goldpreis hält sich weiterhin auf hohem Niveau. Angesichts des schwachen US-Dollars konnte der Rohstoff in den vergangenen Tagen weiter zulegen und lässt in seinem Aufwärtstrend auch die europäische Gemeinschaftswährung hinter sich. Auch für die kommenden Monate rechnen Experten mit einem weiteren Aufwärtstrend.
Ölpreis mit neuem Rekordhoch
Der Ölpreis setzt den Aufwärtstrend der vergangenen Tage weiter fort. Im Donnerstagshandel kletterte der Preis für den Rohstoff erneut ein neues Rekordhoch
Damit scheinen die Belastungen durch den überraschend bekannt gegebenen Anstieg der US-Öllagerbestände die Anleger nicht lange verunsichert zu haben.
Euro mit zwischenzeitlich neuem Allzeithoch
Die europäische Gemeinschaftswährung
Euro hat am Nachmittag ein neues Rekordhoch erreicht. Nach dem bekannt gewordenen Gewinneinbruch der Bank of America kletterte der Euro über die Marke von 1,43 Dollar. Damit kostete die Währung so viel wie nie zuvor. Die erneuten Probleme einer US-Bank schüren die Angst der Marktteilnehmer vor weiteren Auswirkungen der Finanzmarktkrise. Zudem nähren die aktuellen Ereignisse die Hoffnung auf erneute Zinssenkungen seitens der amerikanischen Notenbank Fed.



