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15.06.2009 18:58

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XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach - Angst vor Konjunktureinbruch

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   FRANKFURT (Dow Jones)--Sehr schwach sind die deutschen Aktien am Montag aus dem Handel gegangen. Der Dax brach um 3,5% oder 179 auf 4.890 Punkte ein und durchschnitt damit gleich die 5.000er- und die 4.900er-Marke auf einmal. Händler sprachen von einem Tag der schlechten Prognosen. "Es sah fast so aus, als wollten sämtliche Institutionen ihre schlechten Konjunkturprognosen nur heute abgeben", sagte ein Händler. Konjunktursensitive Aktien wie Autos und Stahlhersteller wurden regelrecht ausverkauft. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 93,5 (Vortag: 84,7) Mio Aktien im Wert von rund 2,66 (Vortag: 2,17) Mrd EUR.

   Eine Fülle schlechter Nachrichten für die globale Konjunktur sorgte für Druck auf alle Aktienmärkte. Die US-Börsen eröffneten sehr schwach, nachdem ein überraschend schlechter Empire-State-Index veröffentlicht worden war. Zudem zeigten die sogenannten "TIC-Daten" einen klar erkennbaren Kapitalabzug ausländischer Anleger aus den USA. Mehr als 53 Mrd USD wurden dort abgezogen. Fast 9 Mrd USD flossen allein aus den wichtigen langfristigen US-Anleihen. "Das weckt Zweifel an der langfristigen Finanzierbarkeit des US-Defizites", sagte ein Händler.

   Gleichzeitig erschien der Empire State Manufacturing Index sehr viel schwächer als erwartet. Er fiel auf -9,41 nach zuvor -4,55 im Mai zurück. "Das verstärkt das Bild am Markt, die ganze Zwischen-Erholung könnte schon vorbei sein", sagte ein weiterer Händler. Seit Februar und damit dem Beginn der Aktienerholung sei der Index nun wieder zum ersten Mal gefallen. Zudem belasteten Aussagen des IWF, die erst 2010 eine Erholung der US-Wirtschaft sehen. Der Ölpreis reagierte darauf mit einem Fall unter die 70-USD-Marke und unterstrich damit die Konjunkturängste.

   Auch die Einzelunternehmen hielten sich nicht zurück: Unter anderem belasteten hier Aussagen aus dem Management von Siemens und Bayer. Auch der nahende Verfalltag an der Terminbörse Eurex am Freitag habe für Druck gesorgt, hieß es. Ein Stand um 4.900 Punkte dürfte von den meisten Marktteilnehmern gewünscht sein, sagte ein Eurex-Händler: "Die meisten waren vom starken DAX-Anstieg seit dem letzten Verfall im März überrascht und dadurch ins Minus gedrückt worden". Technische Analysten rechneten weiter mit einem Rückgang des DAX bis auf 4.800 Punkte.

   Siemens verloren 4,8% auf 51,53 EUR. Der Vorstandsvorsitzende Löscher erwartet kein baldiges Ende der Wirtschaftsflaute. "In unserer Firma gibt es über alle Geschäftsbereiche hinweg keine verlässlichen Indikatoren, dass wir die Talsohle der Krise erreicht haben", wurde Löscher in "The Times" zitiert.

   Auch von Bayer kamen zurückhaltende Aussagen zum Wachstum. "Die Gewinnprognosen für Bayer unterstellen bislang ein ununterbrochen solides Wachstum", sagte ein Händler zum Interview mit dem Bayer-Vorstandsvorsitzenden im Berliner "Tagesspiegel". Offensichtlich gehe die weltweite Rezession auch an den Ausgaben der Verbraucher und der Regierungen für Medikamente nicht spurlos vorbei. Bayer gaben um 4,1% nach auf 39,82 EUR.

   Besonders hart traf es Auto- und Stahlhersteller. Als konjunkturabhängige Aktien erster Güte wurden sie kräftig verkauft. Daimler fielen um 6,5% auf 25,99 EUR, BMW um 4,5% auf 27,91 EUR. VW verloren 4,6% auf 236,57 EUR und Porsche 3,7% auf 46,50 EUR. Bei letzteren stünden jedoch die Berichte im Vordergrund, wonach das Emirat Katar unmittelbar vor einem Einstieg bei Porsche stehe und mindestens 25% der Stammaktien kaufen wolle.

   Die Stahlhersteller ThyssenKrupp und Salzgitter verloren 4,7% auf 19,09 EUR und 4,6% auf 63,26 EUR, K+S fielen um 5,5% auf 50,22 EUR. Auch die Konjunktur-Titel im MDAX mussten mächtig Federn lassen: So gaben Demag Cranes um 6,6% auf 16,34 EUR nach, Pfleiderer um 6,5% auf 5,18 EUR und Continental 6,2% auf 21,52 EUR nach. Eine "schwarze Null" konnten nur die Defensivwerte Merck und Fresenius aufweisen. Merck schlossen um 0,02 EUR höher, Fresenius unverändert.

   Auch Metro gaben nur um 0,9% auf 36,36 EUR nach. Die Analysten der Credit Suisse hatten die Aktie auf "Outperform" von "Neutral" hochgestuft. Die Düsseldorfer verstärken zudem ihren Druck auf den insolventen Konkurrenten Arcandor. Dessen Aktien legten um 1,3% auf 0,77 EUR zu. Die Bundesregierung ist dem "Spiegel" zufolge nun doch bereit, einen Antrag auf einen so genannten Massekredit wohlwollend zu prüfen.

   Im TecDax litten die Solar- und Windwerte unter der Angst vor fallender Investititonsbereitschaft. Unter anderem fielen Q-Cells um 5,5% auf 16,53 EUR, Solon um 5,0% auf 10,38 EUR und Phoenix um 4,5% auf 39,50 EUR. Nordex gaben um 5,5% auf 12,27 EUR nach.

DJG/mod/cln Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de (END) Dow Jones Newswires

   June 15, 2009 12:23 ET (16:23 GMT)

   Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 23 PM EDT 06-15-09

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