Medienberichten zufolge hat Alibaba jetzt in den USA ein prominentes Lobby-Unternehmen unter Vertrag genommen, um die politischen Hürden für eine etwaige Übernahme von Yahoo! zu überwinden. Die Duberstein Group aus Washington wird von niemand geringeren als Kenneth Duberstein geführt, der während der Amtszeit von Präsident Reagan als Stabschef des Weißen Hauses fungierte. Zu seinen Klienten gehören unter anderem Großunternehmen wie Pfizer und Goldman Sachs.
Übernahmen von US-Firmen durch chinesische Unternehmen gelten in den USA als äußerst unpopulär. Da die chinesische Regierung zunehmend auf rigide Internetkontrollen setzt, könnte die Einverleibung der US-Suchmaschine durch Alibaba medienwirksame Proteste hervorrufen, die sich leicht auch zu politischen Verwicklungen ausweiten könnten.
Alibaba und Softbank ringen um Unabhängigkeit von Yahoo!
Die Duberstein Group wurde eigenen Angaben zufolge von Alibaba und dem japanischen Telekomkonzern Softbank angeheuert. Beide Unternehmen versuchen seit geraumer Zeit, sich von der Abhängigkeit von Yahoo! zu lösen. Der US-Konzern hält derzeit eine Beteiligung von 43 Prozent an Alibaba und ist zu 35 Prozent an der Suchmaschine Yahoo!Japan beteiligt, die von Softbank betrieben wird. Die geplante Übernahme von Yahoo! ist als Befreiungsschlag gedacht, um sich den komplizierten Überkreuz-Beteiligungen der Konzerne zu entledigen. Alibaba und Softbank planen, das Asien-Geschäft von Yahoo! zu übernehmen, während Privatinvestoren das US-Geschäft erhalten sollten.
Obwohl Alibaba nun einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung eines Übernahmegebots vollzogen hat, ist jedoch immer noch nicht geklärt, ob es auch zu einem Angebot kommen wird, nachdem Yahoo! letzte Woche signalisiert hat, sich möglicherweise freiwillig von seinen asiatischen Beteiligungen zu trennen.
EMFIS.COM - Peking 29.12.2011 (www.emfis.de)
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