07.02.2013 15:30
Bewerten
 (7)

Daimler rechnet mit stagnierendem Gewinn

Dividende bleibt stabil: Daimler rechnet mit stagnierendem Gewinn | Nachricht | finanzen.net
Dividende bleibt stabil
Daimler hat das Übergangsjahr 2012 mit gemischtem Erfolg hinter sich gebracht. Der Konzern rechnet mit stagnierendem Gewinn. Die Anleger honorieren die Zahlen aber dennoch - die Aktie legt zu, auch dank der weiterhin stabilen Dividende.
Zwar verkaufte der Traditionskonzern im vergangenen Jahr so viele Pkw und Lkw wie nie zuvor und steigerte den Umsatz, der operative Gewinn konnte jedoch nicht Schritt halten und gab nach. Auch in diesem Jahr rechnen die Stuttgarter mit einem stagnierenden Ertrag. Daimler-Chef Dieter Zetsche zeigte sich entsprechend nur bedingt zufrieden: "Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Daimler insgesamt ein starkes Jahr mit vielen Erfolgen, aber auch mit erkennbarem Verbesserungspotenzial", sagte er in Stuttgart. Das Unternehmen sei dem eigenen Anspruch bei Ergebnis und Rentabilität nicht gerecht geworden.

Insgesamt erwirtschaftete der im DAX notierte Konzern 2012 dank um 4 Prozent gestiegener Verkäufe einen Umsatz von 114,3 Milliarden Euro - ein Plus von 7 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um 2 Prozent auf gut 8,6 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis legte hingegen um 8 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu. Das lag vor allem an einem positiven Sondereffekt: der Trennung von einem Teil der Beteiligung am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Der kurz vor dem Jahreswechsel nach langem Hin und Her festgezurrte Verkauf spülte einen Sonderertrag von 709 Millionen Euro in die Kassen der Schwaben. Das reine operative Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft sank auf rund 8,1 Milliarden von zuvor knapp 9 Milliarden Euro.

Wie die ganze Branche hat auch Daimler mit hohen Investitionen in Produkte, Werke und Technologien zu kämpfen. Deshalb, und weil der zunehmend härtere Wettbewerb auf dem Gewinn lastet, hatten sich die Stuttgarter im Herbst von ihrer Ertragsprognose verabschiedet und peilten seither nur noch ein rein operatives Ergebnis von rund 8 Milliarden Euro an. Mit den nun vorgelegten Jahreszahlen schnitt Daimler im Rahmen der Erwartungen von Analysten ab.

Schwach lief es vor allem in der Pkw-Sparte: Mercedes-Benz verkaufte mit 1,42 Millionen Autos 4,5 Prozent mehr als im Jahr davor und so viele wie nie, blieb damit aber vor deutlich hinter der Konkurrenz zurück. BMW und Audi verbuchten zweistellige Zuwachsraten. Die Umsatzrendite sank wegen der hohen Investitionen und des schärferen Wettbewerbs auf 7,1 Prozent von 9 Prozent im Vorjahr. Auch damit hinkt Daimler wohl hinter den Rivalen zurück, die in den kommenden Wochen ihre Jahreszahlen veröffentlichen werden.

Der Grund dafür, dass die Schwaben momentan nur die Rücklichter von BMW und Audi sehen, ist vor allem die Schwäche von Mercedes-Benz auf dem immens wichtigen chinesischen Markt. Wegen Lieferschwierigkeiten und ineffizienten Vertriebsstrukturen steigerte der Konzern den Absatz im Reich der Mitte nur leicht, während die Konkurrenten deutlich zweistellige Zuwächse verbuchten. In den vergangenen Wochen unternahm Daimler aber Einiges, um der Probleme auf dem mittlerweile wichtigsten Markt der Welt Herr zu werden: Im Vorstand wurde ein China-Ressort geschaffen, die Vertriebsstruktur wurde vereinheitlicht und man kaufte sich beim chinesischen Joint-Venture-Partner BAIC ein.

Im Branchenvergleich sind das aber eher Luxusprobleme. Denn auch wenn Daimler wohl hinter den Konkurrenten zurückbleiben wird, hebt sich das gesamte Premiumsegment deutlich von vielen im Massensegment tätigen Autobauern ab. Vor allem vorrangig in Europa aktive Hersteller wie Peugeot und Opel schreiben tiefrote Zahlen. Stellenstreichungen und sogar Werksschließungen sind geplant. Der europäische Markt steckt mittlerweile seit vielen Jahren in einer tiefen Krise, die sich durch die überbordende Schuldenlast einiger Staaten zuletzt zusätzlich verschärfte. In diesem Jahr dürften die Neuzulassungen auf das niedrigste Niveau seit Anfang der 1990er Jahre zurückfallen.

