XETRA-START/Leichter - Gewinnmitnahmen bei Finanzwerten
FRANKFURT (Dow Jones)--Die schlechten Vorgaben von Wall Street und den asiatischen Börsen haben am Mittwoch zu Handelsbeginn auch an den deutschen Aktienmärkten zu Gewinnmitnahmen geführt. Allerdings erobert der Dax im Verlauf des frühen Geschäfts die "runde" Marke von 4.500 Punkten zurück, unter die er zuvor kurzzeitig gefallen war. Bis 9.58 Uhr geht es für den deutschen Leitindex um 0,8% oder 36 Zähler auf 4.521 nach unten. Im Tagestief hat er allerdings bereits die 4.488 Stellen gesehen. In der zweiten Reihe fällt der MDAX um 0,1% bzw 4 Punkte auf 5.125. Für den TecDax geht es um 0,1% oder einen Zähler auf 539 nach oben.
Neue Impulse für das Geschäft zur Wochenmitte dürfte die vergleichsweise gut gefüllte US-Konjunkturdatenagenda bereit halten. Avisiert sind unter anderem die Verbraucherpreise sowie die Industrieproduktion und Realeinkommen für März. Darüber hinaus werden die wöchentliche Entwicklung der Zahl der Hypothekenanträge sowie der Empire-State-Manufacturing-Index für April erwartet. Dieser Frühindikator misst die Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe des Raums New York.
"Nach den zuletzt satten Aufschlägen handelt es sich dabei jedoch um eine gesunde Korrektur", kommentiert ein Händler die Kursverluste. Von Montag vergangener Woche bis Dienstag dieser Woche hat der DAX rund 5,4% zugelegt. Darüber hinaus hätten viele Marktteilnehmer vor dem Osterwochenende umfangreiche Sicherungen eingezogen, "weshalb das Rückschlagspotenzial begrenzt sein sollte".
Überdurchschnittlich schwach zeigen sich mit den Finanzwerten die Überflieger der jüngsten Rally. "Bei den Banken und Versicherungen ist die Luft nach der Goldman-Sachs-Überraschung erst einmal raus", sagt ein Marktteilnehmer. Ins Konsolidierungsbild passe auch, dass die Ratingagentur Moody's die Einstufung der Finanzstärke der Societe Generale gesenkt habe. Commerzbank verbilligen sich um 3,4% auf 4,84 EUR, Deutsche Bank geben um 4,4% auf 36,98 EUR nach. Allianz verbilligen sich um 1,6% auf 70,37 EUR. An Wall Street hatten Bankentitel am Vortag im Schnitt 7,8% verloren, der Index der Aktien von Lebensversicherern war um 8,4% eingebrochen.
Auch viele zyklische DAX-Papiere geben stärker als der Gesamtmarkt nach. Siemens fallen um 2,4% auf 45,47 EUR, ThyssenKrupp verlieren 1,5% auf 16,69 EUR. Gegen den Trend legen hingegen eine Reihe von als defensiv geltenden Titeln zu. Für Fresenius geht es um 1,6% auf 34,70 EUR nach oben, FMC steigen um 1,3% auf 29,16 EUR. Beiersdorf rücken um 1,2% auf 33,75 EUR vor. "Damit ergibt sich insgesamt das umgekehrte Bild zum Dienstag", sagt ein Marktteilnehmer.
Unter hohem Abgabedruck stehen die nicht im DAX notierten Vorzugsaktien von VW, für die es um 6,3% auf 52,73 EUR nach unten geht. Grund ist laut Händlern ein Bericht, wonach die EU nicht gegen das VW-Gesetz klagen will. Damit sei die Beherrschung durch Porsche auch im Fall eines Ausbaus des VW-Anteils gefährdet und damit auch eine Abfindung für die Vorzugsaktien. Sollte Porsche wegen der Entwicklung den Anteil einfrieren, wäre auch die Spekulation auf eine DAX-Aufnahme der Titel obsolet. "Damit ist die Spekulation auf den Spread zu heiß", so ein Marktteilnehmer. Die im DAX notierten Stammaktien geben um 1% auf 241,50 EUR nach.
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April 15, 2009 03:59 ET (07:59 GMT)
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