14.09.2017 10:09
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Eine neue Macht entsteht

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Der Internetdienstleister United Internet hat die Übernahme des Mobilfunkunternehmens Drillisch früher zu Ende gebracht als anvisiert - obwohl die Transaktion ziemlich komplex ist.
Konkret hat Drillisch mit der Eintragung der auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juli beschlossenen Sachkapitalerhöhung in das Handelsregister den verbliebenen Anteil von circa 92,25 Prozent an 1&1 Telecommunication erworben und den Erwerb damit abgeschlossen. 1&1 ist damit eine hundertprozentige Tochterfirma von Drillisch. Im Gegenzug hat United Internet neue Drillisch-Aktien erhalten, wodurch die Beteiligung an Drillisch auf über 73 Prozent gestiegen ist.

Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen entsteht eine neue Macht im deutschen Mobilfunk- und Internet-Universum. United Internet verfügte per Ende Juni über 19,24 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträge und 34,29 Mio. werbefinanzierte Free-Accounts. Kern des Unternehmens ist eine leistungsfähige "Internet-Fabrik" mit rund 8.400 Mitarbeitern, circa 2.700 davon in Produkt-Management, Entwicklung und Rechenzentren. Neben einer hohen Vertriebskraft zeichnen das Unternehmen etablierte Marken wie 1&1, GMX, WEB.DE, Strato und 1&1 Versatel aus.

Drillisch wiederum ist mit 3,77 Mio. Mobilfunkkunden einer der großen netzunabhängigen Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Der Konzern bietet ein umfassendes Portfolio an Dienstleistungen und Produkten aus dem Bereich mobiler Sprach- und Datendienste. Im Premiumsegment konzentriert sich das Unternehmen dabei auf seine Marke smartmobil.de - mit Fußballprofi Lukas Podolski als Werbegesicht - sowie auf die Marke yourfone, unter der Drillisch mehr als 200 Ladengeschäfte in den Top-Lagen deutscher Innenstädte betreibt. Darüber hinaus zählen viele weitere Mobilfunkmarken zum Portfolio, darunter simply, sim.de, McSim, helloMobil, WinSim und discoTEL.

Ein attraktiver Nebeneffekt der abgeschlossenen Transaktion: Der Weg für weitreichende Synergien und Wachstumschancen wird frei. Die von den Unternehmen gemeinsam ermittelten Synergien werden auf Ebene des kombinierten Geschäfts von 2018 an entstehen. Schon im Jahr 2020 wird mit jährlich circa 150 Mio. Euro gerechnet. Bis 2025 sollen die Synergien dann auf jährlich circa 250 Mio. Euro ansteigen - da die beiden Konzerne sich ideal ergänzen kein unrealistisches Szenario. Wir raten Anlegern daher, kein Stück des Turbo-Zertifikats von HSBC aus ZJ 19.2017 aus der Hand zu geben (ISIN DE000TD7YBT6).

Christian Scheid ist seit rund 18 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa zehn Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Derivate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zum ZertifikateJournal zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete. Hier können Sie sich zum Gratis-Newsletter anmelden: ZertifikateJournal


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