FRANKFURT (Dow Jones)--Die Luft wird dünner, aber noch geht sie dem deutschen Aktienmarkt nicht aus. Nach den hohen Vortagesgewinnen setzt der Dax am Freitag im frühen Geschäft noch einen drauf. Bei einigen Anlegern besteht noch immer Eindeckungsbedarf, heißt es. Allerdings sollten erste Konsolidierungsansätze im Handelsverlauf nicht überraschen. "Der Markt ist kurzfristig erst einmal überkauft", sagt ein Händler. Der DAX legt gegen 9.48 um 1% bzw 64 auf 6.402 Punkte zu.
Charttechnisch sieht es gut aus. Über das Fukushima-Tief bei knapp 6.500 Punkten hinaus gibt es Richtung 6.850 Punkte kaum nennenswerte Widerstände, wie technische Analysten anmerken. Nur begrenzte Impulse dürften indes vom Michigan-Index für das US-Verbrauchervertrauen ausgehen, zumal es sich lediglich um die zweite Lesung handelt. Die Konsum- und Einkommensdaten aus den USA für den Monat September haben nach den BIP-Daten für das dritte Quartal ebenfalls nur geringe Bedeutung.
Mit Blick auf die Einzelwerte sind Linde mit einem Aufschlag von 1,4% auf 117,65 EUR einer der stärkeren DAX-Werte. Die robuste Gasenachfrage vor allem in den Schwellenländern Asiens und weitere Einsparerfolge haben dem Konzern im dritten Quartal zu einem Umsatz- und Gewinnplus verholfen. Den Ausblick wurde zudem bestätigt. Auch die Finanzwerte setzen ihre Erholung fort. Deutsche Bank legen um 1,6% auf 33,32 EUR zu, Commerzbank um 1,3% auf 2,06 EUR. Sie haben am Vortag mit Kurssprüngen auf die Ergebnisse des EU-Gipfels in Brüssel reagiert.
Verluste verzeichnet dagegen die Aktie von Wacker Chemie. Nicht unerwartet hat der Chemiekonzern die Jahresprognose gesenkt. Vor allem im Geschäft für die Halbleiter- und Solarindustrie geht das Unternehmen von einer Abschwächung aus. Die Aktie verliert 6,6% auf 78,78 EUR.
MorphoSys reagieren dagegen kaum auf die enttäuschenden Angaben zu Umsatzentwicklung im dritten Quartal und die Senkung der Umsatzprognose. "Insgesamt solide Zahlen", meint LBBW-Analyst Karl-Heinz Scheunemann. Die Aussagen zum Umsatz sollten daher nicht überbewertet werden. Die Begründung mit Währungseffekten und verschobenen Meilensteinzahlungen sei nachvollziehbar und relativiere die Entwicklung auf der Umsatzseite. Ansonsten befinde sich das Biotechnologieunternehmen auf gutem Weg. Die Aktie gibt um 0,4% auf 18,35 EUR nach.
PSI fallen nach Geschäftsausweis zu den ersten neun Monaten um 0,3% auf 17,34 EUR, zeigen sich insgesamt aber recht volatil. Das Unternehmen die EBIT-Prognose gesenkt. "überraschen kann das aber eigentlich nicht, denn PSI hängt mit fast der Hälfte des Umsatzes an der Energiebranche", sagt ein Händler.
DJG/mif/flf
(END)
Dow Jones Newswires
October 28, 2011 03:52 ET (07:52 GMT)
Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 52 AM EDT 10-28-11