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12.12.2011 18:52

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XETRA-SCHLUSS/DAX bricht 3,4% ein - Globaler Rückzug aus Aktien

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   FRANKFURT (Dow Jones)--Schwache Wirtschaftsdaten und die gesenkte Umsatzprognose von Intel haben den Dax zu Wochenbeginn kräftig unter Druck gesetzt. Dazu gesellten sich negative Kommentare der Ratingagentur Moody´s auch nach dem EU-Gipfel. Die Warnung vor einer Abstufung drückte massiv auf die Versicherer. Und aus dem Iran wurden Stimmen laut, Manöver in der Strasse von Hormus durchführen zu wollen. Sie ist die wichtigste Route für den globalen Öl-Verkehr. Der DAX brach um 3,4% oder 201 auf 5.785 Punkte ein und schloss damit auf seinem Tagestief.

   "Die Kombination aus Schuldenkrise und schwachen Wirtschaftsdaten der wichtigsten Schwellenländer ist einfach grauenhaft", sagte ein Händler. Damit entfalle auch die Hoffnung, die Schwellenländer könnten die Welt-Konjunktur auffangen. Ein schwacher Außenhandel in China hatte bereits am Morgen die Märkte belastet. Dazu kam der Einbruch der Industrieproduktion in Indien um 5,1% im Oktober. Auch Mexiko meldete, dass seine Produktion im Oktober nur 3,3% statt erwarteter 3,8% zulegen konnte. "Damit sind die Erholungshoffnungen für die USA Makulatur, weil Mexiko ein wichtiges Barometer als Lieferant von Vorleistungen für die USA ist", so der Händler.

   Die Intel-Warnung vor schwächeren Umsätzen im vierten Quartal tat dann ihr übriges, nachdem vergangene Woche bereits Texas Instruments und in der Chemie-Industrie DuPont gewarnt hatten. "Das globale Risk-Off geht weiter", kommentierte ein Händler den Rückzug der Anleger aus riskanteren Anlage-Klassen wie Aktien, Devisen bis hin zu Rohstoffen. Der Euro fiel fast zwei Cent auf 1,32 USD. Kupfer und Gold verloren rund 3%, Gold fiel unter die 1.700er-Marke. Nur deutsche Renten profitierten und zogen deutlich an.

   Nach dem zunächst positiv kommentierten EU-Gipfel vom Freitag hat nun Ernüchterung eingesetzt. Zwar seien Fortschritte in die richtige Richtung erzielt worden, die Schuldenkrise bleibe aber ungelöst, hieß es im Handel. Noch für geraume Zeit werde nur die Europäische Zentralbank (EZB) den Bestand der Eurozone garantieren können. Bei den Rating-Agenturen bleibt damit offen, ob sie die Eurozone-Länder herunterstufen werden. So erklärte Moody's, dass die Politik bislang keine "entscheidenden" Maßnahmen zur kurzfristigen Stabilisierung der Finanzmärkte getroffen habe. Daher drohten in der Eurozone und der gesamten EU weitere "Schocks", und auch der Zusammenhalt des Gemeinsamen Währungsgebiets bleibe gefährdet.

   Noch dazu schwebt mit der Herabstufungsdrohung von Standard & Poor's (S&P) ein Damoklesschwert über den Börsen. Die Rating-Agentur hatte Anfang vergangener Woche angekündigt, nach den Ergebnissen des EU-Gipfels über die Bonität von 15 der 17 Staaten des Gemeinsamen Währungsgebiets zu entscheiden. Kaum inspiriert zeigten sich die Aktienmärkte daher von der guten Nachfrage nach italienischen und französischen Staatsanleihen.

   Eine drohende Abstufung der Versicherer setzte alle Titel unter Druck. Allianz brachen um 6,5% auf 74,24 EUR ein und Munich Re fielen um 4,2% auf 91,04 EUR. Die Ratingagentur Standard & Poor`s (S&P) hatte Freitagabend zahlreiche Versicherer der Eurozone auf "CreditWatch" mit negativem Ausblick gesetzt. Betroffen sind unter anderem Allianz. Auch Banken litten unter kräftigen Abgaben. Deutsche Bank fielen um 5,5% auf 27,97 EUR, Commerzbank um 7,8% auf 1,22 EUR.

   Konjunkturzykliker litten unter den Wirtschaftsdaten aus China und Indien. BASF fielen um 4,3%, Daimler um 3,2%, Lufthansa um 5,2% und ThyssenKrupp 4,7%. ThyssenKrupp konnten damit nicht vom Verkauf der Hamburger Werft Blohm & Voss profitieren. Bayer verloren 3,3% auf 45,82 EUR. In einem Interview deutete CEO Marijn Dekkers an, sowohl im Pharma- als auch im Kunststoffgeschäft gerieten die Margen unter Druck. Linde verloren nur 1,9% auf 108,55 EUR. Hier stützte eine Kaufempfehlung durch die Citigroup. Auch Deutsche Post gaben nur um 1,3% nach auf 10,70 EUR. Das Papier profitierte von einem Artikel in der "FTD" über die Zahlung einer Sonderdividende.

   E.ON verloren 4,6% auf 17,00 EUR, nachdem Merrill Lynch die Aktie auf "Neutral" von "Kaufen" gesenkt hat. RWE gaben im Gefolge um 4,3% auf 26,75 EUR nach. Ein Teil der Verluste bei RWE sei allerdings auf Verkaufüberhänge seit der Kapitalerhöhung vergangene Woche zurückzuführen gewesen, hieß es.

   Rheinmetall verloren 2,1% auf 33,54 EUR trotz eines möglichen Rüstungs-Auftrags des australischen Verteidigungsministeriums. "Mit 1,4 Mrd EUR ist das Volumen hoch", so ein Marktteilnehmer mit Blick auf einen Bericht der Zeitung "The Age".

   Die Fraport-Zahlen für November lagen nach Ansicht eines Marktteilnehmers zwar im Trend, als konjunktursensibler Titel gab die Aktie jedoch um 4% auf 37,68 EUR nach.

DJG/mod/ros (END) Dow Jones Newswires

   December 12, 2011 12:22 ET (17:22 GMT)

   Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 22 PM EST 12-12-11

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