FRANKFURT (Dow Jones)--Sehr fest ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Der Dax legte um 2% oder 97 auf 4.905 Zähler zu. Bei umsatzarmen Geschäft standen vor allem Konjunkturdaten im Fokus. Nach dem wichtigen ISM-Index aus den USA entschied sich der Markt für eine positive Interpretation der Datenlage. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 109,6 (Vortag: 87,9) Mio Aktien im Wert von rund 2,34 (Vortag: 2,14) Mrd EUR.
Der ISM-Index zur Situation im Verarbeitenden Gewerbe in den USA stieg leicht auf 44,8 und traf damit die meisten Analystenerwartungen. Positiv wurden Aussagen des Instituts aufgenommen, eine "langsame Erholung des Produktionssektors forme sich heraus". Vor allem gefielen jedoch die Subkomponenten Beschäftigung und Produktion, die über Erwarten zulegten. Davor war der ADP-Arbeitsmarktbericht noch mit Ernüchterung aufgenommen worden: ADP vermeldete im Juni einen Job-Verlust von 473.000 Stellen, erwartet waren nur 400.000 Stellen. Der Markt wertete die ISM-Aussagen jedoch als repräsentativer als die von ADP. Dennoch wird nun mit Spannung auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Donnerstag gewartet.
Auch die anderen Konjunkturdaten fielen gemischt oder widersprüchlich aus. So erschreckten die VDMA-Auftragseingänge für den deutschen Maschinenbau. Sie zeigten einen Einbruch der Auslandsaufträge im Mai gegenüber dem Vorjahr um 51%. Etwas aufgehoben wurde dies nur durch den Einkaufsmanager-Index aus China, der einen Anstieg der Export-Bestellungen anzeigte. Die US-Daten zum Verkauf bestehender Häuser zogen im Mai leicht an, jedoch gingen die Bauausgaben zurück. Beides war von Analysten erwartet worden. Technische Analysten sehen den DAX bei 4.800 Punkten unterstützt.
Commerzbank haussierten um 18,6% auf 5,25 EUR. Den Auslöser sahen Händler im neuen Gesetz zu den "Bad Banks". Damit könne die Commerzbank toxische Vermögenswerte eventuell höher bewerten. Da der Stichtag voraussichtlich auf den 30. Juni 2008 vorgezogen wird vom 31. März 2009, wäre eine Bewertung dieser Papiere zu den damals höheren Kursen möglich. Auch die Postbank wäre ein Profiteur dieser Regelung, die Aktien sprangen um 8,8% auf 19,71 EUR.
Metro profitierten von guten Einzelhandelsdaten aus Deutschland und positiven Aussagen zur Umsatzentwicklung der britischen Marks & Spencer. Der deutsche Einzelhandel hat im Mai überraschend mehr umgesetzt als im Vormonat. Saison- und kalenderbereinigt stieg der Umsatz um real 0,4% gegenüber April, Ökonomen hatten eine Stagnation des Umsatzes auf Vormonatsniveau erwartet. Metro stiegen 6,2% auf 36,14 EUR. Von der Hoffnung auf verbesserte Konsumlaune profitierten auch Henkel, die um 5,3% auf 23,40 EUR zulegten.
ThyssenKrupp stiegen um 3,6% auf 18,33 EUR. Händler verwiesen auf Berichte der "FTD" und der "Börsen-Zeitung", nach denen ThyssenKrupp Preiserhöhungen in den Verhandlungen mit der Automobilindustrie durchgesetzt hat. Auch Salzgitter legten daraufhin um 2,7% auf 64,11 EUR zu. Von Preiserhöhung profitierten auch K+S und kletterten um 3,5% auf 41,42 EUR. Bei Kali-Dünger hat der kanadische Wettbewerber Potash Preise von 700 USD je Tonne durchgesetzt. "Das ist deutlich mehr als die zuletzt genannten Preise, die eher Richtung 600 Dollar lagen", so ein Händler.
Die Aktien der Deutschen Börse verloren gegen den Trend 0,2% auf 55,19 EUR. Der Umsatz auf Xetra und dem Parkett ging im Juni um 49% gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. "Die Halbierung ist schon heftig, aber jeder im Handel hatte ja gemerkt, dass im Juni wirklich nichts los war", sagt ein Händler. Insofern dürften die Daten nun eingepreist sein.
Im MDAX stiegen Celesio um 3,7% auf 16,96 EUR. "Das Unternehmen schaltet auf Expansion um", kommentierte ein Händler die Nachrichtenlage. Celesio will nicht nur nach Brasilien, sondern auch auf den schwedischen Markt, sobald dort das Monopol fällt. Auch konjunktursensitive Aktien legten wieder zu, unter anderem stiegen Hamburger Hafen um 3,8% und Lanxess um 5%.
DJG/mod/ros
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July 01, 2009 12:10 ET (16:10 GMT)
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