08.06.2013 10:04
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Wohnungsboom - Glänzende Aussichten für Immobilienaktien?

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Angeheizt durch die Flucht in "Betongold" mausern sich Immobilienaktien derzeit zu Anlegers Liebling. Mit LEG rückt bald das sechste Unternehmen des derzeit boomenden Sektors in den MDAX (MDAX) - den kleinen Bruder des Dax (DAX) - auf. Die Zahl hat sich damit binnen zwei Jahren verdoppelt. Und mit der Deutschen Annington klopft bereits der nächste MDax-Kandidat ans Börsen-Tor. "Immobilienaktien sind derzeit ein Modethema an der Börse", sagt Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg. Doch Verbraucherschützer mahnen: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

    Derzeit profitieren die Unternehmen von anziehenden Immobilienpreisen und Mieten. Wegen der Inflationsangst - ausgelöst durch die Geldschwemme der Notenbanken - und den niedrigen Zinsen bei anderen Anlagen fließt derzeit viel Geld in den Wohnungsmarkt. "Vor allem Profi-Investoren möchten von Mieterhöhungen, Wertsteigerungen oder Privatisierungserlösen profitieren und kaufen sich verstärkt bei deutschen Unternehmen ein", sagt Sebastian.

    Für Privatanleger können die Papiere eine Chance sein, vom Immobilienboom zu profitieren, auch wenn sie nicht das Geld für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung haben. Experten warnen aber davor, dabei alles auf eine Karte zu setzen. Zudem droht die Gefahr einer Überhitzung des Immobilienmarkts - auch die Politik hat die steigenden Mieten als Wahlkampfthema entdeckt. Der jüngste Boom bei den Immobilienaktien könnte daher bald wieder vorbei sein.

    Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, rät zudem davon ab, gezielt auf einzelne Aktien zu bauen. "Das ist reine Spekulation auf die Entwicklung einzelner Titel." Wer das mache, müsse überzeugt davon sein, wesentliche Informationen wie beispielsweise Bilanzkennziffern oder die Verlässlichkeit zukünftiger Mietzahlungen besser verarbeiten zu können als institutionelle Profis.

    Für Universitäts-Professor Sebastian sind Immobilienaktien allerdings gerade im Vergleich zu anderen Segmenten eher risikoarm. Eine Investition in diese könne daher sinnvoll sein. Anleger sollten sich aber genau anschauen, in welches Unternehmen sie ihr Geld stecken. "Im Speziellen sollten die Investoren bei solchen Unternehmen vorsichtig sein, die eher einem Gemischtwarenladen gleichen und sich nicht auf bestimmte Geschäftsfelder wie etwa Mietwohnungen oder Luxusimmobilien spezialisiert haben."

    Zuletzt konnten vor allem auf Mietwohnungen spezialisierte Anbieter deutlich zulegen. Dies kommt nicht von ungefähr. Denn vorbei sind erst einmal die Zeiten, in denen London der angesagteste Platz in Europa war. Statt dessen führen mit Berlin und München erstmals zwei deutsche Städte nach Einschätzung internationaler Branchenfachleute die Liste der beliebtesten Immobilienmärkte des Kontinents an.

    In deutschen Großstädten seien die im Wohnungsmarkt erreichbaren Renditen im Verhältnis zum Risiko hoch, sagt Analyst Ulf van Lengerich von der Wertpapierhandelsbank Solventis. Und die Mieten dürften seiner Meinung nach noch weiter steigen. Doch gerade wegen der im vergangenen Jahr stark gestiegenen Wohnungskosten in Großstädten könnte die Politik dem einen Riegel vorschieben. So will die SPD ebenso wie die CDU eine Preisbremse bei Neuvermietungen in ihr Wahlprogramm aufnehmen.

    Eine solche Regelung würde den gerade wiederbelebten Wohnungsbau abwürgen, erklärte der Zentrale Immobilien Ausschuss, der die Interessen der Branche vertritt. Der Druck auf die Politik könnte zudem dafür sorgen, dass es so schnell keine weitere Privatisierungen von kommunalen Wohnungen im großen Stil mehr gibt. Das würde dem Markt eine Wachstumshoffnung nehmen, sagte Analyst Georg Kanders vom Bankhaus Lampe.

    Wie schnell sich solche als trügerisch erweisen, zeigt das Beispiel des Bonner Unternehmens IVG (IVG Immobilien). Das einstige Vorzeigeunternehmen hatte vor der Finanzkrise wie wild zugekauft und sich mit Immobilien wie dem Prestigeobjekt "The Squaire" am Frankfurter Flughafen verhoben. Jetzt ist IVG überschuldet und ringt jetzt ums Überleben. Aktionäre haben praktisch alles verloren. Die meisten Analysten haben die Hoffnung auf eine Wende längst aufgegeben. Die US-Bank JPMorgan hatte jüngst das Kursziel auf 1 Cent gesenkt.

    Anders sieht es bei den meisten anderen Immobilienaktien aus - diese sind bei Aktien-Analysten derzeit durchaus en vogue. Seit knapp einem Jahr mehren sich die Kaufempfehlungen für die bereits im MDax gelisteten Papiere Deutsche Euroshop (Deutsche EuroShop), Deutsche Wohnen , Gagfah , GSW Immobilien und TAG Immobilien. Auch bei den im SDax (SDAX) vertretenen Werten wie Alstria (alstria office REIT-AG), DIC Asset, Patrizia oder Prime Office überwiegen die positiven Kommentare. Die Aktienprofis rechnen also damit, dass der Boom erst einmal weitergeht./la/zb/stk

    --- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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17.11.2017Deutsche Euroshop NeutralJP Morgan Chase & Co.
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