DAX6.050-3,4%  Dow12.119-2,2%  Euro1,24320,6% 
ESt502.069-2,4%  Nas2.748-2,8%  Öl98,82-2,8% 
TDax730,9-2,7%  Nikkei8.440-1,2%  Gold1.6264,2% 
ING Markets

15.10.2007 08:12

Senden

Wall Street schließt schwächer --- Gewinnmitnahmen auf breiter Front --- DAX unter 8.000-er Marke --- Rekordölpreis belastet die Märkte


Die US-Indizes haben sich mit deutlichen Abschlägen aus dem Montagshandel verabschiedet. Auch an den deutschen Börsen herrschte zuvor trübe Handelsstimmung. Der rekordhohe Ölpreis veranlasste die Anleger zu Gewinnmitnahmen.

Die Wall Street hat einen schwachen Wochenstart hinter sich gebracht. Angesichts eines Ölpreises auf Rekordniveau reagierten die Marktteilnehmer verunsichert und nahmen auf breiter Front Gewinne mit. Der Dow Jones Industrial sank zum Handelsende um 0,74 Prozent auf 13.989,03 Punkte und rutschte damit wieder unter die psychologisch wichtige 14.000-Punkte-Marke. Auch die Technologiebörse Nasdaq hatte mit der Verunsicherung der Marktteilnehmer zu kämpfen und gab zum Ende des ersten Handelstages 0,91 Prozent auf 2.780,05 Zähler ab.
Positiv ausgefallene vorbörslich veröffentlichte Zahlen der Citigroup konnten den Rückwärtsgang der US-Börsen nicht verhindern. Die größte US-Bankgesellschaft musste zwar einen Gewinnrückgang vermelden, die Marktteilnehmer hatten im Vorfeld jedoch Schlimmeres erwartet.

Auf Konjunkturseite wurde zudem die Allgemeine Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York bekannt gegeben und stieg überraschend stark an. So kletterte der Empire State Manufacturing Index auf 28,8 Punkte, wogegen Volkswirte mit einem Rückgang auf 14,0 Punkte gerechnet hatten. Damit schwanden die Hoffnungen der Anleger auf baldige weitere Zinssenkungen.

Gewinneinbruch bei Citigroup schwächer als erwartet
Die US-Bank Citigroup hat vor US-Börsenstart einen Blick in ihre Bücher gewährt. Demnach ist der Gewinn im dritten Geschäftsquartal um 57 Prozent eingebrochen, was auf Verluste und Abschreibungen im Zusammenhang mit der Subprime- und Kreditkrise zurückzuführen sei. Der Nettogewinn ging den Angaben zufolge vo 5,57 Milliarden Dollar auf 2,38 Milliarden Dollar zurück. Das Finanzhaus hatte bereits im Vorfeld milliardenschwere Belastungen im Zusammenhang mit der Finanzkrise eingeräumt, die Veröffentlichung der Quartalszahlen dürfte zum Handelsauftakt in den USA dennoch in den Fokus der Marktteilnehmer rücken.

Dax kann 8.000er-Marke nicht verteidigen
Die deutschen Börsen haben im Montagshandel Abschläge hinnehmen müssen. Der Standardwerteindex DAX, verlor zum Handelsende den Kampf um die 8.000-Punkte-Marke und schloss mit einem Minus von 0,89 Prozent auf 7.969,47 Punkte.
Die Stimmung unter den Technologiewerteanlegern war über weite Strecken des Handelstages gut. Der Technologiewerteindex TecDAX konnte zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch vermelden. Mit der Eröffnung der Wall Street schlug die Stimmung der Marktteilnehmer jedoch um und der Index ging mit einem Abschlag von 0,07 Prozent auf 1.013,97 Zähler aus dem Handel.
Wichtige Impulse dürften in dieser Woche insbesondere von Unternehmensseite kommen. Speziell in den USA werden eine Reihe von Quartalszahlen erwartet.
Am Dienstag öffnen Intel und Yahoo! ihre Bücher und gewähren den Anlegern einen Blick auf ihre Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Quartal. Von beiden Unternehmen erhoffen sich die Anleger nach der bislang durchwachsenen Quartalsberichtssaison positive Nachrichten.
Auf Konjunkturseite dürfte der ZEW-Konjunkturindex die Anleger bewegen. Es ist zu erwarten, dass sich die Marktteilnehmer im Vorfeld der Veröffentlichung zunächst zurückhalten und an den deutschen Märkten nur wenig Bewegung zu verzeichnen ist.

