18.02.2013 11:49
Bewerten
 (0)

Zyprer entscheiden in Stichwahl über neuen Präsidenten

    NIKOSIA (dpa-AFX) - Der konservative Politiker Nikos Anastasiades hat sich in der ersten Runde der Präsidentenwahl auf Zypern mit 45,5 Prozent der Stimmen klar gegen seine zehn Mitbewerber durchgesetzt. Für einen Sieg gleich im ersten Wahlgang verfehlte er am Sonntag jedoch die notwendige absolute Mehrheit. Der 66-Jährige sprach von einem Auftrag, die drittgrößte Mittelmeerinsel wieder auf Europakurs zu bringen. "Ich habe heute ein starkes Mandat für eine europäische Orientierung (Zyperns) erhalten", sagte er am Sonntagabend.

 

    Sein Gegenkandidat in der zweiten Runde wird der linke Politiker Stavros Malas sein, der mit 26,9 Prozent zweiter wurde. Malas wurde hauptsächlich von der kommunistischen AKEL-Partei unterstützt. Beobachter in Nikosia sprachen mit Blick auf den zweiten Wahlgang deshalb von einem klassischen Rechts-Links-Duell.

 

    Beide Seiten liebäugeln jetzt mit den Wählern des Drittplatzierten Giorgos Lillikas, der am Sonntag 24,9 Prozent der Stimmen erhielt. "Alle flirten jetzt mit der politischen Mitte", meinte die Zeitung "Phileleftheros" am Montag.

 

    Der neue Präsident soll die pleitebedrohte Inselrepublik durch die schwerste Finanzkrise der jüngeren Geschichte führen und vor dem Bankrott bewahren. Zypern braucht nach offiziellen Angaben dringend 17,5 Milliarden Euro, um seine Banken und die Staatsfinanzen zu stabilisieren. Nur noch bis Ende März ist nach offiziellen Angaben Geld in den Staatskassen.

 

    Malas, der Privatisierungen staatlicher Unternehmen und eine Verschlankung des Staates ablehnt, zeigte sich siegessicher. "Diesen Kampf werden wir gewinnen", sagte der 55-jährige Mediziner unter dem Jubel seiner Anhänger in Nikosia und bedankte sich bei der Kommunistischen Partei und anderen linken Kräften für die Unterstützung.

 

    Auf Zypern wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Er bestimmt und führt die Regierung. Auch im türkisch-zyprischen Norden der Insel wurde die Wahl mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Allerdings spielte der Streit um eine Wiedervereinigung der seit fast 40 Jahren geteilten Insel anders als in der Vergangenheit diesmal kaum ein Rolle.

 

    Zypern - seit 2004 EU-Mitglied - ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Das europäische Regelwerk gilt jedoch nur im griechisch-zyprischen Süden. Mehrere Verhandlungsrunden zur Überwindung der Teilung sind in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert./tt/DP/jha

 

Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX geht mit kräftigem Abschlag ins Wochenende -- Wall Street im Minus -- Winterkorn bleibt VW-Chef -- Balkanstaaten stellen Griechen-Banken unter Quarantäne -- Deutsche Bank, GE im Fokus

Obama lobt Kongress-Pläne zu Handelsabkommen TTIP. G20 kritisieren USA wegen IWF-Stimmrechtsblockade. Nächster Paukenschlag in Pharmaindustrie möglich: Teva erwägt Mylan-Kauf. Fresenius verhandelt über Zukauf in Israel. G20-Finanzminister optimistischer über Weltwirtschaft. Merkel sieht perspektivisch Freihandelszone mit Russland. Obama ermahnt Griechenland zu Reformen. US-Autobauer Ford investiert Milliarden in Mexiko. Auswärtiges Amt bringt Deutsche aus Jemen in Sicherheit.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die besten Flughäfen der Welt

Welche Startups werden von Investoren am höchsten bewertet?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

10 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

Die wundersame Welt von Google

mehr Top Rankings

Umfrage

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2014 das dritte Jahr in Folge gesunken. Sollte Deutschland diese Entwicklung 2015 mitmachen?