24.10.2012 20:55
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centrotherm: Nach Kapitalmaßnahmen Turnaround für 2014 erwartet

Blaubeuren (www.aktiencheck.de) - Der Vorstand der centrotherm photovoltaics AG hat am Mittwoch beschlossen, mit den wesentlichen Gläubigergruppen in die Feinabstimmung des im Entwurf beim Insolvenzgericht Ulm eingereichten Insolvenzplans einzutreten. Der Insolvenzplan bedarf der Zustimmung der Gläubiger und der Bestätigung durch das Insolvenzgericht.

Der Entwurf des Insolvenzplans sieht vor, dass centrotherm unter Beibehaltung der Börsennotierung fortgeführt und die Kapitalstruktur durch eine Einbringung der Forderungen der ungesicherten Gläubiger am Unternehmen umgestaltet wird. Auf diese Weise soll ein Ausgleich der Interessen der Anteilseigner und der Gesellschaft am Fortbestand und am Kapitalmarktzugang des Unternehmens sowie der Gläubiger an der bestmöglichen Befriedigung ihrer Forderungen geschaffen werden.

Das Grundkapital, das derzeit 21.162.382 Euro beträgt und in ebenso viele auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt ist, soll hierzu nach der Einziehung von zwei unentgeltlich zur Verfügung gestellten Aktien durch Zusammenlegung der verbleibenden 21.162.380 Aktien im Verhältnis von fünf zu eins um 16.929.904 Euro auf 4.232.476 Euro herabgesetzt werden (Kapitalschnitt). In einem sich unmittelbar anschließenden Schritt soll das Grundkapital im Wege einer Sachkapitalerhöhung wieder um 16.929.904 Euro auf 21.162.380 Euro erhöht werden (Debt to Equity-Swap).

Die ungesicherten Gläubiger der Gesellschaft sollen zu diesem Zweck 70 Prozent ihrer unbedingt und ohne Beschränkung festgestellten Forderungen an eine Verwaltungsgesellschaft abtreten, die die insgesamt 16.929.904 neuen Aktien im Rahmen des Debt to Equity-Swaps zeichnet. Die Zahlung der verbleibenden 30 Prozent der Forderungen wird bis Ende 2015 unverzinslich gestundet.

Nach Durchführung der Umstrukturierung wird diese Verwaltungsgesellschaft 80 Prozent des Grundkapitals und der Aktien halten. Die Gläubiger werden nicht unmittelbar als Aktionäre beteiligt, können aber mittelbar am Erfolg und an Wertsteigerungen des Unternehmens partizipieren, namentlich an den Erlösen, die bei einem späteren Verkauf der neuen Aktien erzielt werden.

Bei einer erfolgreichen Umsetzung der geplanten Restrukturierung des Unternehmens und einem für 2014 erwarteten signifikanten Anstieg des Markts für Produktionstechnik für die Photovoltaikindustrie wird nach der derzeitigen Planung mit einem Turnaround für das Jahr 2014 gerechnet. Auf der Basis der für 2014 angenommenen positiven Marktentwicklung plant centrotherm für 2013 mit einem negativen EBITDA in Höhe von knapp 18 Mio. Euro sowie einem Jahresfehlbetrag von 24 Mio. Euro und für die Jahre 2014 und 2015 mit einem positiven EBITDA von jeweils 37 Mio. Euro sowie einem Jahresüberschuss von 22 bzw. 23 Mio. Euro.

Die Aktie von centrotherm photovoltaics schloss im Xetra-Handel bei 1,44 Euro (+10,54 Prozent). Im Frankfurter Handel notierte der Titel zuletzt mit einem Plus von 1,41 Prozent bei 1,30 Euro. (24.10.2012/ac/n/nw)

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