07.05.2013 11:15
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DAX erreicht neues Allzeithoch

Wie geht es weiter?
Es ist vollbracht - am Dienstag um 10.49 Uhr war es soweit: Der Deutsche Aktienindex DAX hat sein lang ersehntes Rekordhoch dank der Geldflut durch die Notenbanken erreicht.
Der Leitindex, der die Kursentwicklung der 30 wichtigsten deutschen Aktienwerte abbildet, stieg dann kurz vor elf Uhr bis auf 8.160,14 Punkten. Das alte Rekordhoch von 8.151,57 Punkten aus dem Jahr 2007 - also aus der Zeit vor der Finanz- und Schuldenkrise - ist damit Geschichte. Spannend wird jetzt, ob sich der Leitindex nachhaltig von dieser Marke absetzen kann. Einige Experten warnen vor einem Rückschlag. Die Mehrheit sieht aber gute Chancen für eine Fortsetzung der Rally.

"9.000 Punkte sind keine Utopie", sagte Daniel Saurenz von Feingold Research. Der aktuelle Rekord sei eine logische Folge der Entschlossenheit der Notenbanken, die sich mit aller Macht und viel Geld gegen die aktuelle Krise der Weltwirtschaft stellen. "Das Tempo überrascht allerdings, jedoch wird die gute DAX-Form auch von den Unternehmen bestätigt." Viele Konzerne wie Adidas, BASF oder BMW schafften es das schwache Geschäft in Europa mit Wachstum in den USA, Asien und Schwellenländern mehr als wettzumachen. Da die DAX-Konzerne zudem seit 2008 ihre Hausaufgaben gemacht hätten, sollte die Rally deutlich weiter führen.

HÄNDLER WARNT VOR KURZFRISTIGEN GEFAHREN

Damit könnte er seinem kleinen Bruder MDAX folgen. Dieser hatte im Oktober ein neues historisches Hoch erreicht und konnte seitdem ein weiteres Fünftel zulegen. "Das DAX-Rekordhoch ist ein technisches Kaufsignal und sollte neue Käuferschichten anziehen", sagte Aktienexperte Christoph Geyer von der Commerzbank. Da nun keine technische Widerstandslinien mehr existierten, sei der Weg nach oben zunächst offen. Auch Karin Roller von der Vereinigung Technischer Analysten VTAD sieht in den kommenden Wochen eine Fortsetzung der Aufwärtsdynamik. Sie rechnet mit neuen Hochs im DAX im Bereich von 8.749 oder gar 9.520 Punkten.

Ein Händler, der nicht genannt werden wollte, tritt allerdings auf die Euphoriebremse und schließt einen Rückschlag nicht aus: "Der neue Rekord ist die wichtigste Marke seit 13 Jahren. Im Jahr 2000 kletterte der DAX erstmals über 8.100 Punkte. Dann hat es sieben Jahre gedauert bis er ein neues Hoch erreicht hatte. Seither sind wieder sechs Jahre vergangen. Wenn der DAX jetzt nochmals an dieser Marke abprallt, könnte es kurzfristig aber böse ausschauen." Anleger sollten daher mit ihrer Positionierung abwarten, ob mit dem neuen Hoch tatsächlich frisches Kaufinteresse geweckt wird. Dann könnte der Leitindex einen weiteren Schub nach oben erhalten, wie es der MDAX seit Oktober vorgemacht hat.

EXPERTE: 'SELL IN MAY AND GO AWAY' GILT 2013 NICHT

Oliver Roth von Close Brothers Seydler sieht die Märkte wegen der großzügigen Notenbankpolitik gut gerüstet für weitere Rekordmarken: "Aller guten Dinge sind drei. Nach 2000 und 2007 hat der DAX auch 2013 weitere Hochs erreicht. Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken liefert den Stoff aus dem Träume gemacht werden." Der Traum sei noch nicht zu Ende, sagte der wegen seiner Fußballkarriere "Börsenstürmer" genannte Kapitalmarktexperte. "Umso schlimmer wird dann aber eines Tages das Erwachen."

Erst einmal dürfte der DAX nach Einschätzung von Thorsten Engelmann, Händler bei der Equinet Bank, aber auch von der guten Stimmung an den amerikanischen Aktienmärkten profitieren. Der auf Börsenzyklen spezialisierte Börsenbriefautor Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest sieht dies ähnlich. Der weltweit wichtigste Aktienindex Dow Jones Industrials dürfte im Mai weiter zulegen - das wird den deutschen Markt anhaltend unterstützen. Wegen des typischen Börsenverlaufs nach US-Präsidentschaftswahlen sei die Börsenregel "Sell in May and go away" außer Kraft gesetzt. "Diese ist zwar generell korrekt, in dem Jahr nach einer Wahl in den USA gilt sie aber nicht."/fat/rum/zb

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum, Julian Mezger
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