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21.04.2011 12:57

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Mit Dividendentiteln in die (Börsen-)Zukunft?

Commerzbank zu myNews hinzufügen Was ist das?


Dividendenzahlungen darf man nicht unterschätzen

Die alljährliche Hauptversammlung ist für viele Anleger nur noch ein notwendiges und kaum beachtetes Übel. Dabei ist es die einzige Möglichkeit Einfluss auf die Unternehmenspolitik zu nehmen und zugleich sein Placet für oder gegen die Arbeit des Managements zu geben. Das wichtigste ist allerdings die Entscheidung über die Gewinnverwendung: Gibt es eine Dividende und wenn ja, wie hoch fällt sie aus?

Mit Beginn des zweiten Quartals startet in Deutschland die Zeit der Hauptversammlungen. Gerade Kleinanleger nutzen diese Veranstaltungen um sich detailliert über das jeweilige Geschäftsmodell zu informieren und auch den ein oder anderen Mitaktionär kennenzulernen. Dabei ähneln die Hauptversammlungen der großen DAX-Konzerne schon fast Popkonzerten, während so mancher Nebenwert seine HV auch im Hinterzimmer eines Restaurants abhalten könnte. Steht dem Unternehmen ein prominenter Kopf vor, wird dessen Rede mit Spannung herbeigesehnt – dank Ackermann und Co. wird die HV so zum medialen Großereignis – nicht immer zu Recht.

Dividenden machen einen Großteil der Rendite aus

Je turbulenter die Börsenphasen sind, umso eher sehnt sich das Anlegerherz nach der Ruhe von Dividendentiteln. Zwar haben sich inzwischen viele Börsianer von der „Buy and Hold“-Strategie verabschiedet, dennoch ist diese Anlagestrategie gerade durch die Auswahl von soliden und dividendenstarken Titeln, besser als ihr Ruf. Schaut man sich langfristige Renditerechnungen bspw. Im S&P 500 an, wird deutlich, dass fast ein Drittel der Performance auf Dividenden zurückzuführen ist.

DAX-Titel verwöhnen Anleger

Wie viel Geld dabei Jahr für Jahr in Bewegung ist, macht ein Blick auf den Deutschen Aktienindex DAX deutlich. Allein in diesem Jahr schütten die 30 DAX-Werte mehr als 25 Mrd. Euro aus. Genauer gesagt sind es nur 29, denn die Commerzbank hält ihre Anteilseigner mit Blick auf die Rettungsmilliarden des Bundes, kurz. Damit liegen die größten Börsennotierten Unternehmen nur unwesentlich unter der Rekordausschüttungssumme aus dem Jahr 2007. Damals waren über 27 Mrd. Euro an die Anleger gezahlt worden.

Investmentperle BASF

Die Dividendenperlen im DAX findet man im Übrigen sehr leicht durch einen Blick auf den sogenannten DivDAX heraus. Darin sind die 15 dividendenstärksten Titel vertreten. Eines der Highlights darin ist die BASF-Aktie. Dabei kann der Chemietitel nicht durch seine Dividende überzeugen, sondern auch mit seit Jahren soliden Geschäften und starken Wachstumsraten. Konkret will der Konzern 2,20 Euro je Aktie ausschütten, nach 1,70 Euro je Aktie im Vorjahr. Bei dem aktuellen Allzeithoch von 65 Euro ergibt sich eine Dividendenrendite von rund 3,4 Prozent. Die entscheidende Hauptversammlung ist am 6. Mai 2011. Von daher hat man noch rund zwei Wochen Zeit sich ein Investment zu überlegen.

