19.11.2017 14:15
Bewerten
(1)

Betrug bei Rabattzahlungen der Post: Millionen erfundene Briefe?

DRUCKEN

BONN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit Millionen erfundenen Briefen sollen Betrüger die Deutsche Post geprellt haben. Die Kriminellen profitierten offensichtlich von einem Rabattsystem für Großkunden - und davon, dass der Dax (DAX 30)-Konzern angesichts von etwa 58 Millionen Sendungen am Tag nicht jede einzelne Lieferung überprüfen kann. Ausschließlich nicht betroffen waren Briefe von Privatpersonen. Ein Post-Sprecher bestätigte am Wochenende, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) über den Betrug berichtet.

Der Ablauf ist normalerweise folgendermaßen: Dienstleister sammeln Sendungen von Geschäftskunden ein - zumeist Behörden oder Firmen, die täglich Tausende Briefe verschicken - und geben diese dann bereits frankiert direkt bei den Briefsortierzentren der Post ab. Dafür gewährt der Konzern Rabatte, die sich je nach Briefmenge erhöhen und die sich Dienstleister und Geschäftskunden teilen. Bei Briefen wird auch bei der Einsammlung durch die sogenannten Konsolidierer ein Standardporto von derzeit 70 Cent fällig; der Rabatt für die Dienstleister beträgt bis zu 44 Prozent - im Maximalfall also 31 Cent je Brief.

Nun aber haben offensichtlich "einige Mitarbeiter aus solchen Firmen mit krimineller Energie", wie es einer nennt, dem die Ermittlungen vertraut sind, das System ausgenutzt - und zahlreiche Briefe abgerechnet, die nie geschrieben wurden.

Nach Informationen der "FAS" geht es in dem Betrugsfall um Hunderte Millionen Sendungen. Demnach ist in den Ermittlungsakten von massenhaft "fingierten" und "nicht existenten Briefen" die Rede. Der Schaden werde auf 50 bis 100 Millionen Euro geschätzt, so das Blatt. Ein wichtiger Tatort sei das Briefzentrum in Frankfurt mit vielen Millionen Sendungen täglich gewesen, wo vor allem an Samstagen, erfundene Briefe registriert worden seien. Denn dann seien die zuständigen Stellen schwach oder gar nicht besetzt gewesen.

Zwar prüfen bei Anlieferung Mitarbeiter der Post anhand sogenannter Einlieferungslisten etwa die Vertragsnummer und die Art der Sendung. Letztlich bleibt es aber bei Stichproben, auch weil die wenigen Post-Beschäftigten die oft per Lastwagen herangekarrten Tonnen an Briefen nicht alle prüfen können. Danach landen die Briefe in der Sortierautomatik und werden schließlich von der Post zugestellt. Die "Konsolidierer" operieren zumeist regional und verfügen nicht über das dichte Zustellnetz des klaren Marktführers.

Zu all diesen Details wollte sich ein Postsprecher mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern; auch nicht dazu, ob es Komplizen innerhalb des Unternehmens gab. Er sagte am Sonntag lediglich, dass es in der Vergangenheit nie größere Verstöße gegeben habe. Vielmehr seien die meisten Firmen "Geschäftskunden mit seriösem Geschäftsgebaren".

Allerdings will die Post künftig ihre Kontrollen verändern und setzt dafür verstärkt auf Digitalisierung. Vom neuen Jahr an gelten deutlich schärfere Regeln in den Briefzentren, wie die "FAS" schreibt.

Die Justiz hat die Aufarbeitung des Falls, der anscheinend eher zufällig aufflog, offensichtlich bereits weit vorangetrieben. 14 Menschen im Alter von 39 bis 58 Jahren würden als Beschuldigte geführt, von denen drei in Untersuchungshaft seien, zitierte die "FAS" den Koblenzer Oberstaatsanwalt Rolf Wissen. Die Anklagebehörde war am Wochenende nicht für eine Stellungnahme zu erreichen./bvi/DP/edh

Anzeige

Nachrichten zu Deutsche Post AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Post AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
14.12.2017Deutsche Post overweightMorgan Stanley
12.12.2017Deutsche Post NeutralJP Morgan Chase & Co.
11.12.2017Deutsche Post buyWarburg Research
08.12.2017Deutsche Post HaltenIndependent Research GmbH
07.12.2017Deutsche Post Conviction BuyGoldman Sachs Group Inc.
14.12.2017Deutsche Post overweightMorgan Stanley
11.12.2017Deutsche Post buyWarburg Research
07.12.2017Deutsche Post Conviction BuyGoldman Sachs Group Inc.
01.12.2017Deutsche Post buyDeutsche Bank AG
27.11.2017Deutsche Post OutperformRBC Capital Markets
12.12.2017Deutsche Post NeutralJP Morgan Chase & Co.
08.12.2017Deutsche Post HaltenIndependent Research GmbH
20.11.2017Deutsche Post neutralBernstein Research
15.11.2017Deutsche Post NeutralJP Morgan Chase & Co.
10.11.2017Deutsche Post HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
25.08.2017Deutsche Post UnderperformCredit Suisse Group
11.05.2017Deutsche Post ReduceKepler Cheuvreux
09.05.2017Deutsche Post ReduceKepler Cheuvreux
09.03.2017Deutsche Post UnderperformCredit Suisse Group
09.11.2016Deutsche Post UnderperformCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Post AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Melden Sie sich jetzt an!

Gold, Öl und Industriemetalle erleben ein Comeback: Kupfer legte beispielsweise seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Welche Einstiegschancen sich nun ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar am 19. Dezember.
Hier zum Rohstoff-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Charttechnischer Ausblick auf die Finanzmärkte 2018

Nicht verpassen: Am 4. Januar Live-Webinar mit einer Analyse der langfristigen Chartbildern von Zinsen, EUR/USD, Rohstoffen und Aktien. Exklusiv für den Börse Stuttgart Anlegerclub.
Kostenfrei registrieren und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX geht grün ins Wochenende -- Wall Street schließt im Plus -- Bitcoin: Neues Rekordhoch -- H&M-Aktie stürzt ab -- Airbus-Konzernchef Enders geht 2019 -- Oracle, HelloFresh, Merck KGaA, VW im Fokus

Luxemburg klagt gegen EU-Steuernachforderung an Amazon. EU strebt schnelle Fortschritte bei Bankenunion und ESM an. Tui verstärkt sich im Kreuzfahrtgeschäft. Ryanair wirft bei Fluggesellschaft Niki Hut in den Ring. Ripple marschiert auf Platz drei der größten Kryptowährungen. Steinhoff bekommt Hilfe von Tochter Steinhoff Africa Retail. Gemalto offenbar doch bereit zu Übernahmegesprächen mit Atos. CropEnergies verdient im dritten Quartal weniger.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Scout24 AGA12DM8
Daimler AG710000
Steinhoff International N.V.A14XB9
BMW AG519000
Apple Inc.865985
Allianz840400
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
EVOTEC AG566480
Amazon906866
RWE AG St.703712
adidas AGA1EWWW
Deutsche Telekom AG555750