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ING Markets

13.10.2008 07:45

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Zweistellige Kursaufschläge an deutschen Parketts -- DAX schließt über 5.000 -- Berlin: 500 Milliarden Euro schweres Rettungspaket -- Euroländer legen Rettungspakete auf -- TUI verkauft Hapag Lloyd


Die deutschen Börsen haben ihre Talfahrt vorerst beendet. Rettungspläne europäischer Länder zur Eindämmung der Finanzkrise sorgten für Erleichterung und trieben die Kurse an den Parketts. Auch das milliardenschwere Rettungspaket der Bundesregierung stützte. Der DAX schoss auf über 5.000 Punkte.


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Deutsche Börsen: Rettungspläne sorgen für zweistelliges Kursplus
Nach den Panikverkäufen vom Freitag konnte der Kursrutsch an den deutschen Börsen zu Wochenbeginn vorerst gestoppt werden. Eine eindeutige Gegenbewegung setzte ein, die den Indizes zu zweistelligen Kursaufschlägen verhalf. Die angekündigten europäischen Maßnahmen zur Bankenrettung, insbesondere aber das rund 500 Milliarden Euro schwere Bankenrettungspaket der deutschen Regierung sorgte wieder für Zuversicht an den Parketts. Im Anlegerfokus standen daher insbesondere Finanztitel. Auch Infineon stand unter Beobachtung, nachdem der geplante Verkauf der defizitären Tochter Qimonda immer schwieriger zu werden scheint und die Tochter ein umfassendes Restrukturierungsprogramm angekündigt hatte. Erfolgreich getrennt hat sich unterdessen die TUI von ihrem Reedereigeschäft. Hapag Lloyd geht zu zwei Dritteln an ein Hamburger Konsortium. Die Märkte quittierten dies mit Kursaufschlägen.

Der DAX stieg bereits mit einem deutlichen Kursplus in den Handel ein und baute seine Gewinne am Nachmittag nach dem Handelsstart in den USA weiter aus. Der Leitindex schloss massiv erholt mit einem Aufschlag von 11,4 Prozent bei 5.062 Zählern.

Auch im Technologiewerteindex schöpften die Anleger wieder Zuversicht. Der TecDAX schoss ebenfalls zweistellig nach oben und verabschiedete sich 13,1 Prozent fester bei 585 Indexpunkten.

17:39 Uhr: Russische Börsen gegen den Trend schwach
Nachdem die russischen Aktienmärkte in der vergangenen Woche nach tagelangen Kurseinbrüchen geschlossen blieben, wurde der Handel am Montag wieder aufgenommen. Dabei konnten die Märkte allerdings nicht von den Rettungsmaßnahmen europäischer Regierungen profitieren. Auch die teils deutlichen Kursaufschläge an den Parketts in Asien und Europa brachten nicht die erhoffte Erholung. Offenbar spekulieren auch die russischen Anleger auf weitere Rettungsmaßnamen seitens der Regierung, die bislang ausblieben. Die Enttäuschung schlägt sich in einer erneuten Talfahrt nieder.

16:45 Uhr: Euro legt wieder zu
Die Europäische Gemeinschaftswährung Euro hat angesichts diverser Rettungspläne in Euroländern am Montag wieder zugelegt und konnte die Marke von 1,36 Dollar zeitweise zurückerobern. Aktuell rutscht die Währung wieder unter die psychologisch wichtige Hürde, verteidigt aber ihre Aufschläge weiter. Die Anleger an den Devisenmärkten fassen aktuell wieder Vertrauen. Insbesondere die angedachte schnelle Umsetzung der Maßnahmen sorgt für Kauflaune unter den Anlegern.

16:22 Uhr: Frankreichs Rettungsplan: 360 Milliarden Euro
Auch die Regierung in Frankreich hat sich an den Rettungsmaßnahmen zur Eindämmung der Finanzmarktkrise beteiligt. Wie am Nachmittag bekannt wurde, stellt der Staat Garantien für Interbankenkredite in der Gesamthöhe von 320 Milliarden Euro bereit. Zusätzlich will die Pariser Regierung mit weiteren 40 Milliaden Euro angeschlagene Finanzhäuser mit Liquidität versorgen. Dafür will der Staat allerdings Mitspracherecht bei der Geschäftspolitik sowie der Höhe der Managergehälter erhalten.

15:30 Uhr: Wall Street auf Erholungskurs
Angesichts mehrheitlich freundlicher Vorgaben aus Asien und Europa leiten auch die US-Indizes zu Beginn der neuen Handelswoche einen Erholungskurs ein und starten freundlich. Die globalen Hilfspakete verschiedener Länder, mit denen der Finanzmarktkrise Einhalt geboten werden soll, sorgen auch an den US-Parketts für leichte Entspannung. Zudem hat die japanische Großbank Mitsubishi UFJ Holdings (MUFG) ihren Einstieg beim angeschlagenen US-Konkurrenten Morgan Stanley abgeschlossen, was die Anleger mit Erleichterung aufnehmen.

Der Dow Jones-Index steigt freundlich in die neue Handelswoche ein. Die Technologiebörse Nasdaq Composite notiert mit deutlichen Aufschlägen.

14:51 Uhr: MUFG: Einstieg bei Morgan Stanley perfekt
Die japanische Großbank Mitsubishi UFJ Holdings (MUFG) hat ihren Einstieg beim angeschlagenen US-Konkurrenten Morgan Stanley abgeschlossen. Dabei haben die Japaner angesichts des Kursverfalls bei der Aktie der US-Bank den Angaben zufolge bessere Konditionen erhalten. Neun Milliarden Dollar investiert die MUFG und erwirbt dafür rund 21 Prozent an Morgan Stanley. Im einzelnen sollen 7,8 Milliarden Doller in in Stammaktien wandelbare Vorzugspapiere investiert werden. Weitere 1,2 Milliarden Dollar stecken die Japaner in nicht wandelbare Vorzugsaktien. Die Papiere werden mit einer Dividende von jeweils zehn Prozent verzinst.

14:37 Uhr: Deutsches Rettungspaket über 500 Milliarden Euro
Die deutsche Regierung hat sich auf ein milliardenschweres Rettungspaket verständigt. Dieses sieht die Einrichtung eines Sondervermögens, des „Finanzmarktstabilisierungsfonds“, vor, für den der Bund haftet. Dieser soll Garantien für Verbindlichkeiten aus Einlagen geben können. Für diesen Zweck wird der Finanzmarktstabilisierungsfonds gegen eine angemessene Gebühr Garantien in Höhe von bis zu 400 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Haushaltsrechtlich trifft die Bundesregierung dabei eine Vorsorge für Ausfälle in Höhe von fünf Prozent der Garantiesumme, also 20 Milliarden Euro. Diese Staatsgarantien sollen helfen, das Misstrauen der Finanzhäuser untereinander abzubauen und das Interbankengeschäft wieder anzukurbeln. Insgesamt soll sich der Plan auf ein Gesamtvolumen von 500 Milliarden Euro belaufen. Weitere 80 Milliarden Euro stehen den Plänen zufolge für die Bankenkapitalisierung bereit.

13:54 Uhr: Société Générale dementiert Marktgerüchte
Die französische Großbank Société Générale hat Spekulationen zurück gewiesen, nach denen das Finanzhaus heftige Verluste bei strukturierten Produkten eingefahren hat. Die Bank schaltete zudem die französiche Börsenaufsicht ein. Diese soll nun untersuchen, woher die Gerüchte kamen, die den Anteilsschein der Société Générale auf massive Talfahrt geschickt hatten.

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