28.06.2013 07:46
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Nike punktet mit höherem Gewinn

Materialkosten gesenkt
Der US-Sportartikelhersteller Nike hat im Schlußquartal 2012/13 über ein Fünftel mehr verdient als im Vorjahr und die Gewinnmargen das zweite Quartal in Folge gesteigert.
Die Prognose des adidas-Konkurrenten für das laufende erste Quartal und das neue Geschäftsjahr lagen im Rahmen der Markterwartungen - allerdings warnte Nike vor einem Umsatzrückgang in China in den ersten sechs Monaten. Der Hersteller von Schuhen und Sportkleidung muss die Form und Farbe der in China verkauften Produkte anpassen, um den Geschmack der Kunden besser zu treffen. Die Aktie legte nach Vorlage der Zahlen zunächst zu, rutschte im nachbörslichen US-Handel aber 2,2 Prozent ins Minus, nachdem Manager andeuteten, dass die Trendwende in China mehr Zeit benötigen dürfte als erwartet.

   Dessen ungeachtet erwartet Nike im Gesamtjahr 2013/14 einen Gewinnanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die 2014 anstehende Fußballweltmeisterschaft in Brasilien 2014 die Nachfrage nach Sportbekleidung treiben. Die Margen dürften im Laufe des Jahres dank höherer Preise und nachlassendem Gegenwind aus den Devisenmärkten kontinuierlich steigen.

   Im vierten Geschäftsquartal weitete sich die Bruttomarge auf 43,9 Prozent von 42,8 Prozent im Vorjahr aus. Bis zum dritten Quartal hatte die Gewinnspanne über zwei Jahre hinweg unter Druck gestanden und war kontinuierlich gesunken. Doch höhere Verkaufspreise, niedrigere Materialkosten und eine Änderung bei der Terminierung von Ausgaben in der Lieferkette lies die Marge steigen. Auch adidas hatte zuletzt trotz des schwierigen Marktumfeldes mit einem kräftigen Renditesprung überrascht. Sie legte unter anderem dank höhere Preise und einem besseren Produktmix auf den Rekord von 50,1 Prozent zu.

   Nike verzeichnete das stärkste Wachstum im Heimatmarkt USA, wo die Einnahmen um beeindruckende 12 Prozent zulegten. Auch in den Schwellenmärkten und Zentral - sowie Osteuropa konnten die Umsätze zulegen und Rückgänge in Japan und Westeuropa sowie eine Stagnation in China ausgleichen. Laut Finanzvorstand Bon Blair waren die Umsätze von Nikes größten Einzelhandelspartnern in China auf vergleichbarer Basis gestiegen, während die Lagerbestände schrumpften. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns", sagte Blair. "Unsere berichteten Ergebnisse für China werden nicht immer einem glatten Weg folgen, und es ist schwer vorherzusagen, wie schnell es zu nachhaltigem Wachstum zurückkehrt".

   Treiber der starken US-Nachfrage in den vergangenen Jahren waren neue Farben und Materialien, die Nike und andere Sportartikelhersteller auf den Markt brachten. Nike profitierte von einer Reihe neuer Produkte wie dem Laufschuh Flyknit, dem Trainingsarmband Nike+ und Bekleidung im Zusammenhang mit einem Vertrag mit der National Football League (NFL). Gefragt waren zuletzt vor allem Produkte aus den Bereichen Laufen, Basketball und Training. Im vergangenen Jahr hatte die Fußball-Europameisterschaft die Nachfrage nach Fußballprodukten getrieben.

   "Neue Innovationen und Technologien beschleunigen das Tempo des Wandels in der Branche und in unserem Geschäft, und wir konzentrieren uns darauf, diese Veränderung anzuführen", gibt sich CEO Mark Parker selbstbewusst. Die sogenannten künftigen Aufträge - Order für Schuhe und Bekleidung, die erst zwischen Juni und November ausgeliefert werden - steigerte Nike um 8 Prozent - nach 7 Prozent im Vorjahr - und konnte dabei vor allem in Nordamerika, den Schwellenländern und Zentral- und Osteuropa punkten. Auf dem für Nike besonders wichtigen chinesischen Markt blieb der Auftragseingang jedoch mau.

   Insgesamt erhöhte der Sportartikelhersteller seinen Gewinn im vierten Quartal um 22 Prozent auf 668 Millionen Dollar. Neben dem gesteigerten Umsatz, er legte um 7,4 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar zu.

(END) Dow Jones Newswires
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