FRANKFURT (Dow Jones)--Nach ruhigem, aber volatilem Verlauf hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag nahezu unverändert geschlossen. Der Dax verlor einen Punkt auf 4.738. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 142,5 (Vortag: 126,3) Mio Aktien im Wert von rund 3,84 (Vortag: 3,30) Mrd EUR. Der kleine Verfall habe zu dem eher richtungslosen Geschäft entscheidend beigetragen, meinte ein Händler. Erst am Montag werde es wohl wieder zu einer klareren Tendenz kommen, hieß es.
Die zahlreichen Konjunkturdaten aus den USA vermochten dem Markt keinen neuen Impulse verleihen, obwohl sie teilweise besser als erwartet ausgefallen waren. So übertraf der Empire State Index, der die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe in der New Yorker Region widerspiegelt, die Erwartungen deutlich und näherte sich mit einem Stand von -4,6 allmählich der "Nulllinie", die die Grenze zwischen schrumpfenden und expandierenden Geschäftsaktivitäten markiert. Allerdings zeigte sich der Subindex der Auftragseingänge rückläufig.
Auch das Vertrauen der US-Verbraucher hat nach dem Index der Universität Michigan im Mai weiter zugenommen. "Angesichts der schwachen Arbeitsmarktentwicklung und noch fallender Hauspreise dürfte der private Konsum vorerst straucheln. Mit einer nachhaltigen Erholung ist frühestens gegen Jahresende zu rechnen, wenn die belastenden Effekte vom Arbeitsmarkt und Immobilienmarkt allmählich abnehmen sollten", kommentierte eine Volkswirtin der Postbank die Daten.
Auf der Liste der Gewinner stehen die Finanzwerte, die von den guten Vorgaben aus den USA und Asien profitierten. So legten Commerzbank am Tag der Hauptversammlung um 2,8% auf 5,14 EUR zu. Durch die Übernahme der Dresdner Bank rechnet das Kreditinstitut mit Kostensynergien von jährlich 2,1 Mrd EUR ab 2012. Für das Jahr 2010 bezifferte Vorstandsvorsitzende Martin Blessing die Kostensynergieen auf 0,8 Mrd EUR und für 2011 auf 1,6 Mrd EUR.
Gesucht waren auch Deutsche Börse, die um 6,4% auf 60,17 EUR anzogen und damit ein neues Jahreshoch markierten. Damit setzte die Aktie ihre Aufwärtsbewegung fort. K+S rückten sogar um 7% auf 47,99 EUR vor. Dow Chemical habe von guter Nachfrage bei ihrer Agro-Sparte gesprochen, merkte ein Händler an. Die Preise für Agrargüter seien zuletzt wieder gestiegen und Indien wolle zudem mehr Düngemittel importieren, hieß es weiter.
MAN legten um 3,6% auf 46,23 EUR zu. Die Aktie hatte bereits am Donnerstag mit Aussagen von Ferdinand Piech, Aufsichtsratsvorsitzender von VW, zugelegt. "Wenn Piech MAN als elftes Bein in einem neuen Konzern haben will, wäre eine Übernahme noch vor der Fertigstellung der neuen Struktur sinnvoll", sagt ein Händler. Ein Übernahmepreis könne Richtung 60 EUR gehen, meint er. VW wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern, die Aktie verlor 1% auf 220,31 EUR.
Dagegen mussten defensive Werte aus den Bereichen Versorgung und Pharma Abgaben hinnehmen. E.ON etwa gaben 2% auf 23,59 EUR nach. Kräftig nach oben ging es im MDAX, wo sich die zuvor stark gefallenen zyklischen Werte erholten. "Summa summarum leicht negativ", kommentierte ein Händler die Zahlen von Bauer zum ersten Quartal. Zwar habe das MDAX-Unternehmen mit EBIT und Nachsteuerergebnis positiv überrascht. Deutlicher als befürchtet sei jedoch das Minus von 50% beim Auftragseingang ausgefallen, so Händler. Bauer verloren 2,7% auf 29,04 EUR.
ProSiebenSat.1 lagen weiter im Aufwind. Die Ertragslage habe sich im ersten Quartal deutlich besser entwickelt als erwartet, was zu Anschlusskäufen geführt habe, meinte ein Händler. Die Aktie gewann 3% auf 3,48 EUR. Klöckner profitierten von einem positiven Kommentar von J.P. Morgan und rückten um knapp 10% auf 12,15 EUR vor.
Die Aktien der Hamburger Hafen AG fielen im Handelsverlauf deutlich zurück. Vor allem die Erwartung eines anhaltenden Umsatz- und Gewinnrückgangs habe die Aktie belastet, meinte ein Händler. Die Aktie gab 4,6% auf 25,75 EUR nach.
"Deutlich besser als erwartet", stufte LBBW-Analyst Hanns Frohnmeyer die Zahlen von MediGene zum ersten Quartal ein. Sorge bereite auf den ersten Blick zwar der auf 16,6 Mio EUR zurückgegangene Bargeldbestand, allerdings könne das Unternehmen aufgrund eines Backup-Abkommens 25 Mio EUR in Tranchen abrufen. Die Aktie verlor dennoch 3,4% auf 4,54 EUR.
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May 15, 2009 12:27 ET (16:27 GMT)
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