FRANKFURT (Dow Jones)--Mit leichter Tendenz, aber gut erholt von den Tagestiefs, sind die deutschen Aktien am Mittwoch aus der Handelswoche gegangen. Der Dax büßte 0,7% oder 38 auf 5.069 Punkte ein. Fehlende Unternehmensnachrichten und dünne Umsätze sorgten für einen lustlosen Handel. Die Erholung der US-Börsen am Nachmittag zog dann auch den DAX wieder mit nach oben. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 84,7 (Vortag: 67,4) Mio Aktien im Wert von rund 2,17 (Vortag: 1,84) Mrd EUR.
Die US-Konjunkturdaten konnten indes keine Impulse liefern: Das US-Verbrauchervertrauen hat sich gemäß den vorläufigen Angaben der Uni Michigan im Juni leicht verbessert. Der entsprechende Indikator kletterte auf 69 von 68,7 Punkte, womit er aber leicht unter den Erwartungen blieb. Damit hat sich der Index zum vierten Mal in Folge aufgehellt und kommt dem Stand von September 2008 wieder nahe. "Insgesamt spricht das Verbrauchervertrauen auf dem inzwischen erreichten Niveau immer noch für einen sehr schwachen privaten Konsum", meinte eine Volkswirtin.
Der Anstieg der US-Importpreise ist im Mai etwas gedämpfter verlaufen als erwartet, wobei auch die Entwicklung im Vormonat schwächer als zunächst berichtet war. Wie das US-Arbeitsministerium am Freitag mitteilte, stiegen die Einfuhrpreise im Mai auf Monatssicht um 1,3%. "Unterm Strich sind die Importpreise derzeit ein Spielball der Ölpreise. Lässt man die Ölpreisentwicklung außen vor, ist kein Inflationsdruck auszumachen", so ein Volkswirt. Charttechnisch unterstützt ist der DAX nun um 5.040 Punkte.
Überdurchschnittliche Kursgewinne wiesen nur defensive Titel auf, Zykliker wie Stahlwerte standen unter Abgabedruck. Merck profitierten von Aussagen von der taiwanesischen Corning Display Technologies. Das Unternehmen geht nun von einer 5% bis 10% höheren Nachfrage durch LCD-Hersteller aus. Von dieser Aussage profitiere die Flüssigkristall-Sparte von Merck, hieß es. Merck legten um 2,1% zu auf 73,48 EUR. Für Fresenius Medical Care ging es um 1,8% auf 31,20 EUR nach oben.
Stahlwerte wurden indes abverkauft, seitdem sich bei den Erz-Minen eine Monopolisierung abzeichnet. "Es ist schon kritisch zu hinterfragen, wenn die beiden Anbieter Vale und das Joint-Venture von Rio und BHP rund 70% des Eisenerzes fördern" so ein Händler. Sowohl Thyssen wie auch Salzgitter müssen sich auf dem Weltmarkt mit Eisenerz eindecken, während Wettbewerber ArcelorMittal zuletzt in eigene Minen investiert hatte. ThyssenKrupp verloren 2,6% auf 20,02 EUR, Salzgitter 3% auf 66,30 EUR.
Für Deutsche Telekom ging es nach einer Heraufstufung des Wettbewerbers BT Group und der folgenden freundlichen Sektor-Tendenz in Europa um 1,2% auf 8,08 EUR nach oben. BASF legten um 0,4% zu auf 31,59 EUR, nachdem Goldman Sachs die Aktie auf "Buy" von "Neutral" angehoben hatte.
Unter den Verlierern fanden sich VW mit minus 2,6% auf 247,90 EUR und Deutsche Börse. Die Aktie der Börsenbetreiberin sank um 4,1% auf 58,25 EUR, nachdem die Wertpapierverwahrungs-Tochter Clearstream einen Rückgang der verwalteten Papiere um 6% vermeldet hatte.
In der zweiten Reihe sprangen Arcandor um 8,6% auf 0,76 EUR. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland", demzufolge die Karstadt-Kaufhäuser im ersten Geschäftshalbjahr einen operativen Gewinn von 7 Mio EUR erwirtschaftet haben. ProSiebenSat.1 verteuerten sich um 6,3% auf 4,39 EUR. Die Aktien profitierten von einer Heraufstufung auf "Buy" von "Hold" durch die Deutsche Bank. Das Kursziel hat der Analyst gleich auf 7 EUR von 1,70 EUR erhöht.
DJG/mod/gei
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June 12, 2009 12:04 ET (16:04 GMT)
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