FRANKFURT (Dow Jones)--Vor der Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag ist der deutsche Aktienmarkt mit kräftigen Aufschlägen in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Dax testet im frühen Geschäft die Widerstandszone zwischen 6.120 und 6.150 Punkten. Bei einer Überwindung würde sich ein Aufwärtspotenzial bis zum Oktober-Hoch bei 6.430 Punkten eröffnen. Gestützt werden die Kurse von rückläufigen Renditen an den Anleihemärkten der Peripherie-Staaten und der Hoffnung auf konkrete Ergebnisse auf dem kommenden EU-Gipfel.
Bis 10.10 Uhr steigt der DAX um 1,4% oder 83 auf 6.119 Punkte. Von Dow Jones befragte Analysten prognostizieren für den Monat November einen Anstieg der Zahl der Beschäftigten in den USA um 125.000. Die Arbeitslosenquote soll bei 9% verharren. Der deutlich über den Erwartungen ausgefallene ADP-Arbeitsmarktbericht vom Mittwoch hatte Hoffnungen auf einen starken offiziellen Bericht zum Wochenausklang geschürt. Die eher enttäuschend ausgefallenen wöchentlichen Arbeitsmarktdaten zügelten am Vortag allerdings ein wenig die Euphorie der Anleger.
Die zurückhaltenden Töne von Bundeskanzlerin Merkel belasten derweil nicht. Merkel hat betont, dass die Lösung der Schuldenkrise in der Eurozone Jahre dauern wird und die Probleme nicht auf einen Schlag gelöst werden können. Die Bundeskanzlerin reist mit dem Ziel von Vetragsänderungen auf den EU-Gipfel, hat der Einführung von Euro-Bonds zugleich aber einmal mehr eine Absage erteilt.
Positiv bewerten Händler die US-Autoabsatzzahlen. VW, die Fiat-Tochter Chrysler und Mercedes legten mit Zuwächsen von gut 40% bis gut 55% überdurchschnittlich stark zu. "Daimler könnten nun den Spread, den Kursabstand zu BMW verringern", so ein Händler mit Blick auf die starken Mercedes-Zahlen. BMW haben den Absatz vergleichsweise moderat um 15% gesteigert. BMW steigen 2,4% auf 56,50 EUR, Daimler 2,8% auf 34,29 EUR und VW 2,1% auf 129,25 EUR.
Noch deutlicher ziehen Banken- und Versicherungswerte an. Hier stützt die Entspannung an den Anleihemärkten der Peripherie genauso wie die Hoffnung auf ein verstärktes Engagement der EZB. Auch Fortschritte bei der Schuldenkrise auf dem EU-Gipfel in der kommenden Woche wären positiv für den Sektor. Commerzbank gewinnen 4,4% auf 1,41 EUR, Deutsche Bank 3,3% auf 29,56 EUR, Allianz 2,3% auf 78,03 EUR und Munich Re 2,6% auf 95,43 EUR.
Gegen den Trend verlieren ThyssenKrupp 1,7% auf 18,67 EUR. Der Stahlkocher hat für Freitag aus Anlass der Aufsichtsratssitzung kurzfristig zu einer Pressekonferenz eingeladen. Im Handel wird befürchtet, dass ThyssenKrupp aus diesem Anlass einen schwachen Ausblick liefern könnte. Salzgitter zeigen sich unbeeindruckt; für die Aktie geht es 1,9% nach oben.
DJG/mpt/ros
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December 02, 2011 04:10 ET (09:10 GMT)
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