HAMBURG/KÖLN (dpa-AFX) - Die Entscheidung der Deutschen Bank, auch künftig Termingeschäfte auf Agrarrohstoffe abschließen zu wollen, stößt weiter auf Kritik. Foodwatch-Chef Thilo Bode warf dem Geldhaus vor, statt einer angekündigten umfassenden Studie zu dem Thema "nur ein dünnes Frage-Antwort-Papier" vorgelegt zu haben. "Dass die
Deutsche Bank die Strategie des Aussitzens verfolgt, war schon Anfang 2012 klar", sagte Bode am Donnerstag "Spiegel Online". Die Deutsche Bank legte parallel in Frankfurt ihre Jahreszahlen vor.
Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag), die Deutsche Bank stelle sich mit ihrer Geschäftspolitik "gegen Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler, internationale Organisationen und Politiker". Gemeinsames Bestreben müsse sein, gravierende Folgen für arme Menschen zu verhindern.
Die genauen Auswirkungen von spekulativen Termingeschäften mit Agrarrohstoffen wie Mais und Soja - etwa auf die tatsächlichen Marktpreise - sind in der Wissenschaft umstritten, wie Bode einräumte. Bauern setzen solche Finanzprodukte seit Jahrzehnten selbst ein, um sich gegen starke Preisschwankungen abzusichern. Ziel sei daher "kein Verbot aller Spekulation, sondern ein Ende der Exzesse", betonte der Leiter der Verbraucherorganisation. /yyzz/DP/zb