FRANKFURT (Dow Jones)--Griechenland bleibt das Top-Thema an den Finanzmärkten. Die Hoffnung auf eine schnelle Lösung noch vor dem zu Wochenbeginn stattfindenden Finanzministertreffen der Eurozone hat sich nicht erfüllt. Gläubigerbanken und die griechische Regierung setzen die Verhandlungen fort. Die Märkte zeigen sich aber insgesamt wenig besorgt, trotz der leichten Verluste. Übergeordnet überwiegt die Zuversicht über eine für die Finanzmärkte freundliche Lösung. Bis 10.16 Uhr verliert der Dax am Montag 0,8 Prozent oder 49 auf 6.357 Punkte.
"Der Markt wartet auf die Vereinbarung zu den griechischen Schulden", sagt ein Händler. Die Weichen für die Märkte dürften erst im Anschluss neu gestellt werden - je nach Ausgang. Mizuho Corporate Bank stellt indes klar: Für Griechenland sei es entscheidend, bis Anfang März eine Einigung zu erzielen. Im März werden Anleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro fällig. Aus technischer Sicht sei der DAX überkauft, meint der technische Analyst Holger Struck von hslivetrading. "Ein Rückgang via 6.330 auf etwa 6.200 wäre ein technischer Normalfall".
Gewinner im frühen Handel sind Commerzbank mit einem Plus von 4,8 Prozent auf 1,80 Euro. Auch Deutsche Bank halten sich mit Aufschlägen von 1,3 Prozent auf 32,91 Euro gut. Die Titel entwickeln sich damit im Einklang mit den gesamteuropäischen Vorgaben. Die Entspannung in der Schuldenkrise der Eurozone, mögliche Verzögerungen bei der Einführung von Basel III sowie die Liquiditätslinien der EZB helfen weiter.
Sehr fest zeigen sich auch ThyssenKrupp. Für die Aktie geht es 1 Prozent oder 0,22 auf 21,38 Euro nach oben. Und das trotz des Umstandes, dass der Stahlkonzern am Berichtstag 0,45 Euro an seine Aktionäre ausschüttet. ThyssenKrupp nähert sich einer Lösung für die zur Disposition stehenden Edelstahl-Aktivitäten. Dazu nahm der DAX-Konzern nun Gespräche mit dem finnischen Edelstahlhersteller Outokumpu auf.
Im Handel werden die Nachrichten positiv aufgenommen. Damit werde eine Baustelle des Konzerns angegangen. Ein Analyst findet deutlichere Worte: "Klar positiv, angesichts der anhaltend schwachen Stahlkonjunktur und der weiter bestehende Probleme bei den Standorten in Amerika bleiben wir aber weiter vorsichtig", sagt equinet-Analyst Stefan Freudenreich.
Mit Aufschlägen von 2,2 Prozent auf 10,37 Euro notieren auch Lufthansa sehr fest. Laut der Wirtschaftswoche sieht die Fluglinie ein Sparpotenzial von rund 1,5 Milliarden Euro. Jürgen Pieper von Metzler zeigt sich überrascht. Dass die Lufthansa Kosten sparen wolle, sei zwar bekannt. "1,5 Milliarden Euro jährlich sind aber sehr viel", meint der Analyst. Weiter gemieden werden Versorgerwerte mit Sorgen über eine abflauende Nachfrage. E.ON verlieren 1,6 Prozent auf 15,96 Euro, für RWE geht es 2,4 Prozent auf 26,28 Euro nach unten.
Nach Vorlage von Geschäftszahlen gewinnen Wincor Nixdorf 4,2 Prozent auf 36,48 Euro. Der Umsatz liege etwas über, die Gewinnkennziffern an den Erwartungen, sagt die DZ-Bank. Besonders in der Banken-Branche bleibe das Geschäft schwierig. Allerdings, heißt es bei der LBBW einschränkend, scheine die Stimmung für das Papier schlechter zu sein als die Lage.
DJG/mpt/flf
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Dow Jones Newswires
January 23, 2012 04:19 ET (09:19 GMT)
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