E.ON-Aktie profitiert von Preiserhöhungen
Die Aktie des größten deutschen Energieversorgers E.ON konnte im Montagshandel zulegen. Im Vorfeld hatte der Konzern ab Januar 2008 deutliche Preiserhöhungen angekündigt. Auch die Gaspreise sollen steigen. E.ON begründete die Anhebungen mit höheren Beschaffungskosten und steigenden staatlichen Abgaben für erneuerbare Energien. Die Marktteilnehmer reagierten positiv auf die Nachricht, denn die Weitergabe der Mehrkosten an die Verbraucher unterstützt den positiven Wachstumstrend des Unternehmens.

Airbus liefert ersten A380 aus
Die Tochter des Europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS hat den ersten Airbus A380 ausgeliefert. Erstkunde für das weltgrößte Passagierflugzeug ist Singapore Airlines, der den Riesenflieger mit rund zwei Jahren Verspätung zugestellt bekam. Der Airbus-Mutterkonzern EADS wird derzeit von Vorwürfen um Insiderhandel seitens des Konzernmanagements belastet. Airbus-Chef Thomas Enders wies die Vorwürfe heute einmal mehr zurück.

TUI nach Gerüchten um Vertragsverlängerung unter Druck
Die Aktie des Reise- und Schifffahrtkonzerns TUI stand zu Wochenbeginn unter Druck. Am Sonntag hatten diverse Medien übereinstimmend berichtet, dass der Vertrag von Vorstandschef Michael Frenzel vorzeitig um weitere fünf Jahre verlängert werden soll. Der Konzernchef steht bei Anlegern und Investoren seit geraumer Zeit in der Kritik, da er sich gegen eine Aufspaltung des Unternehmens stemmt. Erst vor wenigen Tagen war der US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte bei TUI eingestiegen und hatte der Führungsebene "massives Mismanagement" vorgeworfen. Zudem hatte Wyser-Pratte angekündigt, die Ablösung von Frenzel an der Konzernspitze vorantreiben zu wollen.

Philips verdient unter dem Strich weniger
Der niederländische Elektronikkonzern Philips Electronics hat im abgelaufenen Geschäftsquartal weniger verdient als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn belief sich auf 331 Mio. Euro nach 4,24 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis und die Erlöse konnten jedoch gesteigert werden.

SAP schließt weitere Übernahmen nicht aus
SAP-Chef Henning Kagermann zieht weitere Zukäufe in Betracht. Der Walldorfer Softwarekonzern, der erst in der vergangenen Woche überraschend die Übernahme des Wettbewerbers Business Objects bekannt gegeben hatte, erwägt weitere Übernahmen. "Wenn sich die Gelegenheit ergibt, außerhalb unserer etablierten Märkte zu wachsen, kann man Akquisitionen nicht ausschließen", sagte Vorstandschef Henning Kagermann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Commerzbank verhandelt mit Kirch
Die Commerzbank verhandelt offenbar erneut mit dem Medienunternehmer Leo Kirch über eine Finanzierung für dessen Zusammenarbeit mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL). "Wir prüfen in der Tat ein mögliches Engagement, wir haben aber noch keine Entscheidung getroffen", sagte ein Commerzbank-Sprecher dem "Handelsblatt". Das Blatt hatte am Samstag in seiner Online-Ausgabe berichtet, die Commerzbank habe für Kirch die Bankgarantie für den jüngst erzielten Abschluss DFL über die Bundesliga-Rechte ab 2009 übernommen. Für die Garantie der von Kirch zugesagten 500 Millionen Euro pro Saison kassiere die Bank eine Million Euro pro Jahr, hieß es.

