FRANKFURT (Dow Jones)--Am deutschen Aktienmarkt ist es am Mittwoch zu einer kleineren Korrektur gekommen. Der Dax fiel um 1,2% oder 64 Punkte auf 5.353 Punkte und schloss damit nur rund 20 Punkte über seinem Tagestief. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra zur Wochenmitte rund 102,6 (Vortag: 84,0) Mio Aktien im Wert von rund 3,04 (Vortag: 2,61) Mrd EUR. Die Kursverluste führten Marktteilnehmer unter anderem auf den etwas schwächer als erwartet ausgefallenen ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe der USA zurück.
Die US-Dienstleister haben im Juli ihre Talfahrt überraschend beschleunigt. Der gewichtete Sammelindex für die Geschäftsaktivität im nicht-verarbeitenden Gewerbe der USA sank auf 46,4 Punkte. Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg auf 48,2 erwartet. Allerdings sei dies nur die halbe Wahrheit, denn der Rückgang sei eher gering ausgefallen. Zudem habe der Indikator im Juni einen großen Sprung gemacht, auf den nun eine Korrekturbewegung gefolgt sei.
Schwerer wiegte daher wohl das erneute Scheitern des S&P-500 an der Marke von 1.000 Punkten, so ein Marktteilnehmer. Dies zeige, dass der Aufwärtsbewegung langsam aber sicher ein wenig die Kraft ausgehe und die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen gestiegen sei. Es könnte daher durchaus sein, dass sich die Korrekturbewegung in den kommenden Tagen bis in den Bereich von 5.100 bis 5.200 Punkten ausweiten werde, ohne dass dies an dem übergeordnet positiven Trend etwas ändern würde.
"Es stehen einfach noch zu viele institutionelle Investoren unter Performance-Druck", sagte ein Händler. Keine größeren Impulse gingen von dem leicht unter der Prognose liegenden ADP-Arbeitmarktbericht aus. Hier war die Abweichung von den Erwartungen nicht groß genug.
Größter Gewinner im DAX waren Lufthansa, die sich um 6,6% auf 10,19 EUR verteuerten. Händler begründeten dies mit charttechnischem Nachholpotenzial. Als positives Signal wurden auch die Aussagen von Cathay Pacific Airways gewertet. Die Gesellschaft geht davon aus, dass das Passieraufkommen einen Boden erreicht hat.
Henkel verbesserten sich um 3,3% auf 26,34 EUR. "Exzellent, rein gar nichts zu mäkeln", kommentierte Lutz Grueten, Analyst bei Kepler Capital Markets, die Henkel-Quartalszahlen. Allerdings stelle sich Frage der Nachhaltigkeit. Denn das Unternehmen habe im zweiten Quartal extrem von sinkenden Rohstoffpreisen profitiert.
Für adidas ging es nach dem Bericht für das vergangene Quartal um 5,9% auf 32,23 EUR nach oben. "Auf den ersten Blick besser als erwartet, der zweite Blick zeigt aber, dass die Probleme bleiben", so NordLB-Analystin Martina Noß. So sei die Bruttomarge auf 45% von 50,1% im Vorjahr gesunken. Dass die Aktie dennoch zulegte, begründeten Händler mit Eindeckungskäufen, nachdem viele Investoren vor den Zahlen auf sinkende Kurse gesetzt hätten.
Deutsche Börse verloren nach dem Quartalsbericht 6,5% auf 52,98 EUR. "Ein Gewinneinbruch war zwar erwartet worden, weil jeder die Xetra-Umsätze mitzählt", sagte ein Händler. "Allerdings war das schon deftig und dürfte einige überrascht haben". Zudem zeige sich der massive Verlust von Marktanteilen an die privaten elektronischen Handelsplattformen. Belastend sei zudem, dass die Kostenprognose gleichgeblieben sei und das Aktienrückkaufprogramm verschoben worden sei.
In MDAX und SDAX verbuchten die Immobilienwerte kräftige Gewinne. Händler sprachen von Nachholpotenzial. Zudem seien die Werte in einigen Börsenbriefen und Anlegerforen empfohlen worden. Auch die Zeichen einer Stabilisierung am US-Immobilienmarkt seien erfreut aufgenommen worden, obwohl die Lage natürlich nicht eins zu eins übertragbar sei. IVG stiegen hier um 10,9% auf 5,71 EUR.
Premiere rückten um 8,9% auf 3,43 EUR vor. Der US-Medienkonzern News Corp hatte überraschend seinen Anteil an dem Bezahlfernsehsender erhöht. Wie News Corp am Mittwoch mitteilte, hat sich der Konzern weitere Premiere-Anteile gesichert und damit seine Beteiligung auf 39,96% aufgestockt. Zuvor hielt News Corp 30,5%. News Corp ist Eigentümer von Dow Jones, dem Herausgeber dieser Nachrichtenagentur. ProSieben gewannen im Vorfeld der Quartalszahlen 10,5% auf 5,37 EUR.
Solon verbilligten sich um 4,8% auf 10,64 EUR. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens von Silicium de Provence, an dem es beteiligt ist, in Höhe von 52 Mio EUR vorzunehmen.
DJG/mif/ros
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August 05, 2009 12:23 ET (16:23 GMT)
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