FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einem Verlust von mehr als 300 Punkten in nur vier Handelstagen hat sich der Dax am Donnerstag ein wenig erholt. In den letzten eineinhalb Stunden des Xetra-Handels halfen überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA den Kursen auf die Sprünge. Zum Schluss des Xetra-Handels stand für den Leitindex ein Plus von 0,8% oder 38 Punkten auf 4.837 zu Buche. Der MDAX legte um 0,5% und der TecDax um 1,2% zu.
Der Frühindikator der Notenbank von Philadelphia hat im Juni mit einem Wert von minus 2,2 die Konsensprognose von minus 18 weit übertroffen. Für neue Zuversicht unter Anlegern sorgte vor allem, dass sich mit den Auftragseingängen und den Auslieferungen der Unternehmen die produktionsnahen Komponenten der Umfrage kräftig erholt haben. "Hoffnungen auf eine konjunkturelle Stabilisierung in den kommenden Monaten werden gestützt", kommentierte die Helaba.
Die Umsätze gaben nach: Auf dem Handelssystem Xetra wurden insgesamt 119,2 Mio DAX-30-Aktien im Volumen von 2,9 Mrd EUR umgesetzt. Am Mittwoch waren es rund 142,9 Mio Aktien im Wert von rund 3,52 Mrd EUR. Aus technischer Sicht ist der DAX an der Durchschnittslinie der vergangenen 200 Handelstage bei 4.750 Punkten unterstützt. Ein Widerstand liegt bei 5.000 Punkten.
BASF verloren 1% auf 28,98 EUR. Es gebe keinen Grund zu glauben, dass "wir aus der Talsohle draußen sind", sagte CEO Jürgen Hambrecht am Vorabend auf einer Veranstaltung. Nach zahlreichen negativen Analystenkommentaren verloren K+S weitere 2,2% auf 41,49 EUR, nachdem die Aktie am Mittwoch nach einer Gewinnwarnung bereits um 14% eingebrochen war.
HeidelbergCement haussierten um 17,4% auf 31,09 EUR. Der hochverschuldete Baustoffhersteller hat die dringend notwendige Neuordnung seiner Finanzstruktur perfekt gemacht und sich darüber mit den mehr als 50 internationalen Gläubigerbanken geeinigt.
Europas Bankenaktien zogen am Nachmittag an. Deutsche Bank schlossen 3,5% höher bei 44,40 EUR. Händler berichteten von Spekulationen, die Europäische Zentralbank werde den Geldhäusern in der kommenden Woche mit Blick auf den näher rückenden Halbjahres-Ultimo zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen. Auch im Vormittagshandel an Wall Street zählten Banken zu den Gewinnern.
Hannover Rück stiegen um 1,9% auf 25,33 EUR, nachdem die Aktie in den vergangenen vier Wochen um fast 15% nachgegeben hat. Mit Allianz (+2,9%) und Münchener Rück (+2,4%) schlossen zwei weitere Versicherer sehr fest. Laut Händlern stützte eine Kaufempfehlung der Aktien des niederländischen Versicherers ING Group durch Goldman Sachs den gesamten Sektor.
Metro gaben dagegen um 0,3% auf 36,11 EUR nach. Etwas belastend für Metro werteten Händler Aussagen von Arcandor, die Warenhausfusion habe "nicht erste Priorität". Arcandor zogen dagegen um 8,7% auf 0,75 EUR an. Das Amtsgericht Essen wird bis Freitag kein Insolvenzverfahren über Arcandor eröffnen. Damit könnte die Aktie vorerst im MDAX bleiben. Nach Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in der vergangenen Woche war spekuliert worden, die Arcandor-Aktie könne bereits zum Verkettungstermin am Montag aus dem MDAX entfernt werden.
Pfleiderer-Aktien brachen nach einer Gewinnwarnung des Herstellers von Holzwerkstoffen um 11,4% auf 4,35 EUR ein. In der dritten Reihe brachen Vivacon-Aktien um 20,2% auf 0,71 EUR ein. Vier Objektgesellschaften der Immobiliengruppe melden Insolvenz an.
Die am Mittwoch um 8,7% eingebrochenen Papiere des Software-Unternehmens IDS Scheer erholten sich um 8,5% auf 10,50 EUR und machten somit den Vortagesverlust fast komplett wieder wett. Aixtron gewannen 7,4% hinzu und MorphoSys verteuerten sich um 6,1%.
DJG/bek/ros
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June 18, 2009 12:04 ET (16:04 GMT)
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