H&R Wasag mit Gewinnwarnung
Das Spezialchemieunternehmen H&R WASAG hatte im Freitagshandel deutliche Abschläge hinnehmen müssen. Nachbörslich teilte der Konzern schließlich mit, dass der rekordhohe Ölpreis im laufenden Geschäftsjahr für Belastungen sorgen wird. Demnach wird das operative Ergebnis bei 55 Mio. Euro und damit unter der bisherigen Planung von 65 Mio. Euro liegen. Das Vorsteuerergebnis soll bei über 70 Mio. Euro liegen, nach 75 Mio. Euro im Vorjahr. An den mittelfristigen Zielen will H&R WASAG jedoch festhalten.

Asien mehrheitlich freundlich
Die Börsen in Asien, die in der vergangenen Woche teilweise neue Rekordmarken verbuchen konnten, haben den Montagshandel überwiegend mit Aufschlägen beschlossen.
Der Nikkei 225 zeigte sich zunächst unentschlossen und pendelte um seinen Vortageswert. Der Index ging mit einem leichten Aufschlag von 0,16 Prozent auf 17.358,15 Punkte aus dem Handel.
Auch aus Südkorea wurden Zugewinne gemeldetet. Nachdem der Kospi im frühen Handel zunächst mit Gewinnmitnahmen zu kämpfen hatte, verbuchte der Index zum Handelsschluss einen Aufschlag von 0,44 Prozent auf 2.035,39 Zähler.
Deutlichere Zugewinne wurden indes aus Hongkong gemeldet, wo der Hang Seng abermals die 29.000-Punkte-Marke übersprang und mit einem Plus von 2,44 Prozent auf 29.540,78 Punkte in den Feierabend ging.
Auch der chinesische Index Shanghai Composite legte deutlich um 2,15 Prozent auf 6.030,09 Zähler zu. Der Fokus der Marktteilnehmer lag nach dem rekordhohen Ölpreis auf Rohstoff- und Ölwerten. So konnte PetroChina im aktuellen Handel zweistellig zulegen und ein neues Allzeithoch erreichen.

Goldrallye hält an
Der Goldpreis zog am ersten Handelstag der Woche weiter an. Angesichts des schwachen US-Dollars konnte der Rohstoff weiter zulegen und lässt in seinem Aufwärtstrend auch die europäische Gemeinschaftswährung hinter sich. Im asiatischen Handel war der Preis für das Edelmetall auf ein neues 27-Jahres-Hoch gestiegen. Auch für die kommenden Monate rechnen Experten mit einem weiteren Aufwärtstrend.

Ölpreise weiter auf Rekordkurs
Der Ölpreis setzt seinen Aufwärtstrend nach den deutlichen Zugewinnen der letzten Tage weiter fort. Für Impulse sorgen noch immer die Veröffentlichung der US-Rohöllagerbestände. Nach Angaben des Energieministeriums sind die Bestände in der vergangenen Woche überraschend um 1,7 Millionen auf 320,1 Millionen Barrel gesunken. Experten hatten einen Anstieg der Bestände um 350.000 Barrel erwartet. Der Ölpreis schoss auf ein neues Rekordhoch.
Unterstützt wird die Ölpreisrallye dabei auch von der OPEC. In ihrem Monatsbericht zur Erdölnachfrage hatte die Organisation Erdöl exportierender Länder ihre Prognose im laufenden Jahr leicht angehoben. Demnach wird die Nachfrage nach Rohöl voraussichtlich um 1,28 Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf insgesamt 85,75 Millionen bpd zulegen. Somit dürfte sie um 1,52 Prozent über dem Niveau von 2006 liegen. Zuvor war die OPEC von einer Nachfragesteigerung um 1,51 Prozent ausgegangen.

Euro überspringt 1,42-er Marke
Die europäische Gemeinschaftswährung Euro kann aktuell erneut zulegen und springt erneut über die Marke von 1,42 Dollar. Die Marktteilnehmer warten gespannt auf die für heute angekündigte Rede des Fed-Präsidenten Ben Bernanke. Sollte er das Signal für erneue Zinssenkungen geben, könnte der Euro seinen Rekordkurs weiter fortsetzen.

