von Jens Castner, €uro am Sonntag
Beim peinlichen Versuch, die Berichterstattung über seinen Hauskredit in „Bild“ per Nachricht auf dem Anrufbeantworter von Chefredakteur Kai Diekmann zu unterbinden, holte sich Bundespräsident Christian Wulff eine blutige Nase. Auch Springer-Vorstandschef Matthias Döfner und Mehrheitsaktionärin Friede Springer blieben standhaft.
Die Aktie zeigte in den Jahren 2009 und 2010 ebenfalls Stärke — nur 2011 lief sie überhaupt nicht. Dass der Kursrutsch von über 40 auf 25 Euro übertrieben war, ist an der jüngsten Aufwärtsreaktion abzulesen. Zwar ist der Zeitungsmarkt nach wie vor schwierig, doch Springer hat es verstanden, sich vom nationalen Print- zum internationalen Medienkonzern zu wandeln. Digitale Inhalte spielen eine immer wichtigere Rolle für die Gewinn- und Verlustrechnung des Berliner Unternehmens.
Die starke Position in diesem Wachstumsmarkt ist im aktuellen Kurs nicht hinreichend berücksichtigt, die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von elf und die hohe Dividendenrendite von circa fünf Prozent lassen Spielraum nach oben.
Wunschanalyse: Unter www.finanzen.net können Anleger bis zum 10. Januar abstimmen, welche Aktie an dieser Stelle besprochen werden soll. Zur Auswahl stehen diesmal die fünf besten Nasdaq-Titel 2011.