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13.04.2011 15:15

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Die IPO-Saison geht munter weiter – Kurserfolge kommen aber erst später

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Pünktlich zu Beginn des zweiten Quartals 2011 kommt auch in Frankfurt das Geschäft ...

... mit den Börsengängen in Fahrt. Die meisten Neuemissionen in den vergangenen beiden Jahren waren dabei aber für Zeichner dieser Börsengänge nur bedingt ein Erfolg. Vorbei sind die Zeiten mit übermäßigen Zeichnungsgewinnen. Allerdings ist ein erster Kurs in der Höhe des Ausgabepreises auch kein Beinbruch. Dennoch sollte dann der Kurs nicht sofort unter dieses Niveau fallen.

Rückschau auf die IPOs 2010

In der Rückschau waren die großen Börsengänge im Jahr 2010 aber dennoch ein Erfolg. Kabel Deutschland ist inzwischen im MDAX angekommen und der Kurs konnte sich binnen Jahresfrist nahezu verdoppeln. Dennoch konnte man das auch haben, wenn man erst nach der Erstnotiz eingestiegen ist. Ähnlich sieht es beim Chemiehändler Brenntag aus. Auch dieser konnte sich inzwischen im MDAX etablieren. Doch die größten Gewinne fuhr man bisher ein, wenn man erst einige Zeit nach der Erstnotiz eingestiegen ist.

Bei dem heutigen SDAX-Titel Ströer sieht es nicht besser aus. Allerdings fällt die Gesamtperformance der Außenwerber-Aktie so oder so eher bescheiden aus. Bemerkenswert auch hier: Ein Einstieg hat sich erst nach der Zeichnung gelohnt.

Auch bei dem vierten größeren Börsengang 2010, dem des Mode-Labels Tom Tailor, war das gleiche Muster zu beobachten. Die Performance ist bei dem SDAX-Titel ähnlich verhalten wie bei Ströer. Noch düsterer sieht es da bei Nebenwert-Börsengängen aus, beispielsweise dem der BHB Brauholding Bayern-Mitte. Hier notiert die Aktie inzwischen unter dem Ausgabepreis. Der Sanitär-Titel Joyou notiert zwar derzeit über dem Ausgabepreis, dennoch können Zeichner auch hier nur bedingt von einem erfolgreichen Investment sprechen. Börsengänge im Jahr 2011

Betrachtet man die Börsengänge des laufenden Jahres wird das eben beschriebene Muster ebenfalls klar sichtbar. Anleger, die die Erstnotiz abgewartet haben, dürften allesamt zufriedener sein, als solche die die Zeichnung mitgetragen haben. Egal welche der zahlreichen Börsengänge man betrachtet, sei es der des Fahrradherstellers Derby Cycle, des Software-Herstellers RIB Software oder des Verbindungstechnikspezialisten NORMA Group, Anleger die sich eine Aktie erst einige Zeit in der Bewährung betrachten, fahren besser.

Wie reagiert der Kleinanleger?

Generell sollte man sich bei jedem Börsengang anschauen, warum das Unternehmen überhaupt aufs Parkett möchte. Wollen Alteigentümer ihren Anteil versilbern, oder soll stattdessen Geld für das weitere Unternehmenswachstum hereinkommen? In letzter Zeit war es häufig eine Mischung von beiden Extremen, was die Betrachtung erleichtert. Neben den üblichen Checks über Marktstellung, Zukunftschancen und Kapitalstruktur sollte man dann auch die Preisvorstellung, sprich die Zeichnungsspanne, einer kritischen Würdigung unterziehen. Wie notieren vergleichbare Unternehmen und welches Kurs-Gewinn-Verhältnis haben die? Aus all diesen Fakten lässt sich dann ein Bild zimmern, was leider zu oft heißt: Abwarten und schauen wie sich der Titel am Markt schlägt. Dabei muss man natürlich auch immer noch das Marktumfeld mit einkalkulieren, so dass ein Börsenneuling am Ende nicht anders eingeschätzt werden sollte, als ein alter Hase auf dem Kurszettel.

Billiges Geld ist weiter auf der Suche nach Investitionen Wie bereits in der vorigen Woche vermutet, hat die EZB ihre Zinswende vollzogen. Eine Auswirkung am Markt blieb allerdings wie erwartet aus. Solange aus den USA keine Signale zu einer veränderten Geldpolitik kommen, sorgt die Dollar-Schwemme für genug „Futter“ am Markt. Das trifft zwar vor allem die Rohstoffe, wie man derzeit an den Preisrekorden dort sieht. Dennoch dürften auch Aktien weiterhin profitieren. Schwerpunkt sollte man neben den eingangs erwähnten, interessanten Börsenneulingen, vor allem auf die Blue Chips im DAX legen. Diese dürften auch am ehesten durch die vermutlich bevorstehenden Währungskapriolen kommen. Schließlich ist das Euro-Problem noch weit von einer Lösung entfernt.

Marc O. Schmidt schreibt für dieboersenblogger.de, das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehnterlanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer und natürlich als Börsenfans. In ihrem Blog vertreten sie eine ganz simple Philosophie: Sie schreiben unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus, was sie zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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