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09.10.2008 18:33

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XETRA-SCHLUSS/DAX unter 5.000 Punkten - Versorger brechen ein

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   FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach vorübergehenden Erholungsansätzen wieder deutlich nachgegeben. Händler sprachen von einem von Angst geprägten Geschäft. Mit der im frühen US-Handel fallenden Wall Street sei auch der deutsche Markt unter Druck geraten. Der Dax fiel um 2,5% oder 127 Punkte auf 4.887. Im Tagesverlauf war er bis auf 5.154 Punkte gestiegen und markierte bei 4.804 Punkten ein neues Jahrestief. Umgesetzt wurden DAX-Titel auf Xetra im Wert von rund 7,84 (Vortag: 11,34) Mrd EUR.

   "Hier wird eine Rezession eingepreist", sagte ein Marktteilnehmer. Heino Ruland von FrankfurtFinanz Partners errechnet auf Grundlage wahrscheinlicher Gewinnrückgänge für den DAX 2009 einen fairen Wert von 3.883 Punkten. "Die Lage ist trotz der sicher psychologisch wichtigen geldpolitischen Lockerungen vom Vortag weiter so fragil, dass bereits die kleinste negative Nachricht zu einer Talfahrt führt", meinte ein Händler.

   Zudem bleibe eine der Hauptursachen für die Refinanzierungsprobleme der Banken und damit auch anderer Unternehmen, nämlich das fehlende Vertrauen der Kreditinstitute untereinander, nach wie vor bestehen: "Das kann man eben nicht einfach verordnen."

   Aus charttechnischer Sicht ist der DAX im Bereich von 4.750 Zählern unterstützt, auf Widerstand trifft er auf dem Niveau von 5.300 Stellen. In der zweiten Reihe zog der MDAX um 0,1% bzw 7 Punkte auf 5.712 an, der TecDax legte um 1,6% oder 9 Zähler auf 543 zu.

   Die stärksten Verluste mussten die schwer gewichteten Versorger hinnehmen. Hier belastet ein Bericht des "Handelsblatt" über Schwierigkeiten bei der russischen E.ON-Tochter OGK-4. Demnach wechselt E.ON dort den Generaldirektor und einen seiner Stellvertreter aus. Zwei weitere Stellvertreter sollen in den kommenden Wochen gehen. Das Unternehmen begründete die Schritte der Zeitung zufolge zum einen damit, dass das alte Management nicht wie gewünscht mitgezogen habe. Zum anderen soll es zu Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen gekommen sein.

   Michael Schäfer, Analyst bei equinet, rät jedoch dazu, dieses Problem "nicht zu hoch zu hängen". "Angesichts des Kaufpreises und der Tatsache, dass es sich bei OGK-4 um eines der besten Assets handelt, das am russischen Energieversorgungsmarkt zu bekommen war, hat die Beteiligung natürlich schon strategische Bedeutung. Deshalb schauen auch viele Investoren und Analysten auf die dortige Entwicklung", sagt er. Operativ allerdings werde der Beitrag des russischen Unternehmens zum E.ON-Konzern-EBITDA seiner Schätzung nach ab 2011 nur bei 3% bis 5% liegen. E.ON brachen um 10,7% auf 28,25 EUR ein, RWE fielen um 8% auf 58,97 EUR.

   Verluste musste auch die defensiven und bislang recht robusten Pharmawerte sowie die Telekom hinnehmen. Dagegen konnten sich zumindest einige Bankenwerte dem Abärtstrend entziehen. Händler verwiesen auf die konzertierte Zinssenkung der wichtigsten Notenbanken am Vortag.

   Darüber hinaus wurden die Papiere durch die nunmehr zusätzlich geschnürten Rettungspakete für den Sektor gestützt. So haben die Regierungen Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs für Dexia ein zweites Rettungspaket in Form staatlicher Garantien vorgelegt, das bis Ende Oktober 2009 gelten wird. "Das beruhigt hinsichtlich der Liquiditätslage", so ein Händler.

   Commerzbank legten vor diesem Hintergrund um 8% auf 10,76 EUR zu, Hypo Real Estate stiegen um 7% auf 4,41 EUR und Postbank um 1,9% auf 26,49 EUR. Auch für einige der zuletzt herb abgestraften Zykliker ging es nach oben. ThyssenKrupp stiegen um 2,8% auf 16,75 EUR und MAN verteuerten sich um 1,8% auf 39,74 EUR. Siemens erholten sich nach dem Rückschlag am Vortag um 3,2% auf 50,65 EUR.

   Infineon litten unter rückläufigen Umsätzen von Inotera. Das mit Nanya Technologies betriebene Gemeinschaftsunternehmen hat für September Umsatzrückgänge von 18% im Jahresvergleich mitgeteilt. Dies unterstreicht nach Ansicht von Marktteilnehmern die konjunkturelle Verschlechterung. Infineon brachen um 13,7% auf 3,18 EUR ein.

   Im MDAX konnten sich einige der zuletzt arg gebeutelten Zykliker erholen. Salzgitter steigen im Sog der europäischen Stahlwerte um 6,2% auf 54,51 EUR. Premiere gewannen im Rahmen einer technischen Erholung 17,7% auf 2,73 EUR. Zudem stuften die Analysten von Sal. Oppenheim die Aktie auf "Buy" von "Hold".

   Arcandor konnten sich gegen den fallenden Gesamtmarkt stemmen. Hier stützte die Meldung eines "Zukunftpakets", das Einsparungen bei den Personalkosten vorsieht. Die Aktie legte um Kurs 8,3% auf 1,70 EUR zu.

   Im TecDAX erholten sich Wirecard um 27,7% auf 4,34 EUR. Das Unternehmen, dem Anlegerschützer bilanzielle Ungereimtheiten vorgeworfen hatten, veröffentlichte das Ergebnis einer Prüfung der Zahlen für 2007 durch die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young. Der Mitteilung zufolge sind von den Prüfern "einzelne Punkte angesprochen worden".

   Insgesamt hätten sich aber keine Hinweise auf irreführende Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht 2007 ergeben. Besonders die Formulierung, dass die Aussagekraft beziehungsweise Richtigkeit der Bilanz nicht wesentlich beeinträchtigt ist, sei schwammig, monierte allerdings ein Händler. Bechtle stiegen um 13,4% auf 11,00 EUR. Das High-Tech-Unternehmen bestätigte den Ausblick auf das Gesamtjahr und startete ein Aktienrückkaufprogramm.

DJG/mif/raz (END) Dow Jones Newswires

   October 09, 2008 12:29 ET (16:29 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 29 PM EDT 10-09-08

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