23.01.2013 18:23
Bewerten
(2)

Wirtschaft warnt London vor EU-Austritt - Hoffen auf Vernunft

DRUCKEN
    BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft hat vor einem möglichen Rückzug Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) gewarnt. Aus Sicht des Industrieverbandes BDI führt der europapolitische Kurs von Premierminister David Cameron geradewegs in die Sackgasse. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa, London würde sich vor allem selbst schaden.

 

    Der DIHK-Chef betonte zugleich: "Auch für uns wäre ein solcher Austritt mit Schmerzen verbunden. Immerhin ist das Land in den Top 5 unserer Handelspartner." Die Exportwirtschaft reagierte eher gelassen, die Privatbanken warnten vor einem gefährlichen Spiel mit dem Feuer. Cameron will die Briten bis spätestens 2017 über den EU-Verbleib abstimmen lassen.

 

    Driftmann zufolge wären bei einem EU-Austritt Londons die Vorteile des Binnenmarktes weg. "Sie müssten eine Vielzahl neuer Handelsabkommen abschließen." Er setzt wie der Außenhandelsverband BGA auf Vernunft: "Ich hoffe daher, dass sich die Briten letztlich für die EU entscheiden."

 

    Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, sagte: "Bis 2017 fließt noch viel Wasser die Themse hinunter." Ein EU-Austritt Großbritanniens - immerhin Deutschlands viertwichtigster Absatzmarkt weltweit - wäre "überaus bedauerlich aber verkraftbar".

 

    Mit großer Sorge würden in erster Linie die verheerenden Auswirkungen für die britische Wirtschaft und der enorme Bedeutungsverlust des Vereinigten Königreiches gesehen. "In dem heutigen Konzert der Weltmächte China und USA wird ein einzelner EU-Staat sich nicht behaupten können", sagte der BGA-Chef.

 

    Zugleich betonte Börner: "Hoffnung macht mir, dass gerade die junge Generation offensichtlich zur EU tendiert." Auch die britische Wirtschaft hätte bis zur Abstimmung ausreichend Zeit, die Vorteile herauszustellen und Politik und Bevölkerung davon zu überzeugen. "Dann allerdings voll oder gar nicht."

 

    Der Präsident des Bankenverbandes, Andreas Schmitz, verwies darauf, dass nur ein geeintes Europa auf internationaler Bühne ein starkes Europa sei. Ein Austritt könnte Errungenschaften des Binnenmarktes gefährden: "Wegen der großen Bedeutung des Finanzplatzes London wäre vor allem der Finanzsektor betroffen." Dies könne sich bei der Regulierung auswirken, die international möglichst einheitlich umgesetzt werden müsse.

 

    BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber betonte: "Die deutsche Industrie wünscht sich ein in Europa aktives Vereinigtes Königreich." Großbritannien habe sich in Europa und weltweit als wichtiger Motor für offene Märkte erwiesen. Aber die EU-Mitgliedschaft sei vor allem auch im britischen Interesse. Dies habe der britische Partnerverband sehr deutlich gemacht./sl/tb/DP/hbr

 

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Vier Gewinneraktien der Autorevolution

Auf der diesjährigen IAA in Frankfurt wurde deutlich: Die Elektromobilität ist nicht mehr aufzuhalten. Alle großen Automobilhersteller stellen ihre Produktionslinien um. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche vier Aktien durch autonomes Fahren und Elektromobilität auf der Gewinnerseite stehen könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt freundlich -- Dow schließt weit im Plus -- eBay-Aktie nachbörslich schwach: Bilanz enttäuscht -- IPO: Neue Varta-Aktien zu Höchstpreisen -- Bitcoin, BVB, Rio Tinto, Zalando, IBM im Fokus

US-Notenbank Fed: Wirtschaft wächst trotz Hurrikanen weiter. PUMA-Aktie legt zu: Prognose nach kräftigen Zuwächsen erneut angehoben. HOCHTIEF legt Gegenangebot für Mautstraßen-Betreiber Abertis vor. Mitsubishi will Absatz kräftig steigern.

Top-Rankings

KW 41: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 41: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Siebenstelliges Jahresgehalt
In diesen Bundesländern leben die Bestverdiener

Umfrage

Die CDU hat rund zwei Prozentpunkte bei der Niedersachsen-Wahl verloren. Nun fordern Konservative Merkels Rücktritt. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
BYD Co. Ltd.A0M4W9
CommerzbankCBK100
Millennial Lithium CorpA2AMUE
Apple Inc.865985
Bitcoin Group SEA1TNV9
Infineon AG623100
GeelyA0CACX
EVOTEC AG566480
Amazon906866
E.ON SEENAG99
Allianz840400
Deutsche Telekom AG555750