Wird Ungarn das erste osteuropäische Opfer der Schuldenkrise?
EMFIS.COM - Boston 25.11.2011 (www.emfis.com) Bonitäts-Herabstufungen europäischer Staaten durch amerikanische Rating-Agenturen sind mittlerweile fast schon an der Tagesordnung. Dieses Mal hat es Ungarn erwischt und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies nicht die letzte Abstufung war.
Denn den Ausblick belässt Moody`s bei negativ, obwohl man die Kreditwürdigkeit Ungarns nunmehr auf Ramschniveau herabgesetzt hat. Im Detail nahmen die Amerikaner ihre Bewertung der Zahlungszähigkeit des Pusta-Staats von zuvor Baa3 auf jetzt nur noch Ba1 zurück, nachdem das Land unlängst den Internationalen Währungsfonds um (vorbeugende) finanzielle Hilfen ersucht hat.
Massive Unsicherheitsfaktoren
Begründet wurde der Schritt mit der für osteuropäische Verhältnisse recht hohen Staatsverschuldung, die vom zweiten bis zum dritten Quartal dieses Jahres von 75 auf 82 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen war. Darüber hinaus haben die Experten Zweifel daran, dass Ungarn vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden konjunkturellen Schwächephase seine mittelfristigen Ziele zur Konsolidierung der Finanzen und der Reduzierung der öffentlichen Schulden erreichen kann. Gelingt das nicht, ist eine weitere Herabstufung laut Moody`s wohl nur eine Frage der Zeit.
Regierung gelobt Besserung
Da die Maßnahme der Rating-Agentur dazu führt, dass Ungarn künftig mehr Zinsen für seine Staatsanleihen bieten muss, hat die Regierung Besserung gelobt. Mehrfach versicherte die konservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban, dass sie die Neuverschuldung in absehbarer Zeit unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken wolle. Gleichzeitig äußerte man Unverständnis für die Entscheidung, da die Staatsverschuldung im vergangenen Jahr von 81 auf 73 Prozent der Wirtschaftsleistung gesenkt werden konnte. Das mag zwar grundsätzlich erfreulich sein, bringt aber nicht wirklich viel, wenn man aktuell bereits wieder bei 82 Prozent liegt. Und ob es den Ungarn tatsächlich gelingt, die Neuverschuldung im nächsten und übernächsten Jahr unter der Drei-Prozent-Marke zu halten, muss mit Nachdruck bezweifelt werden.
Fazit:
Im Gegensatz zu den weniger stark verschuldeten osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten wird Ungarn um erhebliche Sparmaßnahmen kurzfristig nicht umhin kommen. Diese werden die sich ohnehin nicht in Bestform befindliche Wirtschaft weiter schwächen und Konjunkturpakete sind in diesem Umfeld nicht einmal ansatzweise vorstellbar. Insgesamt dürfte es daher wesentlich interessantere Anlageregionen als Ungarn geben.
Denn den Ausblick belässt Moody`s bei negativ, obwohl man die Kreditwürdigkeit Ungarns nunmehr auf Ramschniveau herabgesetzt hat. Im Detail nahmen die Amerikaner ihre Bewertung der Zahlungszähigkeit des Pusta-Staats von zuvor Baa3 auf jetzt nur noch Ba1 zurück, nachdem das Land unlängst den Internationalen Währungsfonds um (vorbeugende) finanzielle Hilfen ersucht hat.
Massive Unsicherheitsfaktoren
Begründet wurde der Schritt mit der für osteuropäische Verhältnisse recht hohen Staatsverschuldung, die vom zweiten bis zum dritten Quartal dieses Jahres von 75 auf 82 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen war. Darüber hinaus haben die Experten Zweifel daran, dass Ungarn vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden konjunkturellen Schwächephase seine mittelfristigen Ziele zur Konsolidierung der Finanzen und der Reduzierung der öffentlichen Schulden erreichen kann. Gelingt das nicht, ist eine weitere Herabstufung laut Moody`s wohl nur eine Frage der Zeit.
Regierung gelobt Besserung
Da die Maßnahme der Rating-Agentur dazu führt, dass Ungarn künftig mehr Zinsen für seine Staatsanleihen bieten muss, hat die Regierung Besserung gelobt. Mehrfach versicherte die konservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban, dass sie die Neuverschuldung in absehbarer Zeit unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken wolle. Gleichzeitig äußerte man Unverständnis für die Entscheidung, da die Staatsverschuldung im vergangenen Jahr von 81 auf 73 Prozent der Wirtschaftsleistung gesenkt werden konnte. Das mag zwar grundsätzlich erfreulich sein, bringt aber nicht wirklich viel, wenn man aktuell bereits wieder bei 82 Prozent liegt. Und ob es den Ungarn tatsächlich gelingt, die Neuverschuldung im nächsten und übernächsten Jahr unter der Drei-Prozent-Marke zu halten, muss mit Nachdruck bezweifelt werden.
Fazit:
Im Gegensatz zu den weniger stark verschuldeten osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten wird Ungarn um erhebliche Sparmaßnahmen kurzfristig nicht umhin kommen. Diese werden die sich ohnehin nicht in Bestform befindliche Wirtschaft weiter schwächen und Konjunkturpakete sind in diesem Umfeld nicht einmal ansatzweise vorstellbar. Insgesamt dürfte es daher wesentlich interessantere Anlageregionen als Ungarn geben.