Etwas besser lief es für Daimler 2012 dagegen in der Nutzfahrzeugsparte: Bereits im November wurde der Vorjahresabsatz eingefahren. Auf Gesamtjahressicht legten die Verkäufe um 9 Prozent auf 462.000 Fahrzeuge zu und mit ihnen der Umsatz auf 31,4 Milliarden nach 28,75 Milliarden Euro. Die starke Nachfrage aus Nordamerika hatte das schwache Geschäft in Europa und den Absatzeinbruch auf dem wichtigen brasilianischen Markt, wo Subventionen gestrichen worden waren, kompensiert. Weil Daimler jedoch auch hier massiv in neue Produkte investiert hat und wegen der schwachen Entwicklung auf einigen wichtigen Märkten fiel die Umsatzrendite auf 5,5 von 6,5 Prozent im Vorjahr.

Auch bei den Konkurrenten Scania und Volvo war 2012 allerdings von jedem erlösten Euro deutlich weniger übrig geblieben. Der deutsche Nutzfahrzeugrivale MAN wird sich am Freitag in die Jahresbilanz schauen lassen. Die Daimler-Aktionäre sollen das schwache operative Geschäft aber nicht zu spüren bekommen: Die Dividende soll wie auch im Vorjahr bei 2,20 Euro je Anteilsschein liegen.

Für dieses Jahr und das Jahr 2014 erwartet Daimler einen kontinuierlich zunehmenden Umsatz. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll sich ab der zweiten Jahreshälfte erholen und am Jahresende in etwa auf dem Niveau von 2012 liegen. Für 2014 und die Jahre danach soll der Gewinn dank effizienterer Strukturen und der gestarteten Produktoffensive bei Mercedes-Benz dann wieder zulegen.

Die Daimler-Zahlen wurden vorbörslich noch mit Enttäuschung aufgenommen, im Handelsverlauf überwiegt aber offenbar der Optimismus der Anleger. Aktuell gehören die Titel zu den größten Gewinnern unter den Standardwerten.

Mit Material von dpa und Dow Jones Newswires

Bildquellen: Daimler AG, ben bryant / Shutterstock.com
Anzeige

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Mini Future auf DaimlerNG17EL

Nachrichten zu Daimler AG

  • Relevant
  • Alle
    2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
"Volkswagen 2.0?"
Daimler-Spitze lässt Aktionäre bei drängenden Fragen im Dunkeln
Ein möglicher Diesel-Skandal auch bei Daimler? Die Frage nach möglichen Manipulationen von Abgaswerten bei Fahrzeugen des Stuttgarter Autobauers trieb die Aktionäre des Autobauers bei der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin um.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Daimler AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
29.03.2017Daimler buyDeutsche Bank AG
29.03.2017Daimler Equal-WeightMorgan Stanley
29.03.2017Daimler UnderperformBNP PARIBAS
28.03.2017Daimler NeutralMacquarie Research
27.03.2017Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
29.03.2017Daimler buyDeutsche Bank AG
27.03.2017Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
24.03.2017Daimler OutperformBernstein Research
23.03.2017Daimler buyCommerzbank AG
21.03.2017Daimler OutperformBernstein Research
29.03.2017Daimler Equal-WeightMorgan Stanley
28.03.2017Daimler NeutralMacquarie Research
14.03.2017Daimler Equal weightBarclays Capital
08.03.2017Daimler Equal weightBarclays Capital
06.03.2017Daimler NeutralGoldman Sachs Group Inc.
29.03.2017Daimler UnderperformBNP PARIBAS
14.03.2017Daimler UnderperformBNP PARIBAS
03.03.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
27.02.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
17.02.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Daimler AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX stabil erwartet -- Asiens Börsen mit Verlusten -- Im riesigen Hype um Model 3 wird Teslas größte Schwäche komplett übersehen -- SMA Solar erhöht Dividende -- IPO: Erstnotiz von Ibu-Tec

Hafenbetreiber HHLA erwartet 2017 weniger Gewinn. SLM Solutions will 2017 kräftig wachsen. Biotest spricht mit Chinesen über Zusammenschluss. Ölpreise können Gewinne halten. US-Notenbanker plädieren für weitere Zinsschritte 2017. Zurich-Aktionäre ermöglichen große Kapitalerhöhung.

Top-Rankings

Hier macht Arbeiten Spaß
Die besten Arbeitgeber weltweit
KW 12: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 12: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der bayerische Handelsverband rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Lebensmittelverkäufe über das Internet. Wäre das auch was für Sie?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
AURELIUS Equity Opp. SE & Co. KGaAA0JK2A
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
BayerBAY001
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Nordex AGA0D655
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
Scout24 AGA12DM8
BMW AG519000
Siemens AG723610