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11.08.2009 18:42

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XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach - Größter Einbruch seit sieben Wochen

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   FRANKFURT (Dow Jones)--Den größten Tagesverlust seit fast sieben Wochen hat der Dax am Dienstag einstecken müssen. "Der Aktienmarkt ist heiß gelaufen und überkauft. In den USA drängen sich allmählich Zinserhöhungen ins Bewusstsein der Investoren und vor den Aussagen der US-Notenbank am Mittwoch haben Anleger einfach auch Kasse gemacht und Gewinne mitgenommen", sagte ein Händler.

   Handelte der DAX eine Stunde nach der Eröffnung im Tageshoch noch 0,7% fester, so gerieten die Kurse im weiteren Verlauf immer stärker unter Druck. Am Ende stand für den Leitindex ein Minus von 2,4% oder 132 Punkten auf 5.286 zu Buche. Das ist der größte Tagesverlust seit dem 2. Juli, als der DAX 3,8% verloren hatte. Keiner der 30 DAX-Werte konnte sich dem Abwärtssog entziehen.

   Die Umsätze zogen mit den Gewinnmitnahmen etwas an: Auf dem Handelssystem Xetra wechselten insgesamt 91,9 Mio DAX-30-Aktien den Besitzer mit einem Gesamtvolumen von 2,8 Mrd EUR. Am Montag waren es lediglich 67,7 Mio Aktien im Gesamtwert von 2,01 Mrd EUR.

   Die Verluste weiteten sich aus, kurz nachdem am Nachmittag in den USA Zahlen zur Produktivität und Lohnstückkosten im zweiten Quartal veröffentlicht wurden. Die Produktivität ist in den Monaten April bis Juni deutlich stärker gestiegen als erwartet. Die Lohnstückkosten sind im zweiten Quartal mit 5,8% doppelt so stark gefallen wie von Volkswirten erwartet.

   "Das hat die Spekulationen auf Zinserhöhungen, die ja bereits am Freitag vom guten Arbeitsmarkbericht aufkamen, erneut angefacht", sagte ein Händler. Im Unterschied zum Freitag, als die soliden Zahlen vom Arbeitsmarkt eine Aktien-Rally auslösten, hätten Investoren die Aussicht auf ein Anziehen der US-Konjunktur jedoch für Gewinnmitnahmen genutzt.

   In dieses Bild passe auch, dass an Wall Street mit Banken- und Immobilienaktien die als zinssensibel geltenden Branchen am stärksten unter Druck gerieten. "Hinter der Sicherung von Kursgewinnen hat sicher auch die Unsicherheit über die Aussagen der Federal Reserve gestanden", sagte ein Händler. Am Mittwochabend äußert sich die US-Notenbank zum Zinsniveau, zu Anleihe-Rückkäufen und zu einer Abschöpfung der Liquidität.

   Bayer gerieten mit Spekulationen über eine Kapitalerhöhung unter Druck und verloren 4% auf 42,52 EUR. Auf Anfrage von Dow Jones Newswires hat ein Unternehmenssprecher von Bayer allerdings erklärt, das Unternehmen plane keine Kapitalerhöhung. Lufthansa verloren 3% auf 10,38 EUR. Nach Verkehrszahlen der Fluggesellschaft für Juli sprachen Händler von einer Belebung der Nachfrage sowohl im Passagier- als auch im Frachtgeschäft. Dies sei jedoch bereits in der Vorwoche eingepreist worden, als die Aktie kräftig zulegen konnte.

   ThyssenKrupp büßten 4,6% auf 21,94 EUR und Salzgitter 4,4% auf 67,98 EUR ein. ThyssenKrupp veröffentlicht am Freitag Quartalszahlen. Die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co verloren 6,7% auf 19 EUR. Daneben avancierten wie an Wall Street die Bankenwerte zu den größten Verlierern im DAX: Commerzbank verloren 4,5% auf 5,80 EUR und Deutsche Bank 4,7% auf 45,33 EUR.

   Eine Erleichterungs-Rally erlebten Continental, sie stiegen um 3,8% auf 24 EUR. Im Machtkampf zwischen Conti und Schaeffler zeichnet sich vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am Mittwoch ein Kompromiss ab. Der noch amtierende Conti-Aufsichtsratsvorsitzende und Schaeffler-Berater Rolf Koerfer soll den Vorsitz im Kontrollgemium abgeben und so den Weg für die Ablösung von Karl-Thomas Neumann an der Spitze von Continental freimachen.

   Gerüchte um eine Gewinnwarnung des Pharmahändlers Celesio belasteten die Aktie vorübergehend. Das Unternehmen veröffentlicht am Donnerstag Quartalszahlen. Celesio dementiert jedoch eine Kapitalerhöhung, danach stabilsierte sich die Aktie etwas und schloss 3,5% schwächer bei 19,76 EUR.

   Goldman Sachs soll am Montagabend angeblich 10 Mio Gagfah-Aktien zum Preis von 5,50 EUR je Aktie an den Markt gebracht haben. Gagfah büßten 10,8% auf 5,53 EUR ein. Heidelberger Druck brachen um 11,7% auf 5,76 EUR ein, nachdem der operative Verlust des Druckmaschinenherstellers im zweiten Quartal höher als erwartet ausgefallen ist.

   Beim Motorenhersteller Tognum sind im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn unter dem Analystenkonsens geblieben. Tognum verloren 8% auf 9,33 EUR. Die Papiere des Automobilzulieferers Leoni gaben nach Quartalszahlen um 2,9% auf 14,96 EUR nach. Douglas schlossen nach Veröffentlichung von Drittquartalszahlen wenig verändert bei 28,47 EUR..

   Hugo Boss zogen gegen den schwachen Gesamtmarkt um 8,7% auf 24,06 EUR an. Gleichzeitig brachen die Aktien von Escada angesichts einer drohenden Insolvenz des Modekonzerns um 33,5% auf 1,55 EUR ein. Ein Händler bezeichnete Hugo Boss als "möglichen Profiteur einer Bereinigung unter den Anbietern". Qiagen stiegen nach einer Erhöhung der Jahresprognose um 6,6% auf 14,15 EUR.

DJG/bek/flf Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de (END) Dow Jones Newswires

   August 11, 2009 12:09 ET (16:09 GMT)

   Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 09 PM EDT 08-11-09

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