ZÜRICH (dpa-AFX) - Der Schweizer Versicherer Zurich Financial Services (ZFS) <ZURN.VTX> <ZFIN.FSE> kauft über seine Tochtergesellschaft Farmers Group die US-Autoversicherungssparte des US-Konzerns AIG. Mit diesem Schritt werde Farmers Exchanges zum drittgrößten Versicherer im traditionellen Direktvertrieb (ohne Partnervertriebsgeschäft) und zum drittgrößten Versicherer für das Privatkundengeschäft insgesamt in den USA, teilte die ZÜRICH am Donnerstagabend mit.
ZFS werde das Business zunächst für rund 1,9 Milliarden Dollar kaufen und das regulierte Versicherungsgeschäft umgehend für etwa 1,4 Milliarden Dollar in bar an die Farmers Exchanges weiter verkaufen. Daraus resultiere für die Schweizer ein Nettofinanzierungsbedarf von rund 0,5 Milliarden Dollar. Von diesen 0,5 Milliarden würden 0,4 Milliarden Dollar in Form eines nachrangigen Schuldpapiers (Capital Note) geleistet. Der Kaufpreis impliziert den Angaben zufolge ein Verhältnis von Gesamtpreis zu realem Buchwert von 1.
Des Weiteren werde ZFS den Farmers Exchanges zusätzliche Versicherungskapazitäten bieten, indem die bestehende Quotenrückversicherung gegenüber den Farmers Exchanges um rund 2,8 Milliarden Dollar von 25 auf 40 Prozent erhöht werde. Der als Folge dieser Transaktion erhöhte Kapitalbedarf, um die Akquisition und das neu erworbene Geschäft zu unterlegen, soll durch den Verkauf von ZFS-Stammaktien gedeckt werden, die 1,1 Milliarden Dollar einbringen dürften, sowie durch die Ausgabe der Capital Note, die direkt beim Verkäufer platziert werde.
Mit sofortiger Wirkung lanciere ZFS zudem den Verkauf von Stammaktien an eine begrenzte Anzahl institutioneller Anleger über einen von Citi, Credit Suisse und Deutsche Bank als Joint Bookrunners organisierten "Accelerated Bookbuild". Der Ausgabepreis für die Aktien werde beim Abschluss festgelegt. Die Platzierung von Stammaktien werde umgehend eröffnet, hieß es, und soll "spätestens" am Freitag um 18 Uhr abgeschlossen sein.
Der Schweizer Versicherer geht davon aus, dass die Übernahme, unter Berücksichtigung der Finanzierung, den Gewinn je Aktie erhöhen und sich positiv auf die Kapitalisierung auswirken werde. Weiter werde erwartet, dass durch die Transaktion sowohl die ökonomische wie auch regulatorisch vorgeschriebene Kapitalunterlegung auf konzernweiter Basis "unverändert bleibt oder sich leicht verbessern wird".
Der Abschluss der Transaktion hänge von jeweiligen kartell- und versicherungsrechtlichen Genehmigungen und anderen üblichen Abschlussbedingungen ab, hieß es. Der genaue Zeitplan des Abschlusses der Transaktion hänge zudem von der Erteilung entsprechender aufsichtsbehördlicher Genehmigungen ab, die aller Voraussicht nach bis zum dritten Quartal 2009 vorliegen sollten./uh/AWP/tw