FRANKFURT (Dow Jones)-- Etwas fester nach sehr ruhigem Geschäft ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag aus dem Handel gegangen. Der Dax stieg um 0,4% oder 23 auf 5.687 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 66,7 (Vortag: 87,4) Mio Aktien im Wert von rund 2,33 (Vortag: 2,69 ) Mrd EUR. Nach der Quartalszahlenschwemme am Vortag habe sich der Markt eine Ruhepause gegönnt, hieß es. Impulse von außen gab es kaum, lediglich von ThyssenKrupp und aus der zweiten und dritten Reihe kamen noch einige Bilanzdaten. Die Berichtssaison zum dritten Quartal ist damit zum großen Teil abgearbeitet.
Auch der enttäuschende Index zum US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan setzte den Aktienmarkt nur kurzzeitig unter Druck. Mit 66,1 lag der Index deutlich unter der Erwartung von 71,0 und auch unter dem Oktober-Wert von 70,6. Der Markt beruhigte sich danach jedoch schnell. "Übergeordnetes Thema ist einfach die Liquiditätsschwemme, und schlechte Daten wie die hier bestätigen dem Markt, dass er weiter darauf setzen kann", sagte ein Händler. Aus technischer Sicht bleibt weiter der Bereich um 5.700 Punkte ein Widerstand für den DAX. Unterstützung wird bei 5.570 Punkten gesehen.
ThyssenKrupp legten nach überraschend vorgezogenen Geschäftszahlen um 1,2% auf 23,84 EUR zu. Trotz hohen Verlustes war das operative Ergebnis besser als befürchtet ausgefallen. Siemens stiegen nach einer Kurszielerhöhung auf 75 EUR durch J.P. Morgan um 0,2% auf 63,85 EUR. K+S setzten ihre von Leereindeckungen getriebene Erholung vom Vortag fort und gewannen 0,8% auf 38,80 EUR. Fresenius Medical Care wurden von Umschichtungen in defensive Titel um 2,1% auf 35,96 EUR getrieben.
Im Blick der Anleger stand auch der Automobilsektor: Mit einem Minus von 1,9% auf 96,40 EUR ging es für VW erneut nach unten. Auch gute Absatzzahlen konnten der Aktie nicht helfen. Die Titel litten unter dem Gewichtsverlust im MSCI-Index. Der Kurs war wegen des Verlusts zum 30. November bereits am Donnerstag unter Druck geraten. Die Porsche-Geschäftszahlen lagen indes im Rahmen der Erwartungen. "Im Markt ist ein Verlust von bis zu 5 Mrd EUR erwartet worden", so ein Händler. 4,4 Mrd EUR seien es nun geworden. Die Aktie gab um 1,1% nach auf 51,80 EUR.
Bei den MDAX-Titeln sprangen IVG um 9,5% auf 7 EUR glatt nach besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen. Die Verluste seien wesentlich stärker zurückgegangen als erwartet, so ein Händler. Nach Zahlenveröffentlichung stiegen auch Bauer um 5,6% auf 29,46 EUR, obwohl Umsatz und EBIT unter den Erwartungen lagen. Immerhin habe Bauer den Ausblick bekräftigt, hieß es zur Begründung.
Unter Druck standen Klöckner & Co mit einem Verlust von 6,1% auf 15,88 EUR. Der Drittquartalsumsatz habe um 5% unter der Konsensschätzung gelegen, kommentierte die LBBW. Aus dem Absatz von 1,033 Mio Tonnen errechneten die Analysten einen Verkaufspreis von durchschnittlich 904 EUR je Tonne Stahl. Damit lag der Verkaufspreis um 411 EUR niedriger als im Vorjahr.
Von schwachen Drittquartalszahlen und einem ebenso schwachen Ausblick sprachen Händler mit Blick auf Medigene. "Die Gesamterlöse liegen im dritten Quartal am unteren Rand der Analystenschätzungen, das Nachsteuerergebnis sogar unter dem unteren Rand der Prognosen." Die Aktie legte dennoch 0,5% zu auf 3,95 EUR, auch Roth & Rau stiegen nach Quartalsdaten 1,8% auf 23,06 EUR.
DJG/mod/gei
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November 13, 2009 11:56 ET (16:56 GMT)
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