28.12.2012 23:07
Bewerten
 (0)

Krisensitzung im US-Etatstreit droht offenbar zu scheitern

Zeit wird knapp: Krisensitzung im US-Etatstreit droht offenbar zu scheitern | Nachricht | finanzen.net
Zeit wird knapp
Das Krisengespräch zwischen US-Präsident Barack Obama und den Republikanern im Etatstreit droht offensichtlich zu scheitern.
Erste Teilnehmer verließen bereits eine gute Stunde nach Gesprächsbeginn am Freitag das Weiße Haus, berichtete der Fernsehsender CNN. Kurz zuvor hieß es, Obama habe keine neuen Kompromissvorschläge präsentiert. Der Sender berief sich auf eine anonyme informierte Quelle.

   Obama habe auf Steuererhöhungen für Haushalte mit 250.000 Dollar Jahreseinkommen bestanden, hieß es weiter. Falls es keine anderen Vorschläge gebe, sollten beide Kongresskammern darüber abstimmen. Die Republikaner lehnen höhere Steuern kategorisch ab.

    Am Treffen mit Obama im Oval Office im Weißen Hauses nahmen die Führer der Republikaner und Demokraten im Abgeordnetenhaus, John Boehner und Nancy Pelosi, sowie die Senatsfraktionschefs beider Seiten, Mitch McConnell und Harry Reid teil.

 OBAMA WOLLTE MIT OPPOSITION NOCH VOR JAHRESENDE KOMPROMISS

    Obama wollte mit der Opposition noch vor Jahresende einen Kompromiss aushandeln, um drohende Steuererhöhungen für die Mittelschicht sowie massive Ausgabenkürzungen im nächsten Jahr zu verhindern. Allerdings hatten Politiker wie Finanzexperten nur noch wenig Hoffnung, dass noch rechtzeitig eine Lösung gefunden wird.

   Experten fürchten, dass die USA ohne einein Einigung in eine neue Rezession stürzen könnten - mit möglichen schweren Folgen für die Weltwirtschaft. Eine erste Folge könnte eine Verunsicherung der internationalen Finanzmärkte sein.

LÖSUNG WOHL AUCH ZUM JAHRESANFANG MÖGLICH

  Doch eine Lösung ist nach Ansicht von Finanzexperten und Politikern auch noch zum Jahresanfang möglich. Zwar werden nach dem Scheitern 2013 automatische Steuererhöhungen sowie Etatkürzungen in Höhe von 600 Milliarden Dollar (454 Milliarden Euro) in Kraft treten. Allerdings meinen Fachleute diese Maßnahmen seien erst später wirklich spürbar - und es gebe daher noch einen gewissen zeitlichen Spielraum zum Jahresanfang.

  Allein die automatischen Steuererhöhungen, die 2011 wegen der immer größeren Staatsschulden verabredet worden waren, bedeuten, dass eine Durchschnittsfamilie jährlich über 3000 Dollar mehr zahlen muss. Da die US-Wirtschaft zu 70 Prozent von der internen Nachfrage abhängt, dürften solchen Steuererhöhungen die ohnehin lahmende US-Konjunktur empfindlich treffen.

 CHANCEN AUF DURCHBRUCH WAREN SEHR GERING

    Schon im Vorfeld war aber klar geworden, dass die Chancen auf einen Durchbruch sehr gering waren. Politiker und Medien hatten von der letzten Chance vor Silvester gesprochen. Reid hatte bereits am Donnerstag düster prophezeit: "Wir stürzen von der Fiskalklippe." Dennoch hatte Boehner die Abgeordneten für den Sonntag aus den Weihnachtsferien nach Washington zurückgerufen - in der Hoffnung auf eine Lösung in letzter Minute.

     Eine Einigung Anfang nächsten Jahres könnte anderenfalls so aussehen, dass die zum Jahresanfang in Kraft tretenden Steuererhöhungen für die Mittelschicht nachträglich wieder rückgängig gemacht und die Ausgabenkürzungen ausgesetzt werden, bis ein detailliertes Sparprogramm ausgearbeitet worden ist.

 REPUBLIKANER SPERREN SICH KATEGORISCH GEGEN JEGLICHE STEUERERHÖHUNGEN

 Die Republikaner sperren sich kategorisch gegen jegliche Steuererhöhungen, während Obama die Reicheren stärker zur Kasse bitten will. Würden am 1. Januar automatisch Erhöhungen für alle anlaufen, bliebe es den Republikanern erspart, aktiv für Steuererhöhungen zu stimmen.

  Zudem droht weitere Unbill: Finanzminister Timothy Geithner hatte bereits zuvor davor gewarnt, dass die USA zum Jahresende erneut die Schulden-Obergrenze erreichen. Der derzeitige Rahmen von 16,4 Billionen Dollar sei am 31. Dezember ausgeschöpft. Geithner will nach eigenen Angaben durch Etat-Umschichtungen zeitlichen Spielraum gewinnen. Doch er machte deutlich, dass die USA ohne eine Einigung spätestens in zwei Monaten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können.

    WASHINGTON (dpa-AFX)

Bildquellen: Christopher Halloran / Shutterstock.com, Frank Jr / Shutterstock.com
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich fester -- Dow Jones am Ende fester -- Commerzbank will wohl Wertpapierabwicklung auslagern -- Short-Angriff: AURELIUS-Aktien brechen massiv ein -- EVOTEC, E.ON, Snapchat im Fokus

S&P erhöht Ratings von Commerzbank und Deutsche Bank. VW-Aufsichtsrat schlägt Entlastung aller Vorstandsmitglieder vor. Bankaktien europaweit gefragt - Umfeld hellt sich auf. Tencent steigt mit fünf Prozent bei Tesla ein. RWE signalisiert Investoren höhere Ausschüttungen ab 2019. Elon Musk gründet abermals ein neues Unternehmen.

Top-Rankings

Hier macht Arbeiten Spaß
Die besten Arbeitgeber weltweit
KW 12: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 12: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Der bayerische Handelsverband rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Lebensmittelverkäufe über das Internet. Wäre das auch was für Sie?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
AURELIUS Equity Opp. SE & Co. KGaAA0JK2A
CommerzbankCBK100
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
EVOTEC AG566480
BayerBAY001
E.ON SEENAG99
Nordex AGA0D655
Apple Inc.865985
Allianz840400
Infineon Technologies AG623100
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
SAP SE716460