09.08.2017 14:40
Bewerten
(0)

Börse Frankfurt-News: Gewinnmitnahmen stehen im Vordergrund (Rohstoffe)

DRUCKEN

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 9. August 2016. Anleger nutzen steigende Ölpreise zum Ausstieg. Bei Gold und Silber werden beide Seiten gespielt.

Für viele Rohstoffe sind die Sommermonate vergleichsweise ertragreich. Während der Silberpreis in den vergangenen vier Wochen um gut 6 Prozent auf 16,53 US-Dollar pro Feinunze zulegte, verteuerte sich Gold um 3,8 Prozent auf 1.265 US-Dollar. Das Nordseeöl Brent und das amerikanische WTI machten etwa vier Dollar pro Barrel gut, was einem Plus von rund 9 und gut 7 Prozent entspricht. Diese Gewinne wirken sich auf die Performance des mit 20 verschiedenen Rohstoffen sehr weit gefassten Bloomberg Commodity Index aus, der um 2,49 Prozent auf 83,96 Punkte zulegen konnte.

Wie nachhaltig die Erholung ist, bleibt nach Ansicht von Dora Borbély abzuwarten, denn neben der guten Konjunktur spiele die Dollarschwäche den Rohstoffen in die Hände. "Auf Sicht der nächsten Quartale rechnen wir damit, dass sich die Rohstoffpreise tendenziell mit hohen Schwankungen seitwärts bewegen werden", prognostiziert die Analystin der DekaBank. Die Nachfrage entwickele sich in vielen Bereichen zwar weiterhin gut, zeige aber keine zusätzliche Dynamik. Bremseffekte aufgrund geringerer Investitionen in die Rohstoffgewinnung in den vergangenen Jahren reichten scheinbar noch nicht aus, um einen nachhaltig stärkeren Preisdruck zu erzeugen.

Im ETC-Handel meldet Oliver Kilian von der UniCredit Interesse an Energie- und Edelmetallprodukten. "Auch breit gefasste Rohstoffkörbe (WKN A0JC8F) stehen auf beiden Seiten im Anlegerfokus." Während sich Investoren auf Monatssicht bei leichtem Kaufüberhang mit Silber (WKN A1KX35) eindeckten, verabschiedeten sie sich unterm Strich aus Goldwerten wie Xetra Gold (WKN A0S9GB) und Source Physical Gold (WKN A1AA5X).

Gold-ETCs wieder gefragt

Umgekehrt registriert ETF Securities mit Blick auf die vergangenen Handelstage eine wieder gestiegene Nachfrage nach Gold-ETCs (WKN A0LP78). Unterm Strich stünden Nettozuflüsse in Höhe von gut 64 Millionen US-Dollar zu Buche. Von ihren Silber-Engagements (WKN A0N62F) hätten sich Investoren hingegen tendenziell verabschiedet.

Höhere Zinsen halten Goldpreis in Schach

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung erwarten die Briten keine großen Sprünge bei Gold. "Bleiben weitere Schocks aus, dürfte der Goldpreis unseres Erachtens bis Jahresende auf den aktuellen Niveaus verharren", meint Jan-Hendrik Hein. Bullisher gibt sich Hein mit Blick auf das weiße Metall. "Da die Wirtschaft weiter wächst, gehen wir davon aus, dass Silber Gold bis Jahresende übertreffen wird.

Borbély erwartet auf mittlere Sicht einen leichten Rückgang des Goldpreises und begründet dies mit insbesondere in den USA moderat steigenden Zinsniveaus. Renditen zögen aufgrund sehr zögerlicher Zinsanhebungen in den Vereinigten Staaten zwar nur langsam an. Zudem hielten sich andere große Notenbanken - darunter die EZB - mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik extrem zurück. "Doch auch mit leicht steigenden Zinsen steigen die Opportunitätskosten der Goldhaltung, Gold wird also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver."

Auf lange Sicht bietet Gold nach Ansicht der DekaBank nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich.

Anleger streichen Gewinne bei Rohöl ein

Ölwerte führt Kilian mit einem Verkaufsüberhang. So trennten sich Anleger mehrheitlich von ihren Brent-Positionen (WKN A1AQGX).

