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14.02.2012 07:39

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WEITER OHNE PROGNOSE

ThyssenKrupp weiter in den roten Zahlen - Stahlgeschäft schwach

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Der Stahl- und Industriekonzern ThyssenKrupp bleibt tief in den roten Zahlen.

Im ersten Quartal seines neuen Geschäftsjahres schrieb das Unternehmen nach eigenen Angaben vom Dienstag einen Nettoverlust von 480 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte ThyssenKrupp zwischen Oktober und Dezember noch 101 Millionen Euro verdient. Vor allem die Stahlsparte belastete das Ergebnis. Neben erneut hohen Verlusten in den neuen Werken in Brasilien und den USA kam nun auch ein schwaches Ergebnis des lange boomende europäischen Stahlgeschäfts hinzu.

  Im Geschäftsjahr 2010/11 war ThyssenKrupp wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf seine US-Stahlsparte und das Edelstahlgeschäft tief in die roten Zahlen gestürzt. Durch den inzwischen abgeschlossenen Verkauf der zivilen Teile der Hamburger Werft Blohm + Voss an den britischen Finanzinvestor Star Capital musste die Dax-Gesellschaft nun eine weitere Sonderbelastung von 155 Millionen Euro verbuchen, weil der erzielte Verkaufspreis unter dem Buchwert lag. Mit seinen Ergebnissen verfehlte das Unternehmen die Erwartungen von Analysten.

 WEITER KEINE KONKRETE PROGNOSE

   Der Vorstand traut sich weiter keinen konkreten Ausblick zu. Die "weiterhin unsichere gesamtwirtschaftliche Situation" gebe eine verlässliche Prognose derzeit nicht her, erklärte Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Das Ergebnis des ersten Quartals sei aber nicht auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Zwischen Oktober und Dezember habe der Konzern immer mit saisonalen Schwächen zu tun, zudem sollen die Verluste in den neuen Stahlwerken von Quartal zu Quartal sinken.

    In dem mitten in einem tiefgreifenden Umbau steckenden Konzern ging ein Großteil der Verluste im ersten Geschäftsjahresviertel auf vor dem Verkauf stehende Bereiche zurück. Bereinigt um diese Aktivitäten liegt der Verlust bei 172 Millionen Euro. ThyssenKrupp hatte im vergangenen Mai Geschäfte mit einem Umsatz von rund zehn Milliarden Euro auf die Verkaufsliste gesetzt. Für rund 80 Prozent davon gibt es inzwischen eine Lösung. Zuletzt vereinbarte der Konzern den Verkauf der verlustreichen Edelstahlsparte an den finnischen Konkurrenten Outokumpu. Der ausgehandelte Gesamtpreis beläuft sich auf rund 2,7 Milliarden Euro. Das Geschäft soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

 SCHULDEN WIEDER DEUTLICH ANGESCHWOLLEN

   Mit dem Umbau will sich Vorstandschef Heinrich Hiesinger Luft für den Ausbau der Technologiesparte schaffen. Dafür fehlte ihm angesichts der durch den Bau der Werke in Amerika entstandenen Schuldenlast bislang das Geld. Im abgelaufenen Quartal stieg die Schuldenlast im Vergleich zum Vorquartal wieder um 2,3 Milliarden Euro auf 5,9 Milliarden an, was der Konzern mit den weiteren Hochlaufphasen der Werke in Amerika und dem für das Quartal typischen Anstieg der Vorräte erklärte.

     Ende 2011 musste nun auch das europäische Stahlgeschäft einen herben Dämpfer einstecken. Viele Stahlhändler und -verarbeiter hielten sich angesichts der ungelösten Euro-Schuldenkrise und der unsicheren Wirtschaftsaussichten mit Bestellungen zurück. Das drückte auf die Preise. Als Reaktion stellte ThyssenKrupp einen Hochofen in Duisburg vorübergehend ab.

 POSITIVE SIGNALE ZU JAHRESBEGINN

   Inzwischen gebe es wieder "ermutigende Signale". Anfang 2012 hätten Bestellungen und Preise auf den Spotmärkten wieder angezogen. Allerdings sei noch unklar, wie nachhaltig diese Entwicklung ist. Den Preisverfall des vergangenen Quartals wird ThyssenKrupp aber noch länger spüren, denn bei langfristigen Lieferverträgen musste der Konzern Abschläge in Kauf nehmen, die das Ergebnis in diesem Jahr belasten.

    Als stabile Stütze zum schwankungsanfälligen Stahl erwies sich das Technologiebereich mit dem Großanlagenbau, der Aufzugsparte und dem Autozuliefergeschäft. Vorstandschef Hiesinger wertete das als Beleg für die Richtigkeit seiner neuen Strategie.

 ESSEN (dpa-AFX)

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