FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat im Feiertagsgeschäft an "Christi Himmelfahrt" sehr schwach geschlossen. Die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Punkten, am Vortag gerade erst erobert, ging wieder verloren. Der Dax schloss einem Minus von 2,7% oder 138 Punkten bei 4.901. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 80,3 (Vortag: 128,7) Mio Aktien im Wert von rund 2,24 (Vortag: 3,80) Mrd EUR.
Auslöser für den Absturz waren schwache Vorgaben der Wall Street vom Mittwoch. Die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank hatte dort für eine Eintrübung der Stimmung gesorgt.
Die Währungshüter haben danach ihre Prognosen für die Wirtschaftsleistung der USA 2009 bis 2011 nochmals nach unten angepasst und gehen nunmehr auch von einer höheren Arbeitslosigkeit aus als in ihren bisherigen Schätzungen. Als dann am Nachmittag der Philadelphia Fed Index ebenfalls unter den Erwartungen hereinkam, kam es an Wall Street im frühen Geschäft zu erneuten Verlusten, die den DAX mit nach unten zogen.
Die ZEW-Umfrage in dieser Woche habe gezeigt, dass die Erwartungen an eine konjunkturelle Erholung inzwischen wieder sehr hoch seien, was entsprechendes Enttäuschungspotenzial bedeute, meinte ein Händler, der ergänzte: "Man muss vorsichtig sein. Noch mehr solcher Daten und ein stärkerer Rücksetzer wird wahrscheinlich". Besser als erwartete Einkaufsmanagerdaten aus Frankreich und Deutschland nutzten vor diesem Hintergrund wenig. Als Hoffnungsschimmer wurde jedoch gewertet, dass es dem DAX bis Handelsende gelang, die 200-Tage-Linie bei 4.897 Punkten wieder zu überschreiten.
Angesichts der neu entfachten Konjunktursorgen gerieten zyklische Werte unter Druck. So gaben Salzgitter um 4,9% auf 60,58 EUR nach und folgten damit den schwachen Vorgaben der europäischen Stahl- und Rohstoffwerte. Auch Finanzwerte neigten zur Schwäche. Commerzbank verloren 4,6% auf 5,55 EUR und Allianz reduzierten sich um 4,6% auf 67,76 EUR. Die Autowerte kamen ebenfalls unter Druck. Daimler fielen um 4,9% auf 25,28 EUR.
Nachdem Arcandor zunächst mit Verlusten in den Handel gestartet waren, drehte die Aktie im Verlauf ins Plus. Die beiden Handelskonzerne Arcandor und Metro üben den Schulterschluss in der Frage einer möglichen Fusion ihrer Warenhaus-Aktivitäten. Die Vorstandsvorsitzenden Eckhard Cordes und Karl-Gerhard Eick sind überein gekommen, dass die Bildung einer "Deutschen Warenhaus AG" durch das Zusammengehen von Kaufhof und Karstadt grundsätzlich ein vernünftiger Weg für die Zukunft der Warenhäuser in Deutschland sein könnte. Metro legten um 0,8% auf 35,20 EUR vor. Arcandor verteuerten sich um 3,7% auf 2,24 EUR.
Eine fusionierte Kaufhof-Karstadt-Gruppe würde einiges an Synergiepotenzial bergen, meinten Händler. Durch die Insolvenz von Hertie sei zudem ein Konkurrent aus dem Feld geschlagen worden.
Im konjunktursensiblen MDAX dominierten ebenfalls die Minuszeichen. Die angebliche Zusage von Staatshilfe für Heidelberger Druck im Rahmen des Hilfsprogramms "Wirtschaftsfonds Deutschland" wurde im Handel allerdings erfreut zur Kenntnis genommen. Das dürfte in diesen schwierigen Zeiten für Maschinenbauer für etwas Erleichterung unter den Investoren sorgen, meinte ein Marktteilnehmer. Die Aktie gewann 3% auf 6,11 EUR.
Zahlreiche Unternehmen schlossen am Berichtstag Ex-Dividende. Deutsche Börse zahlten 2,10 EUR aus. Die Aktie verlor 6,8% bzw 4,38 auf 60,21 EUR. Vossloh schüttete 3,00 EUR aus, der Titel fiel um 7,4% bzw 6,53 auf 81,80 EUR. Im TecDax waren die Zuwendungen an die Aktionäre traditionell bescheidener. So erhielten die Aktionäre von Aixtron eher symbolische 0,09 EUR je Aktie, die von Solarworld 0,15 EUR. Beide Werte schlossen deutlich im Minus.
DJG/mif/ros
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May 21, 2009 12:16 ET (16:16 GMT)
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