DÜSSELDORF/WALLDORF (dpa-AFX) - SAP hätte den französischen Softwareanbieter Business Objects (BO) einem Pressebericht zufolge für deutlich weniger als die nun vereinbarten 4,8 Milliarden Euro kaufen können. Bereits vor einem halben Jahr hätte einer der drei SAP-Gründer mit dem bis Ende 2006 an Business Objects beteiligten Finanzinvestor Silver Lake eine Übernahme durchgespielt, berichtet die "WirtschaftsWoche" (Montag) unter Berufung auf Umfeld des betreffenden SAP-Gründers. "Bei SAP-Interesse hätte Silver Lake seinen Einfluss geltend gemacht, um die Eigner von einem Kaufpreis zwischen 2,8 bis drei Milliarden Euro zu überzeugen", zitiert das Blatt einen namentlich nicht genannten Insider. SAP-Chef Henning Kagermann habe einer Übernahme damals aber eine "klare Absage" erteilt.
Ein SAP-Sprecher in Walldorf wollte den Bericht am Sonntag auf Nachfrage nicht kommentiere. Der Zeitpunkt für die Übernahme von Business Objects sei für SAP der richtige gewesen. „Das war für SAP das richtige Tining.“ SAP hatte am vergangenen Sonntag angekündigt, Business Objects für 4,8 Milliarden Euro oder 42 Euro je Aktie übernehmen zu wollen. Damit rückte das Unternehmen von seiner bisherigen Strategie ab, ausschließlich organisch und ohne Zukäufe zu wachsen.
Bereits unmittelbar nach der Ankündigung hatten Analysten angemerkt, SAP zahle für das französische Unternehmen einen hohen Preis. Am Markt sei Zuvor über eine Offerte in Höhe von 37 Euro spekuliert worden. Fast gleichzeitig mit der SAP-Ankündigung hatte Business Objects am vergangen Sonntag eine Umsatz- und Gewinnwarnung für das jüngst beendete dritte Quartal ausgegeben./fj