14.02.2013 13:56
Bewerten
(41)

Deutsche Wirtschaft schrumpft Ende 2012 - Eurozone in Rezession

BIP-Daten enttäuschen: Deutsche Wirtschaft schrumpft Ende 2012 - Eurozone in Rezession | Nachricht | finanzen.net
BIP-Daten enttäuschen
Kräftiger Dämpfer für die deutsche Wirtschaft: Die Rezession im Euro-Raum und die weltweite Konjunkturschwäche haben Deutschland zum Jahresende noch stärker erfasst als erwartet. Auch die Eurozone selbst schwächelt.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Schlussquartal 2012 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. In ihrer ersten Schätzung hatte die Behörde noch minus 0,5 Prozent angenommen. Der Einbruch war der heftigste seit Anfang 2009. Auch die Wirtschaft im Euroraum brach zum Jahresende so stark ein wie seit fast vier Jahren nicht mehr.

   Die bis dahin robuste deutsche Konjunktur konnten sich Ende 2012 nicht länger von der Rezession in der Eurozone und dem weltweiten Konjunkturabschwung abkoppeln. In den ersten drei Quartalen 2012 war die deutsche Wirtschaft jeweils gewachsen, die Dynamik ließ jedoch stetig nach. Nach plus 0,5 Prozent zum Auftakt ging das BIP-Wachstum zum Vorquartal zunächst auf 0,3 Prozent und im dritten Quartal auf 0,2 Prozent zurück. Zum Höhepunkt der Finanzkrise war die Wirtschaftsleistung in Deutschland damals binnen drei Monaten sogar um 4,1 Prozent eingebrochen.

 SCHWACHE EXPORTE

   Im Vergleich zum vierten Quartal 2011 stieg das preisbereinigte BIP Ende 2012 jedoch leicht um 0,1 Prozent. Viele Ökonomen sind für die deutsche Wirtschaft optimistisch und sehen bereits eine Erholung.

   Die Statistiker führten den schwachen Jahresabschluss maßgeblich auf den Außenhandel zurück: Die Warenexporte gingen angesichts der schwachen Weltkonjunktur und der Rezession im Euroraum wesentlich stärker zurück als die Importe. Denn die Wirtschaft des Euroraums rutschte zum Jahresende noch tiefer in die Rezession, die im Frühjahr vergangenen Jahres eingesetzt hatte.

  Auch im Euroraum schrumpfte das BIP um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Zuletzt war die Wirtschaftsleistung in den Euro-Ländern Anfang 2009 im Zuge der großen Finanz- und Wirtschaftskrise stärker zurückgegangen, damals um 2,8 Prozent. Im Gesamtjahr 2012 fiel das BIP im Euroraum um 0,5 Prozent. Den heftigsten Einbruch gegenüber dem Vorquartal verzeichnete Portugal (minus 1,8 Prozent), auch die Euro-Krisenländer Spanien (minus 0,7 Prozent) und Italien (minus 0,9 Prozent) stecken weiter in der Rezessionf fest.

 SCHWACHE DATEN AUS FRANKREICH

   Deutschlands wichtiger Wirtschaftspartner Frankreich ließ im vergangenen Jahr ebenfalls Federn. Von Oktober bis Dezember sank das BIP der zweitgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone nach Angaben des Statistikamtes Insee in Paris um 0,3 Prozent zum Vorquartal. Im dritten Quartal war das BIP noch um 0,1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Wirtschaftsleistung ebenfalls um 0,3 Prozent. Viele Ökonomen werfen Frankreich eine zu zögerliche Reformpolitik vor.

   In Deutschland gingen auch die Investitionen in Bauten leicht zurück, während die von der Staatsschuldenkrise verunsicherten Unternehmen deutlich weniger in Ausrüstungen investierten als im Vorquartal. Leicht positiv entwickelten sich die privaten und staatlichen Konsumausgaben, meldeten die Statistiker. "Die hohe Unsicherheit in Europa hat die Investitionen gebremst und die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland gedämpft", sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Diese Schwächephase sei aber nur temporär. Rösler ist überzeugt: In diesem Jahr wird die deutsche Wirtschaft wieder wachsen.

Für das gesamte Jahr 2012 bestätigten die Statistiker in Wiesbaden einen BIP-Anstieg von 0,7 Prozent. Wichtigster Wachstumsmotor war der Export. Aber auch vom inländischen Konsum kamen positive Impulse.

 KEINE REZESSION IN DEUTSCHLAND

Nach dem Minus zum Jahresende 2012 erwarten Beobachter aber nicht, dass Deutschland in die Rezession stürzt. Vielmehr dürfte das Konjunkturtal inzwischen schon wieder durchschritten sein. "Im ersten Quartal 2013 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder merklich wachsen", prognostizierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer am Donnerstag. Auch das Bundeswirtschaftsministerium gab sich Anfang der Woche in seinem monatlichen Bericht zur wirtschaftlichen Lage zuversichtlich: "Die Perspektiven hellen sich allmählich auf. Die Frühindikatoren deuten auf ein absehbares Ende der aktuellen Schwächephase hin." Dennoch reduzierte die Regierung ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,0 auf 0,4 Prozent.

   Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet, dass die Konjunktur schon im ersten Quartal 2013 wieder ordentlich Fahrt aufnimmt. DIW-Deutschlandexperte Simon Junker sagte am Donnerstag: "Die Industrie hat das Tief durchschritten und ist gut in das Jahr gestartet." Die Exporte hätten sich stabilisiert, die Auftragseingänge - sogar die aus dem krisengeschüttelten Euroraum - seien wieder gestiegen. Dank der positiven Impulse aus dem Ausland dürften Unternehmen bald wieder in Ausrüstungen investieren.

    WIESBADEN (dpa-AFX)

Bildquellen: antos777 / Shutterstock.com, Carlos Caetano / Shutterstock.com
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt stärker -- Dow Jones endet im Plus -- Cisco verdient deutlich weniger -- US-Notenbanker uneins über nächste Zinserhöhung -- EVOTEC, Ryanair, Amazon im Fokus

Lufthansa-Aktionäre setzen wegen Air Berlin auf Konsolidierung. Air Berlin sucht Sanierungsplan in der Insolvenz. Trump lobt Nordkoreas Staatschef Kim. Neuer Druck auf K+S-Aktie durch Verkaufsempfehlungen. Chefwechsel bei US-Krankenversicherer UnitedHealth. Deutsche Euroshop profitiert weiter von niedrigen Zinsen und Zukäufen. SdK sieht Anleihegläubiger von Air Berlin im Nachteil. STADA-Aktie vor Ende des Übernahmeangebotes leicht unter Druck.

Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot (Juni 2017)
Die Top-Positionen von Warren Buffett
KW 32: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 32: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Die Meister-Liste der 1. Fußball Bundesliga
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Deutsche Bank wird optimistischer für deutsche Aktien und sieht beim DAX bis Jahresende noch 3 Prozent Luft nach oben. Was glauben Sie, wie sich der DAX bis zum Ende des Jahres entwickeln wird?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Air Berlin plcAB1000
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
EVOTEC AG566480
CommerzbankCBK100
Lufthansa AG823212
E.ON SEENAG99
Bitcoin Group SEA1TNV9
Allianz840400
K+S AGKSAG88
Siemens AG723610
Amazon906866
TeslaA1CX3T