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26.09.2008 07:45

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Washington Mutual-Kollaps drückt deutsche Börsen zum Wochenende tief ins Minus -- Wall Street schließt uneinheitlich -- Fortis in Finanznot? -- RIM enttäuscht --- Deutsche Bahn: IPO am 27.10.


Der Zusammenbruch der US-Sparkasse Washington Mutual sorgte am Freitag für deutliche Abschläge an den deutschen Parketts. Äußerungen von US-Präsident George Bush, der eine baldige Lösung im Ringen um das US-Rettungspaket in Aussicht stellte, verhalf allerdings der Wall Street teilweise ins Plus.

Heute anstehende Termine:
- Deutschland: Außenhandelspreise August
- Japan: Verbraucherpreise August
- USA: BIP 2. Quartal
- USA: Verbraucherstimmung Uni Michigan September


US-Bankenkollaps drückt deutsche Börsen
Dem größten US-Bankencrash, dem Zusammenbruch der US-Sparkasse Washington Mutual, hatten auch die deutschen Börsen am letzten Handelstag der Woche nicht viel entgegen zu setzen. Die Indizes gaben deutlich nach. Auch Spekulationen um einen drohenden Liquiditätsengpass bei dem Finanzkonzern Fortis drückten auf die Stimmung. Die weiter anhaltende Unsicherheit über den Zeitplan und die Details zum milliardenschweren Rettungspaket für US-Banken wirkte sich zusätzlich belastend aus. Am Vorabend war eine Einigung über das Rettungspaket vorerst geplatzt. US-Präsident Bush stellte zwar am späten Nachmittag eine baldige Lösung des Problems und eine Einigung im Kongress in Aussicht, das half den Börsen aber nicht mehr auf die Beine. Inbesondere Finanzwerte gerieten abermals unter Druck.

Der DAX verlor bereits zum Handelsstart mehr als ein Prozent und rutschte eim weiteren Verlauf unter die 6.100-Punkte-Marke. Die Verluste wurde gegen Mittag größer, nahezu alle Standardwerte gerieten unter Verkaufsdruck. Zum Handelsende verabschiedete sich der deutsche Leitindex mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 6.064 Zählern ins Wochenende.

Der TecDAX musste ebenfalls Abschläge hinnehmen, die Stimmung blieb schlecht. Das Börsenbarometer rutschte deutlich ab und gab um 3,4 Prozent auf 725 Zähler nach.

22:30 Uhr: Wall Street mit uneinheitlichem Wochenausklang
Die Hoffnung auf eine baldige Verabschiedung des geplanten milliardenschweren US-Rettungspaketes, mit dem der Finanzmarkt gestützt werden soll, dominierte auch am Freitag erneut das Geschehen an den US-Parketts. Der Zusammenbruch von Washington Mutual und die anschließende Teilübernahme durch JPMorgan wurde an der Wall Street als weitere Episode in der nicht enden wollenden Finanzmarktkrise aufgenommen. Finanzwerte gehörten dennoch - anders als an vielen anderen Börsen weltweit - zu den Tagesgewinnern, sie wurden von der Hoffnung auf eine Einigung im Kongress an diesem Wochenende getragen.

Der Dow Jones konnte seine Verluste hinter sich lassen und schloss mit einem Aufschlag von 1,10 Prozent auf 11.143,13 Zähler. An der Nasdaq Composite ging es indes um 0,15 Prozent auf 2.183,34 Punkte abwärts.

17:08 Uhr: Bush sieht baldige Einigung beim Rettungspaket
US-Präsident Bush hat sich zuversichtlich gezeigt, dass bezüglich des geplanten US-Rettungspaketes für Banken in absehbarer Zeit eine Lösung erzielt werden kann. Aktuell werde im Kongress an einer Lösung des Problems gearbeit, so der Staatschef am Freitag.

15:30 Uhr: Kursrutsch an der Wall Street
Die US-Börsen haben den Freitagshandel mit deutlichen Abschlägen eröffnet. Auch an der Wall Street sorgt der gestern Abend bekannt gewordene Zusammenbruch von Washington Mutual für massive Verunsicherung. Darüber hinaus sind im Zusammenhang mit dem geplanten milliardenschweren Rettungspaket der US-Regierung für den Finanzsektor noch immer keine Fortschritte zu vermelden, die Verhandlungen stecken fest. Auch ein Krisengespräch im Weißen Haus hatte am Abend keinen Erfolg gebracht.

Der Dow Jones gibt zum Handelsstart um rund ein Prozent nach. An der Nasdaq Composite geht es abwärts.

14:53 Uhr: US-BIP wächst schneller
Das BIP-Wachstum in den USA hat sich im zweiten Quartal 2008 beschleunigt. Jedoch wurden in der dritten und damit endgültigen Schätzung des US-Handelsministeriums, welche am Freitag veröffentlicht wurde, die vorläufigen Angaben zur Wirtschaftsentwicklung deutlich nach unten korrigiert.

14:41 Uhr Ölpreise deutlich im Rückwärtsgang
Die Ölpreise sind im Freitagshandel deutlich zurückgekommen. Händler begründeten die neuerlichen Kursverluste mit der anhaltenden Verzögerung beim milliardenschweren US-Rettungspaket. Noch immer konnte im Kongress keine Einigung erzielt werden. Das nährt erneute Befürchtungen über eine Rezession in den USA, die mit einer fallenden Ölnachfrage verbunden sein dürfte.

