BERLIN (dpa-AFX) - Um einzelne Häuser der insolventen Warenhauskette Karstadt könnte es einem Bericht zufolge bald einen Bieterstreit geben. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" aus dem Umfeld der Arcandor-Tochter (
MyTravel Group) haben bereits 15 potenzielle Investoren beim Konzernvorstand ihr Interesse an den Karstadt-Filialen bekundet. "Einige wollen nur ein Haus, andere ein paar", hieß es in dem Bericht. Hauptinteressent bleibe mit
METRO die Muttergesellschaft von Karstadt-Konkurrent Kaufhof.
Das Düsseldorfer Unternehmen will unverändert 60 der 91 Filialen übernehmen und mit Kaufhof verschmelzen. Die Idee der Fusion zu einer Deutschen Warenhaus AG hält METRO-Chef Eckhard Cordes für "ordnungspolitisch sinnvoll und für die Belegschaften ideal". Am liebsten wäre dem Manager eine schnelle Lösung. "Je länger der Schwebezustand dauert, umso schwieriger wird es." Doch Cordes wird sich gedulden müssen. Denn der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hat bereits angekündigt, dass ein möglicher Verkaufsprozess nicht vor September in Bewegung kommt - wenn es bei Karstadt nach der derzeit noch vorläufigen Insolvenz endgültig zur Verfahrenseröffnung kommt.
Görg strebt gemeinsam mit Horst Piepenburg, dem Generalbevollmächtigten der ebenfalls insolventen Konzernmutter Arcandor, vorerst ein sogenanntes Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung an. Nur so könnte der Konzern als Ganzes erhalten werden. Ob das am Ende angesichts der komplexen Strukturen tatsächlich gelingt, wird selbst in der Insolvenzverwalterszene kontrovers diskutiert.
In den kommenden Wochen dürften noch etliche Unternehmen ihren Hut in den Ring werfen, um sich einen Teil der Karstadt-Häuser zu sichern. Gemeldet habe sich schon die Hamburger Firma Euroshop (Deutsche EuroShop), Tochter des größten deutschen Shopping-Center-Betreibers ECE, hieß es in dem Bericht. Deren Essener Konkurrent "mfi" wolle 20 Häuser übernehmen. Zudem denkt dem Bericht zufolge offenbar auch der Handelsriese Rewe, der bislang die Lebensmittelabteilungen Perfetto in den Karstadt-Kellern betreibt, über eine Kooperation mit anderen Handelsunternehmen zur Übernahme einzelner Niederlassungen nach./zb/nl