FRANKFURT (Dow Jones)--Das schwache späte Geschäft an Wall Street am Vortag hat die deutschen Aktienmärkte mit Kursverlusten in den Freitag starten lassen. Im Verlauf des frühen Geschäfts verringern die Indizes ihre Abschläge jedoch wieder und drehen zwischenzeitlich sogar leicht ins Plus. "Gestützt wird der Markt durch die vergleichsweise gut aufgenommene Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen am Donnerstag und den sehr festen japanischen Börsen", sagt ein Händler. Der Nikkei-225-Index hat am Freitag angesichts eines überraschend starken Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft im Mai erstmals seit Oktober wieder über der Marke von 10.000 Punkten geschlossen.
Gegen 9.46 Uhr notiert der Dax 3 Punkte leichter bei 5.105. Im Tagestief hat er jedoch bereits die 5.073 Zähler gesehen. Charttechnisch unterstützt ist der Index auf dem Niveau von 5.061 Stellen, auf Widerstand trifft der DAX im Bereich von 5.133 Punkten. In der zweiten Reihe steigt der MDAX um 0,6% bzw 38 Zähler auf 6.001, der TecDax gewinnt 0,9% oder 6 Stellen auf 666.
Händler erwarten für den "Brückentag" zwischen "Fronleichnam" und dem Wochenende freilich ein von dünnen Umsätzen gekennzeichnetes eher ruhiges Geschäft. Für neue Impulse könnten die für den Nachmittag avisierten US-Konjunkturdaten sorgen. Auf der Agenda stehen die Import- und Exportpreise für Mai sowie die erste Umfrage der Universität Michigan zur Stimmung der US-Verbraucher im Juni.
Die Kauflaune der Privaten Konsumenten in den USA ist wichtig, da sie rund zwei Drittel zur US-Wirtschaftsleistung beiträgt. Ökonomen erwarten, dass der entsprechende Index binnen Monatsfrist auf 69,8 von 68,7 Punkten gestiegen ist. Einige Beobachter verweisen allerdings auf die zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise, die den Privaten Verbrauchern auf die Stimmung geschlagen haben könnten. Diese führe womöglich dazu, dass der Index enttäuschen werde.
Überdurchschnittliche Kursgewinne weisen im DAX in erster Linie als defensiv geltende Titel auf, Zykliker hingegen bleiben tendenziell hinter dem Markt zurück. So legen Merck KGaA um 0,9% auf 72,63 EUR zu, Fresenius MC rücken um 0,3% auf 30,75 EUR vor. Auch europaweit tendieren die Pharmawerte fester, nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt hat.
Für Deutsche Telekom geht es zusätzlich durch eine Heraufstufung des Wettbewerbers BT Group gestützt um 0,8% auf 8,05 EUR nach oben. BASF rücken um 0,3% auf 31,54 EUR vor. Goldman Sachs hat die Aktie auf "Buy" von "Neutral" angehoben.
Am anderen Ende des Leitindex verlieren VW 1,1% auf 251,74 EUR, K+S fallen um 1,1% auf 52,70 EUR zurück. adidas verbilligen sich nach satten Aufschlägen während der beiden vorangegangenen Handelstage um 1% auf 27,61 EUR.
In der zweiten Reihe geht es für Arcandor um 7,1% auf 0,75 EUR nach oben. Händler verweisen auf einen Bericht der "FTD", dem zufolge die Karstadt-Kaufhäuser im ersten Geschäftshalbjahr einen operativen Gewinn von 7 Mio EUR erwirtschaftet haben. ProSiebenSat.1 verteuern sich um 6,3% auf 4,39 EUR. Die Aktien profitieren von einer Heraufstufung auf "Buy" von "Hold" durch die Deutsche Bank. Das Kursziel hat der Analyst auf 7 EUR von 1,70 EUR erhöht.
DJG/jej/ros
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June 12, 2009 04:00 ET (08:00 GMT)
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