Dividendenstarke zweite Reihe

Doch nicht nur im DAX finden sich lukrative Dividendentitel. Im MDAX bietet beispielsweise Wacker Chemie mit einer geplanten Dividende von 3,20 Euro je Aktie eine aktuelle Rendite von 2 Prozent. Hier vergeht bis zur entscheidenden Hauptversammlung am 18. Mai auch noch etwas Zeit. Von daher kann die Rendite mit Blick auf den aktuellen Kurs von rund 160 Euro auch noch etwas nach oben oder unten gehen. Abseits der Chemiebranche ist aber auch der Autovermieter Sixt hoch interessant. Nach einem starken Vorjahresergebnis will man die Aktionäre nicht nur durch eine höhere Dividende, sondern auch durch Gratisaktien am Erfolg beteiligen. Je Stammaktie will Sixt dabei 1,00 Euro und je Vorzugsaktie 1,02 Euro ausschütten. Hinzu kommt noch eine Bonusdividende von 0,40 Euro je Stamm- oder Vorzugsaktie. Darüber hinaus sollen durch die Umwandlung von Rücklagen in Grundkapital Gratisaktien im Verhältnis 1:1 ausgegeben werden. Die Zahl der Aktien im Depot würde sich also jeweils verdoppeln. Die Dividendenrendite liegt hier übrigens bei fast 4 Prozent (Stammaktien, Kurs 35,20 Euro) bzw. 5,5 Prozent (Vorzugsaktien, Kurs 25,90 Euro). Termin der Hauptversammlung ist übrigens der 22. Juni.

Hidden Champions

Schaut man nun abseits der großen Indizes auf die kleineren Nebenwerte, so fällt der Blick unweigerlich auf Leifheit. Der Haushaltswarenhersteller hat überraschend eine deutliche Anhebung der Dividende auf 1,00 Euro je Aktie sowie die Ausschüttung einer Sonderdividende von 2,00 Euro je Aktie angekündigt. Besagte 3,00 Euro ergeben dann auf Basis des aktuellen Kurses von 25,00 Euro eine stattliche Rendite von 12 Prozent. Als Nebenwerte sind die Stücke zwar rar, dennoch hat man noch bis zur Hauptversammlung am 26. Mai etwas Zeit.

Handelsfreudige Anleger nutzen die langen Zeiträume zwischen den verschiedenen Ausschüttungsterminen um von mehreren Dividendenperlen zu profitieren. Das wiederum entspricht dann aber nicht der reinen Value-Lehre. Wobei das mit der reinen Lehre ja sowieso immer so eine Sache ist.

Sterbendes Papiergeld vs. Gold

Zum Schluss noch ein Blick auf die Märkte. Inzwischen wird immer öfter über die negativen Folgen des aktuellen Papiergeldregimes gesprochen. Erste Mainstream-Medien springen auf den Zug auf – was durchaus auch damit zusammenhängt, dass allen Unkenrufen zum Trotz Gold inzwischen bei 1.500 US-Dollar notiert. Schon bei 1.000 US-Dollar sahen viele eine Blase kurz vor dem Platzen. Doch die Realität hat auch diese Mahner eingeholt. Die Gelddruckerei geht schließlich ungehindert weiter. Der Warnschuss von Standard & Poor’s vor den Bug der Gelddrucker der Fed scheint ohne Auswirkungen geblieben zu sein. Allerdings sollte man sich auch vor Augen führen, dass die Unternehmen unabhängig von der jeweiligen Notenbankpolitik ihre Geschäfte abwickeln. Sie können Inflationsgefahren durch Preiserhöhungen ausgleichen und reichen die Probleme einfach an die (End-)Kunden weiter. Diese wiederum holen sich das fehlende Geld durch Tariferhöhungen zurück. Verlierer sind dabei am Ende die Staatsfinanzierer, die irgendwann durch einen Haircut einen Teil ihres Geldes verlieren. Vielleicht kann die aktuelle Generation dieses Phänomen schon bald an einem Euro-Staat wie Griechenland beobachten – die kommenden Wochen bleiben spannend.

Marc O. Schmidt schreibt für dieboersenblogger.de, das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehnterlanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer und natürlich als Börsenfans. In ihrem Blog vertreten sie eine ganz simple Philosophie: Sie schreiben unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus, was sie zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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