FRANKFURT (Dow Jones)--Die Verluste am deutschen Aktienmarkt fallen am Montagmorgen deutlicher aus als zunächst gedacht. Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag seien zwar Fortschritte in die richtige Richtung erzielt worden, die Schuldenkrise bleibe aber ungelöst, heißt es im Handel. Noch für geraume Zeit werde nur die EZB den Bestand der Eurozone garantieren können. Bis 9.47 Uhr verliert der Dax 1,3% oder 80 auf 5.906 Punkte, der Euro ist bis auf das Niveau von 1,33 USD zurückgefallen.
Misstöne erklingen aus Asien. Anlass zur Sorge gebe die anhaltende Talfahrt des chinesischen Marktes, sagt ein Teilnehmer. Mit dem Fall auf neue Jahrestiefs habe der Aktienmarkt in Schanghai ein Verkaufssignal gegeben. Der Außenhandelsüberschuss lag im November unter den Erwartungen. Belastet wird das Sentiment auch von Warnungen vor einem Credit Crunch aufgrund der Schuldenkrise in der Euro-Zone.
Nach wie vor stelle sich die Frage, ob Rating-Agenturen die Euro-Zonen-Länder herunterstuften. Daneben hat Moody's vor anhaltenden Risiken in der Eurozone gewarnt. Am Montag stehen Auktionen kurzlaufender italienischer und französischer Anleihen im Blick. Aus technischer Sicht liege der Markt weiterhin in einer Seitwärtsbewegung. Starken Widerstand erwarte den DAX bei knapp 6.200 Punkten, Unterstützung um 5.900 Punkte.
Bayer verlieren mit Abgaben von 1,9% auf 46,48 EUR stärker als der Gesamtmarkt. Der "Tagesspiegel" schreibt, sowohl im Pharma- als auch im Kunststoffgeschäft gerieten die Margen unter Druck. Für den Pharmabereich habe sich das abgezeichnet, so ein Händler mit Blick darauf, dass Krankenhäuser in den Peripherie-Ländern ihre Rechnungen nicht mehr bezahlten. "Trotzdem könnten die Gewinnschätzungen leicht zurückgenommen werden", so der Marktteilnehmer. Laut einem Analysten ist die Problematik wohlbekannt.
Zykliker werden mit den Nachrichten aus China gemieden. BASF verlieren 1,7%, Daimler 2,1%, BMW 1,3% und Thyssen Krupp 2,2%. E.ON verlieren 2,5% auf 17,37 EUR, nachdem Merrill Lynch die Aktie auf "Neutral" von "Kaufen" gesenkt hat. RWE geben im Gefolge 2,3% auf 27,31 EUR nach. Mit einem Abschlag von 0,4% auf 110,20 EUR halten sich Linde besser; hier stützt eine Kaufempfehlung durch die Citigroup.
Klarer Outperformer im frühen Geschäft sind allerdings Deutsche Post mit einem Plus von 1,2% auf 10,96 EUR. Das Papier profitiert damit von einem Artikel in der "FTD" über die Zahlung einer Sonderdividende. Nach oben geht es auch für Rheinmetall. Händler verweisen auf einen Rüstungs-Auftrag des australischen Verteidigungsministeriums. "Mit 1,4 Mrd EUR ist das Volumen hoch", so ein Marktteilnehmer mit Blick auf einen Bericht der Zeitung "The Age".
Die am Morgen mitgeteilten Fraport-Zahlen liegen nach Ansicht eines Marktteilnehmers im Trend. "Das Passagiergeschäft läuft weiter gut", so der Marktteilnehmer. Im Frachtgeschäft leide Fraport vermutlich sowohl unter der schwächeren Wirtschaftsentwicklung als auch unter dem Nachtflugverbot, meint er. Die Aktie verliert 0,4% auf 39,11 EUR.
DJG/mpt/raz
(END)
Dow Jones Newswires
December 12, 2011 03:55 ET (08:55 GMT)
Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 55 AM EST 12-12-11