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22.11.2009 16:57

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Weserbund: Länder sollen K+S-Salzpipeline mitfinanzieren

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    BIELEFELD/UNTERBREIZBACH (dpa/th) - Die Bundesländer an der Weser sollen sich nach Ansicht des Weserbundes finanziell am Bau einer Salzpipeline zur Nordsee beteiligen. Nur durch diese 400 Kilometer lange Leitung könne eine weitere Verschmutzung des Flusses durch den in Hessen ansässigen Düngemittelhersteller K+S  vermieden werden, sagte Vorstandsmitglied Hubertus Backhaus der Zeitung "Westfalen-Blatt", die am Samstag in Bielefeld erschien. Das Unternehmen allein könne dieses Mammutprojekt in der Größenordnung von 500 bis 600 Millionen Euro nicht stemmen. Deshalb seien die Regierungen von Hessen, Thüringen, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen gefordert.

    Der Weserbund mit Sitz in Bremen kämpft für den Erhalt der Flusslandschaft. Ihm gehören etliche Gemeinden, Verbände und Vereine an. Der Bau der Fernleitung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte Backhaus. Düngemittel würden schließlich zur Produktion von Nahrungsmitteln in aller Welt benötigt. K+S ist mit Standorten in Europa sowie Nord- und Südamerika der führende Hersteller der Welt. Das Dax-Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 15.000 Mitarbeiter und erzielte 2008 einen Umsatz von fünf Milliarden Euro.

14 MILLIONEN KUBIKMETER SALZLAUGE PRO JAHR

    Der Konzern leitet jährlich 14 Millionen Kubikmeter Salzlauge aus der Kali-Produktion in die Werra und in den Untergrund in Hessen und Thüringen. Der Weserbund will sich am Montag beim Wesertag in Schloss Bevern im Landkreis Holzminden der Forderung des Runden Tisches "Gewässerschutz Werra/Weser und Kali-Produktion" anschließen, dass spätestens Ende 2020 die Einleitung des Salzes in die Werra und den Untergrund aufhören muss.

    Nach Angaben von Backhaus reicht das von K+S vorgeschlagene Entsorgungskonzept nicht aus. Es sieht vor, die Menge der Salzlauge bis 2015 bis auf 50 Prozent zu verringern. Der Rest soll weiter in die Werra gekippt werden. Dies ist nach Angaben des Unternehmens erheblich billiger als eine Fernleitung zur Nordsee.

    Der Runde Tisch aus Politik, Wirtschaft, Kommunen und Verbänden sowie Vertretern der fünf Bundesländer hatte sich bislang nicht einstimmig auf die Fernleitung einigen können. Anfang des Jahres soll daher weiter beraten werden. Gegen die Fernleitung hatte sich unter anderem Niedersachsen ausgesprochen, die eine Belastung des Meeres befürchten./sew/DP/nl

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