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
 Kommentar hinzufügen 

Marktübersicht

  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Devisen
  • HotStuff
Indizes Vergleichscharts
DAX
TecDAX
Dow Jones
Nasdaq Comp.

Börsenöffnungszeiten

Frankfurt
XETRA
New York
London
Tokio
Wien
Zürich
Feiertage

Unternehmenszahlen

DatumUnternehmenEvent
15.10.07Ahlers AG (Vz.)
Quartalszahlen
15.10.07Baader Wertpapierhandelsbank AG
Quartalszahlen
15.10.07Badger Paper Mills IncShs
Quartalszahlen
15.10.07Cisco Systems Inc.
Quartalszahlen
15.10.07Citigroup Inc.
Quartalszahlen
15.10.07Eaton Corp.
Quartalszahlen
15.10.07Enzo Biochem Inc.
Quartalszahlen
15.10.07First Defiance Financial CorpShs
Quartalszahlen
15.10.07Genentech Inc.
Quartalszahlen
15.10.07Grainger Inc., W.W.
Quartalszahlen
15.10.07Intraware Inc.
Quartalszahlen
15.10.07Lakeland Financial Corp.
Quartalszahlen
15.10.07Macatawa Bank Corp.
Quartalszahlen
15.10.07Mattel Inc.
Quartalszahlen
15.10.07Nuveen Investments IncShs -A-
Quartalszahlen
15.10.07Philips Electronics N.V.
Quartalszahlen
15.10.07Sonic Corp.
Quartalszahlen
15.10.07Sun Bancorp Inc.
Quartalszahlen
15.10.07Tamir Biotechnology Inc.
Quartalszahlen
15.10.07Traffix IncShs
Quartalszahlen
15.10.07Werner Enterprises Inc.
Quartalszahlen

Wirtschaft

DatumWirtschaft
15.10.07
DE; Umsatz im Gastgewerbe August
15.10.07
DE; Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe August
15.10.07
DE; Einnahmen und Ausgaben der gesetzl. Sozialversicherung 1. Halbjahr
15.10.07
03:30: AU; Kreditfinanzierung August
15.10.07
06:30: JP; Industrieproduktion August
15.10.07
08:45: FR; Leistungsbilanz August
15.10.07
08:45: AT; Leistungsbilanz August
15.10.07
10:00: IT; Verbraucherpreise September
15.10.07
14:30: US; NY Empire State Index Oktober
15.10.07
14:30: CA; Neuwagenverkäufe August
15.10.07
14:30: CA; Frühindikatoren September
15.10.07
15:30: EU; EZB Ankündigung Haupt-Refi-Tender
15.10.07
17:00: US; Ankündigung 4-wöchiger Bills
15.10.07
19:00: US; Auktion 3- und 6-monatiger Bills

AKTIEN IN DIESEM ARTIKEL

Business Objects S.A.Business Objects Jahreschart
Citigroup Inc.20,53
-3,30%
Citigroup Jahreschart
Commerzbank AG1,31
-2,25%
Commerzbank Jahreschart
E.ON AG14,43
-2,43%
EON Jahreschart
EADS N.V.26,10
-3,68%
EADS Jahreschart
H&R AG13,26
-8,55%
H&R Jahreschart
PetroChina Co. Ltd.1,03
2,70%
PetroChina Jahreschart
Philips Electronics N.V.13,99
-2,41%
Philips Electronics Jahreschart
SAP AG44,70
-3,71%
SAP Jahreschart
TUI AG4,37
-3,68%
TUI Jahreschart

Börsenchronik - Was war am ... ?

Erfahren Sie hier, welche Ereignisse das Börsengeschehen an einem Handelstag Ihrer Wahl beeinflusst und wie sich die Märkte am jeweiligen Tag entwickelt haben. Wählen Sie ein Datum aus dem Kalender und Sie erhalten den zugehörigen Marktbericht unserer Rubrik "Heute im Fokus".