14:00 Uhr: Fortis nach Spekulationen deutlich unter Druck
Der niederländische Finanzkonzern Fortis muss offenbar Konzernteile verkaufen, um sich Geld zu beschaffen. Das Unternehmen dementierte zwar, in einen Liquiditätsengpass geraten zu sein und betonte seine "solide Finanzposition", die Anleger zeigen sich dennoch nicht überzeugt und schicken die Aktie deutlich auf Talfahrt.

13:34 Uhr: Konsortium: Verbindliche Offerte für Hapag Lloyd
Für die zum Verkauf stehende Schifffahrtssparte des Touristikkonzerns TUI, Hapag Lloyd, liegt ein verbindliches Angebot auf dem Tisch. Ein Hamburger Bieterkonsortium, dem neben dem Unternehmer Prof. Klaus-Michael Kühne auch die Hanse Merkur Versicherungsgruppe, HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (Freie und Hansestadt Hamburg), HSH Nordbank AG, Signal Iduna Gruppe und M.M.Warburg & CO Gruppe KGaA angehören, hat eine verbindliche Offerte vorgelegt. Über Einzelheiten wurde nichts bekannt, der Kaufpreis dürfte am Ende jedoch deutlich unter dem von TUI erhofften Erlös liegen.

12:40 Uhr: Börsen in Asien mit schwachem Wochenausklang
Der Kollaps der US-Sparkasse Washington Mutual sorgte für einen deutlichen Abwärtstrend an den US-Parketts. Zudem scheinen die Verhandlungen um das milliardenschwere US-Rettungspaket festzustecken, das drückte zusätzlich auf die Stimmung. Die Indizes schlossen mehrheitlich schwächer.
In Japan gab der Nikkei225 0,94 Prozent ab und ging mit einem Zählerstand von 11,893.16 ins Wochenende. Dabei zeigten sich die Märkte auch von einem erneuten kräftigen Anstieg der Verbraucherpreise belastet. Die japanische Regierung gab am Freitag bekannt, dass die Inflationsrate in der Kernberechnung bei 2,4 Prozent steht, während die Lebenshaltungskosten im Juli schon um 2,4 Prozent angezogen waren. Bei der Teuerungsrate der beiden letzten Monate handelt es sich um den stärksten Zuwachs seit Oktober 1997.
Auch in Südkorea zeigte sich ein ähnliches Bild, hier wurde der KOSPI um 1,68 Prozent auf 1,476.33 Punkte abwärts geschickt.
Die Anleger in Hongkong zeigten sich ebenfalls verunsichert. Der Hang Seng rutschte zum Wochenende erneut ab und gab 1,33 Prozent auf 18,682.09 Zähler nach.
Auch auf dem chinesischen Festland konnten die Anleger ihre positive Vortagesstimmung nicht in den Freitagshandel übertragen. Die Abschläge hielten sich jedoch vergleichsweise in Grenzen, der Shanghai Composite gab um 0,16 Prozent auf 2.293,78 Punkte nach.

12:00 Uhr: BaFin prüft Arcandor-Kursrutsch
Die Aktie des Handelskonzerns Arcandor gerät nach dem Kursrutsch vom Vortag auch am Freitag erneut unter Druck. Die Nachrichten vom Donnerstag wirken noch nach, in denen bekannt wurde, dass der Konzern trotz früherer Dementis eine Trennung von seiner Ertragsperle Thomas Cook in Betracht zieht. Dies hat unterdessen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf den Plan gerufen, die sich sowohl den Kursrutsch der Aktie als auch die Kommunikationspolitik des Unternehmens näher anschauen will.

11:09 Uhr: Lufthansa-Chef spricht mit Alitalia
Der Chef der Deutschen Lufthansa hat sich in die Verhandlungen um eine Zukunft des illiquiden italienischen Konkurrenten Alitalia eingeschaltet und befindet sich derzeit auf Einladung der italienischen Regierung zu Gesprächen in Italien. Dabei soll auch ein Treffen mit Arbeitnehmervertretern geplant sein. Erst am Morgen war bekannt geworden, dass ein italienisches Investorenkonsortium das drohende Aus für die angeschlagene Fluggesellschaft in letzter Minute mit einem neuen Angebot verhindert hat. Zuvor hatten die Gewerkschaften, die sich vehement gegen einen Sanierungsplan für Alitalia gestemmt hatten, ihre Meinung überraschend geändert und den Sanierungsplan unterzeichnet.

10:04 Uhr: Japans Verbraucherpreise steigen weiter deutlich an
Die japanischen Verbraucherpreise zeigten im August 2008 erneut einen kräftigen Anstieg. Dies gab die Regierung in Tokio am Freitag bekannt. Gegenüber dem Vorjahresmonat verharrte die Inflationsrate in der Kernberechnung bei 2,4 Prozent, während die Lebenshaltungskosten im Juli schon um 2,4 Prozent angezogen waren.

09:54 Uhr: Deutsche Bahn: Börsengang am 27. Oktober
Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne für den Börsengang der Tochter DB Mobility Logistics ungeachtet der aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten bestätigt. Demnach soll der erste Handelstag am 27. Oktober 2008 sein. Die internationale Roadshow soll den Plänen zufolge am 13. Oktober starten und rund zwei Wochen dauern.

09:29 Uhr: Gewinnwarnung bei Denso
Der Automobilzulieferer Denso musste seine Halbjahresziele nach unten korrigieren. Demnach rechnet der japanische Konzern nun unter dem Strich mit einem Gewinn von 61 Milliarden Japanischen Yen (JPY), bislang hatte das Unternehmen ein Ergebnis von 76 Milliarden JPY in Aussicht gestellt. Als Grund nannte Denso negative Einmaleffekte im Zusammenhang mit Anleihen, deren Wert im Zuge der Finanzkrise drastisch gefallen ist.

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