24.08.2017 19:02
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Steinhoff-Aktie schließt tiefrot: Steinhoff weist Vorwurf der Bilanzfälschung gegen CEO zurück

Bilanzfälschung?: Steinhoff-Aktie schließt tiefrot: Steinhoff weist Vorwurf der Bilanzfälschung gegen CEO zurück | Nachricht | finanzen.net
Bilanzfälschung?
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Der Möbelhändler Steinhoff hat seinen CEO gegen den Vorwurf der Bilanzfälschung in Schutz genommen.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen Vorstandschef Markus Jooste, wie das Manager Magazin berichtete. Zudem würden ein weiterer hochrangiger Konzernmanager sowie zwei weitere Männer aus dem Umfeld des MDAX-Konzerns, dem zweitgrößten europäischen Möbelhersteller hinter Ikea, beschuldigt. Die Steinhoff-Akten haben ihr Minus im späten Donnerstagshandel gegenüber dem Tagestief fast halbiert. Zu Handelsschluss notierten sie 10,21 Prozent niedriger bei 3,801 Euro, nachdem sie kurz zuvor um 17 Prozent auf ein Rekordtief bei 3,50 Euro gefallen waren.

Wesentliche Fakten und Behauptungen seien falsch und irreführend, teilte Steinhoff mit. Quelle einiger der Anschuldigungen sei ein ehemaliger Joint-Venture-Partner, mit dem Unternehmenstöchter in Rechtsstreitigkeiten verwickelt seien. Diesem warf das Unternehmen seinerseits vor, die Presse für seinen eigenen Rechtsstreit zu missbrauchen.

Bei diesem gehe um den mutmaßlichen Bruch von Vereinbarungen. Das Management rechne damit, dem ehemaligen Partner eine monetäre Entschädigung zahlen zu müssen. Diese werde aber keine "wesentliche nachteilige Auswirkung" auf den Handel oder die Finanzlage des Unternehmens haben, so Steinhoff.

Steinhoff habe seine Aktionäre zudem bereits am 4. Dezember 2015 darüber informiert, das die deutsche Tochter Steinhoff von einer Untersuchung ihrer Rechnungslegung betroffen sei. Externe Wirtschaftsprüfer hätten aber keine Beweise für Verstöße gegen deutsches Wirtschaftsrecht gefunden. Das Unternehmen arbeite mit den Behörden zusammen. Das Manager Magazin hatte geschrieben, dass die Staatanwaltschaft bereits seit 2015 ermittle.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg bestätigte Ermittlungen "gegen vier aktuelle und ehemalige Verantwortliche eines Konzerns, zu dem u.a. ein Möbelhandel-Unternehmen in Westerstede gehört, wegen des Verdachts der unrichtigen Darstellung in Bilanzen". Der Name des Unternehmens oder der Beschuldigten wurden mit Verweis auf die Unschuldsvermutung ausdrücklich nicht genannt. Die Europa-Zentrale von Steinhoff ist in Westerstede ansässig.

Die Staatsanwaltschaft teilte weiter mit, sie den Verdacht, "dass überhöhte Umsatzerlöse in die Bilanzen konzernzugehöriger Gesellschaften eingeflossen sind", wie sie weiter mitteilte. "Hierdurch könnte gegebenenfalls auch der Bilanzwert des Konzerns zu hoch dargestellt worden sein." Hintergrund seien Verträge, die den Verkauf immaterieller Güter beziehungsweise Gesellschaftsanteile an vermeintlich außenstehende Unternehmen belegen - tatsächlich hätten die Käufer dem Unternehmen aber nahegestanden. Es gehe bei den diversen Transaktionen um "jeweils dreistellige Millionenbeträge".

Wie das Magazin weiter schreibt, stellten Fahnder bei Razzien in den Büros der Steinhoff-Europa-Zentrale in Westerstede sowie in den Privathäusern von zwei Steinhoff-Vertrauten Dokumente sicher, die angeblich Andreas Seifert, Co-Geschäftsführer der Möbelkette XXXLutz, unterzeichnet haben soll. Seifert sagte dem Magazin, er habe "die Papiere nie zuvor gesehen und sie nicht unterschrieben" und habe Strafanzeige wegen Urkundenfälschung gestellt.

Die Staatanwaltschaft bestätigte, dass "eine Strafanzeige einer dritten Person wegen des Verdachts der Urkundenfälschung" gestellt wurde. "Der Anzeigeerstatter behauptet, dass er einen Vertrag über die angebliche Veräußerung eines Markenrechtes, der seine Unterschrift tragen soll, nicht kenne und auch nicht unterschrieben habe."

Ein Abschluss der Ermittlungen sei derzeit noch nicht absehbar, hieß es weiter. Die Ermittlungen und Auswertungen der Beweismittel dauerten unverändert an.

Die Steinhoff-Gruppe, zu der auch der deutsche Möbeldiscounter Poco gehört, beschäftigt mehr als 130.000 Menschen auf fünf Kontinenten. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat das Unternehmen zwar Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert. Die Finanzlage verschlechterte sich jedoch: die operative Gewinnmarge fiel von 11,6 auf 8,8 Prozent und die Nettoverschuldung kletterte von 2,9 auf 6,5 Milliarden Euro.

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Jeremy Glyn/Financial Mail/GalloImages/GettyImages

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