FRANKFURT (Dow Jones)--Investoren haben am Mittwoch am deutschen Aktienmarkt Kasse gemacht. "Anleger haben auf breiter Front Kursgewinne eingestrichen, nachdem die Dynamik in den vergangenen Tagen schon merklich nachgelassen hat", sagte ein Händler. Zur Begründung für die Kursverluste wurde auch auf eine Studie der Deutschen Bank verwiesen. Diese sieht den Dax in naher Zukunft eher bei 4.000 Punkten als bei 5.200 Zählern.
Der DAX schloss am Ende 2,6% oder 127 Punkte tiefer bei 4.728. Begleitet wurde die Korrektur am Aktienmarkt von leicht gestiegenen Umsätzen. So wurden auf dem Handelssystem Xetra rund 162,3 Mio DAX-30-Aktien im Gesamtvolumen von etwa 4,27 Mrd EUR umgesetzt. Am Dienstag waren es rund 160,3 Mio Aktien im Wert von rund 3,45 Mrd EUR.
Handelte der DAX im frühen Geschäft noch leicht im Plus, setzten gegen Mittag erste Verkäufe ein. "Zu diesem Zeitpunkt starteten Anleger einen ersten Versuchsballon, sie verkauften größere Positionen am Terminmarkt", berichtete ein Broker. Als diese Verkäufe auf keine nennenswerte Gegenwehr stießen, folgten weitere Glattstellungen von Future-Positionen. Am Kassamarkt drückte dies den DAX im Tagestief bis auf 4.714 Punkte, den niedrigsten Stand seit dem 30. April.
Am Nachmittag trübten zudem überraschend schwache Einzelhandelsumsätze in den USA für April die Lage auch fundamental ein. "Der Rückgang der Einzelhandelsumsätze ist enttäuschend. Er deutet darauf hin, dass es im zweiten Quartal noch keine Erholung des privaten Konsums geben dürfte", kommentierte die Helaba.
Investoren zogen sich vor allem aus Titeln zurück, die als risikoreich gelten. Hierzu zählten neben den Finanzwerten auch der Automobilsektor sowie Transportwerte und Aktien von Maschinen- und Anlagenbauern. Die Flucht aus risikoreichen Papieren schlug sich auch am Rentenmarkt nieder: Dort zogen die Notierungen von als sicher geltenden Staatsanleihen kräftig an.
Von Gewinnmitnahmen sprechen Händler mit Blick auf die Finanzwerte. Allianz büßten 7,8% auf 69,74 EUR ein. Der Versicherer legte endgültige Quartalszahlen vor, die aber laut Beobachtern nicht mehr stark von den vorläufigen Zahlen abwichen. Commerzbank brachen um 11,6% ein, Deutsche Bank gaben um 5,5% nach. Deutsche Postbank verbilligten sich um 7,6%.
Auch zyklische Titel wurden verkauft: BMW verloren 4,5% und Daimler 3,7%. MAN fielen um 3,4% auf 42,93 EUR zurück und Siemens verbilligten sich um 4,5% auf 49,20 EUR. Im MDAX traf es Papiere wie die der Anlagenhersteller Heidelberger Druck (-13,1%) und Bauer (-6,7%). Tognum stiegen dagegen nach Quartalszahlen um 2,4% auf 9,42 EUR.
E.ON schlossen nach Geschäftsausweis 1,5% schwächer bei 24,03 EUR. Die Papiere des Düngemittelherstellers K+S verloren nach Vorlage von Geschäftszahlen 2,4% auf 47,29 EUR. Einen Tag vor Veröffentlichung des Quartalsberichts verbilligten sich Salzgitter um 8,3% auf 49,51 EUR und in ihrem Fahrwasser auch ThyssenKrupp um 4% auf 15,65 EUR.
Als weniger konjunkturabhängig geltende DAX-Aktien wie Deutsche Telekom, Fresenius Medical Care und Fresenius schlossen mit Kursgewinnen. SAP profitierten mit einem Plus von 2,2% auf 29,96 EUR von optimistischen Aussagen von Intel.
Der Kursverlust von Bayer von 3,2% oder 1,22 EUR je Aktie war auf den Dividendenabschlag von 1,40 EUR je Aktie zurückzuführen. Ähnliches galt für die Rheinmetall-Aktie, die um eine Dividende von 1,30 EUR je Aktie bereinigt niedriger handelte.
TUI fielen um 7,4% auf 6,30 EUR. Der Aufsichtsrat der TUI AG sprach sich auf der Hauptversammlung gegen Anträge des Großaktionärs John Fredriksen aus. Fredriksen hat seinen Anteil an dem Unternehmen auf rund 18% ausgebaut. "Das Gerangel um die künftige Strategie bei TUI geht weiter", konstatierte ein Händler.
Die Aktien der Hamburger Kupferschmelze Aurubis fielen nach Quartalszahlen um 5,4% auf 21,46 EUR zurück. Auch die Papiere von MLP und Rational tendierten nach Quartalszahlen schwach. Im TecDax wurden die Aktien der Branche Erneuerbare Energien verkauft. QSC-Papiere sprangen dagegen nach Veröffentlichung von Quartalszahlen um 8,8% hoch´auf 1,48 EUR.
DJG/bek/flf
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May 13, 2009 12:25 ET (16:25 GMT)
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