18.03.2013 19:55
Bewerten
 (0)

Zugausfälle und Verspätungen durch Warnstreik bei der Bahn

    BERLIN (dpa-AFX) - Warnstreiks in einigen Leitstellen der Bahn haben am Montag den Zugverkehr in Deutschland empfindlich getroffen. Mehr als 150 Züge fielen ganz oder auf Teilstrecken aus. Mehrere hundert Fern- und Nahverkehrszüge hatten Verspätungen von bis zu zwei Stunden. Von der mehrstündigen Arbeitsniederlegung am frühen Morgen waren vor allem Stellwerke und Werkstätten betroffen. Die Deutsche Bahn setzte am Abend die Tarifverhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für die rund 130.000 Beschäftigten fort. Ein Durchbruch wurde nicht erwartet.

    Rund 1000 Beschäftigte beteiligten sich nach EVG-Angaben an den Warnstreiks, darunter auch viele Reinigungskräfte. Schwerpunkte waren Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Kiel, Frankfurt, Stuttgart, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch der Güterverkehr war laut Bahn betroffen.

    Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber reagierte "stinksauer" auf die Streikaktionen. Er halte sie "für völlig überzogen und völlig überflüssig". Die EVG haben noch nicht einmal offiziell auf das Tarifangebot der Bahn reagiert. Es sieht in einem ersten Schritt 2,4 Prozent mehr Geld in diesem Jahr vor, weitere 2,0 Prozent im nächsten Jahr, eine Einmalzahlung von 400 Euro sowie eine Aufstockung der betrieblichen Altersversorgung um ein Prozent.

    Die EVG fordert dagegen 6,5 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Ihre Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba kritisierte, die Bahn wolle rund 30.000 Beschäftigten aus dem Dienstleistungssektor nur die Hälfte einer Einkommenserhöhung zugestehen. Betroffen wären davon gerade niedrig bezahlte Gruppen wie Reinigungs- und Sicherheitskräfte.

    Weber entgegnete, alle Beschäftigten sollten das gleiche Gesamtvolumen bekommen, aber teils in unterschiedlicher Form. Der Bahn-Vorschlag ziele darauf ab, bei einzelnen Berufsgruppen und regional "Differenzen zu glätten".

    Bahn und EVG wollten die Verhandlungen am Dienstag mit den Vertretern von sechs konkurrierenden Nahverkehrsbahnen fortsetzen. Am Mittag wollte die Tarifkommission der EVG über den bis zu diesem Zeitpunkt erreichten Stand und mögliche weitere Maßnahmen beraten. Bis dahin sollte es keine weiteren Arbeitsniederlegungen geben.

    Die Warnstreiks hatten am frühen Montagmorgen begonnen und dauerten bis 8.00 Uhr, in den Werkstätten Mannheim und Braunschweig sogar bis 9.00 Uhr. Bis in den Abend hinein sei weiterhin mit Beeinträchtigungen zu rechnen, teilte die Bahn mit: "Die während des Streiks aufgebauten Verspätungen lassen sich nur schrittweise abbauen." Die Bahn hatte zusätzliche Personal eingesetzt, um die Betriebszentralen zu verstärken und die Reisenden zu informieren.

    Die Bahn lockerte wegen des Warnstreiks ihre Reiseregeln. Fahrgäste mit einem Ticket für einen bestimmten Zug, die ihre Reise nicht antreten konnten oder abbrechen mussten, durften die nächstmögliche frühere oder spätere Verbindung nutzen. Fahrkarten und Reservierungen, die am Streiktag gültig waren, werden kostenfrei erstattet./brd/DP/jkr

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX geht stabil ins Wochenende -- Wall Street freundlich -- PayPal-Deal mit Visa -- ElringKlinger kassiert Prognose -- Starbucks, Boeing, AMD im Fokus

Teile ehemaliger Bilfinger-Sparte offenbar wieder zum Verkauf. Rekordtransfer: Schürrle-Wechsel zum BVB offiziell. Gewinneinbruch bei American Airlines. GE punktet mit Energie und Luftfahrt. VW-Konzern setzt in Südkorea Verkauf von 79 Modellen aus. Heideldruck-Chef Linzbach verlässt Unternehmen. EZB-Vertreter: Probleme italienischer Banken lösbar.
Die wertvollsten Marken 2016
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bundesregierung sieht keine Auswirkungen des Putschversuchs in der Türkei auf das Flüchtlingsabkommen mit der EU. Sehen Sie das auch so?