Auch ETF Securities spricht von überwiegenden Abflüssen bei Rohöl-ETCs (WKN A1N49P), die mit 75 Millionen US-Dollar den höchsten Wert seit Mai erreichten. "Nach dem Anstieg der Ölpreise in der Vorwoche nahmen die Anleger weiter Gewinne mit", meint Hein, der die jüngste Preisschwäche auf die mangelhafte Einhaltung der Förderquoten seitens der OPEC-Mitglieder zurückzuführt. Am stärksten verstießen Länder wie der Irak, Gabun, Ecuador und die Vereinigten Arabischen Emirate gegen die Förderbeschränkungen des Kartells.

Potenzial nach oben begrenzt

Die zum Wochenbeginn angekündigte Kürzung der Öllieferungen durch Saudi Arabien verteuerten Öl nur kurzfristig, wie Eugen Weinberg von der Commerzbank bemerkt. "Auch der erneut kräftige Rückgang der US-Rohöllagerbestände hatte keinen preisunterstützenden Einfluss." Das liege unter anderem an der laut US-Energiebehörde weiter zunehmenden heimischen Ölproduktion. Für 2017 erwarte das Amt einen Anstieg um 490.000 auf durchschnittlich 9,35 Millionen Barrel pro Tag. 2018 sollen demnach täglich 570.000 Barrel hinzukommen. "Ende 2018 soll die Produktion auf zehn Millionen Barrel pro Tag klettern."

Als Gegengewicht stütze die hohe US-Nachfrage nach Ölprodukten die Preise. Etwa sei der Benzinabsatz im Juli auf ein Allzeithoch von 9,7 Millionen Barrel pro Tag geklettert. Trotz der im Sommer saisonalen Schwäche erreichten die Destillate-Käufe dank guter US-Konjunktur im Juli einen neuen Rekord von 4,2 Millionen Barrel am Tag.

Borbély geht davon aus, dass sich Rohöl bis Ende 2018 nicht nennenswert verteuern wird. Die mittelfristige Ölpreisentwicklung werde maßgeblich von den Produktionskosten der US-Fracking-Unternehmen beeinflusst. Und in diesem Bereich sei der technische Fortschritt enorm. "Die Preissetzungsmacht der OPEC am Ölmarkt ist also sehr gering."

von: Iris Merker 9. August 2017

Sie können sich kostenlos für unseren täglichen Newsletter per E-Mail anmelden. Registrieren Sie sich bei www.boerse-frankfurt.de/newsletter

Laden Sie sich jetzt die neue Version der Börse Frankfurt-App für Android oder iOS herunter, bzw. aktualisieren Sie die Version auf Ihrem Smartphone. Die App bietet jetzt kostenlose Xetra-Preise in Realtime. Bis zu drei Titel können Sie in Ihre Watchlist aufnehmen. Außerdem: Broker-Buttons für den direkten Weg in Ihre Ordermaske, Watchlists ohne Anmeldung u.v.m.

Unterstützen Sie uns bitte mit Ihrem Feedback - im App-Store oder direkt per Mail an uns.

© Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

Melden Sie sich jetzt an!

Gold, Öl und Industriemetalle erleben ein Comeback: Kupfer legte beispielsweise seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Welche Einstiegschancen sich nun ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar am 19. Dezember.
Hier zum Rohstoff-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Charttechnischer Ausblick auf die Finanzmärkte 2018

Nicht verpassen: Am 4. Januar Live-Webinar mit einer Analyse der langfristigen Chartbildern von Zinsen, EUR/USD, Rohstoffen und Aktien. Exklusiv für den Börse Stuttgart Anlegerclub.
Kostenfrei registrieren und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX geht grün ins Wochenende -- Wall Street schließt im Plus -- Bitcoin: Neues Rekordhoch -- H&M-Aktie stürzt ab -- Airbus-Konzernchef Enders geht 2019 -- Oracle, HelloFresh, Merck KGaA, VW im Fokus

Luxemburg klagt gegen EU-Steuernachforderung an Amazon. EU strebt schnelle Fortschritte bei Bankenunion und ESM an. Tui verstärkt sich im Kreuzfahrtgeschäft. Ryanair wirft bei Fluggesellschaft Niki Hut in den Ring. Ripple marschiert auf Platz drei der größten Kryptowährungen. Steinhoff bekommt Hilfe von Tochter Steinhoff Africa Retail. Gemalto offenbar doch bereit zu Übernahmegesprächen mit Atos. CropEnergies verdient im dritten Quartal weniger.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
AIXTRON SEA0WMPJ
Daimler AG710000
RWE AG St.703712
BP plc (British Petrol)850517
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
E.ON SEENAG99
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Deutsche Telekom AG555750
Amazon906866