FRANKFURT (dpa-AFX) - Ausgewählte Analysten-Einstufungen im dpa-AFX-Nachrichtendienst vom 02.01.2012
ALCATEL-LUCENT
DÜSSELDORF - Die WestLB hat die Einstufung für Alcatel-Lucent von "Sell" auf "Neutral" angehoben. Die Aktie des Netzwerkausrüsters habe auf das neue, von Unsicherheiten geprägte Umfeld reagiert und der Aktienkurs habe sich inzwischen unter seinem früheren Kursziel bei 1,38 Euro stabilisiert, schrieb Analyst Thomas Langer in einer Studie vom Montag. Wichtige Impulsgeber für das Papier dürften die Investitionsziele der US-amerikanischen Telekomkonzerne AT&T und Verizon (Verizon Communications) sein, die zusammen mit den Zahlen vom vierten Quartal im Januar erwartet werden.
DEUTSCHE LUFTHANSA
FRANKFURT - Die Commerzbank hat Lufthansa (Deutsche Lufthansa) vor dem Hintergrund finanzieller Probleme beim chinesischen Fracht-Joint-Venture Jade Cargo auf "Add" mit einem Kursziel von 11,50 Euro belassen. Die Finanzsorgen der 25-prozentigen Lufthansa-Beteiligung seien bekannt, schrieb Analyst Frank Skodzik in einer Studie vom Montag. Sollte die Refinanzierung und Neuausrichtung von Jade Cargo nicht erfolgreich verlaufen, werde die deutsche Fluggesellschaft ihr Engagement vermutlich beenden. Dies wäre finanziell leicht positiv, da der Buchwert der Beteiligung ohnehin nahe Null liege und die Verlustbeteiligung entfallen würde.
EON
FRANKFURT - Independent Research hat die Einstufung von Eon nach der Niederlage im EDP-Wettstreit auf "Halten" mit einem Kursziel von 18,00 Euro belassen (Kurs: 17,235 Euro). Eine Beteiligung an dem portugiesischen Versorger EDP wäre mit Blick auf die Erneuerbaren Energien zwar von Vorteil gewesen, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Montag. Das erfolgreiche Gebot sei allerdings ambitioniert. Eon habe in den letzten Jahren mehrmals Wertberichtigungen auf akquirierte Aktivitäten vornehmen müssen.
IBERDROLA
DÜSSELDORF - Die WestLB hat die Einstufung für Iberdrola nach Ankündigung des ersten Sparpakets der neuen spanischen Regierung von "Add" auf "Neutral" gesenkt. Bislang sei noch nicht klar, wie die spanische Regierung dem Haushaltsdefizit begegnen wolle, schrieb Analyst Peter Wirtz in einer Studie vom Montag. Der Mangel an politischen Lösungen dürfte die Aktie des Versorgers weiterhin belasten.
METRO
FRANKFURT - Die Commerzbank hat Metro (METRO) nach einem "Financial Times"-Bericht über eine mögliche stärkere Integration der Sparte Cash & Carry auf "Hold" mit einem Kursziel von 29,60 Euro belassen. Die 180-Grad-Wendung in der Strategie für diese "Cashcow" (Goldesel) könnte einen stärkeren Fokus auf die Effizienz signalisieren, schrieb Analyst Jürgen Elfers in einer Studie vom Montag. Einen derartigen Schritt des Handelskonzerns würde er daher begrüßen.
PORSCHE
FRANKFURT - Die Commerzbank hat Porsche nach einer weiteren eingereichten Klage im Zusammenhang mit dem gescheiterten Volkswagen-Übernahmeversuch (Volkswagen vz) auf "Buy" mit einem Kursziel von 60,00 Euro belassen. Dieser Schritt einer Gruppe institutioneller Investoren, die Schadensersatz von rund zwei Milliarden Euro verlangten, dürfte kaum überrascht haben, schrieb Analyst Daniel Schwarz in einer Studie vom Montag. Der Erfolg der Klage hänge von den Untersuchungsergebnissen der Staatsanwaltschaft ab, die im ersten Quartal 2012 erwartet würden. Insgesamt habe der Anlagehintergrund sich nicht verändert: Das Chance-/Risikoverhältnis der Papiere sei attraktiv und die Anleger würden für die rechtlichen Risiken kompensiert.
SAP
FRANKFURT - Die Commerzbank hat SAP vor Zahlen zum Schlussquartal 2012 auf "Add" mit einem Kursziel von 47,00 Euro belassen. Angesichts der schwachen Zahlen des Wettbewerbers Oracle sowie der nachlassenden IT-Investitionsdynamik der Unternehmen habe er die Software-Erlösprognose von 1,7 auf 1,64 Milliarden Euro gesenkt, was der Markterwartung entspreche, schrieb Analyst Thomas Becker in einer Studie vom Montag. Der Gesamtumsatz sowie der Nicht-IFRS-Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) dürften mit vermutlich rund 4,3 respektive 1,7 Milliarden Euro ebenfalls die Konsensschätzungen erfüllen. Die Prognosen des Softwarekonzerns für 2012, die SAP wohl am 25. Januar bekannt gebe, dürften die Markterwartungen einklammern, sie wahrscheinlich aber nicht übertreffen.
STADA
FRANKFURT - Die Commerzbank hat Stada (STADA Arzneimittel) nach dem Rücktritt von der Übernahme von Teilen des Markenprodukt-Portfolios von Grünenthal auf "Buy" mit einem Kursziel von 23,00 Euro belassen. Auf Basis der operativen Gewinnmarge (EBITDA-Marge) des gesamten Portfolios von 37 Prozent sei die operative Ergebnisschätzung dadurch um circa 15 Millionen oder fünf Prozent gesunken, schrieb Analyst Volker Braun in einer Studie vom Montag. Der Generikahersteller erscheine vorsichtiger als nötig, da er nach dem Einspruch der polnischen Wettbewerbswächter nicht nur auf die polnischen Aktivitäten verzichtet habe. Der Kaufpreis für das Portfolio einschließlich der Vertriebsstrukturen für Osteuropa sowie den Nahen Osten sinke um 60 Prozent auf circa 152 Millionen Euro.
SUNWAYS
FRANKFURT - Die Frankfurter Investmentbank Equinet hat die Sunways-Aktien (Sunways) nach einer angekündigten Kapitalerhöhung und einem Übernahmeangebot durch das chinesische Solarunternehmen LDK Solar auf "Hold" belassen. Das Kursziel lautet weiterhin 1,90 Euro (Kurs: 1,88 Euro). Angesichts der angespannten Liquidität und der schwierigen Geschäftsperspektiven dürfte die Kapitalspritze durch LDK der einzige Weg sein, um zumindest Teile von Sunways langfristig zu erhalten, schrieb Analyst Stefan Freudenreich in einer Studie vom Montag. Für die gegenwärtigen Aktionäre seien die Konditionen allerdings enttäuschend. Er belasse das Kursziel bei 1,90 Euro, was dem Angebot je Aktie von LDK entspreche.
THYSSENKRUPP
DÜSSELDORF - Die WestLB hat ThyssenKrupp nach Medienberichten über Schadensersatzforderungen gegen die chinesische Citic Gruppe im Zusammenhang mit dem Stahlwerksneubau in Brasilien auf "Neutral" belassen. Da eine schnelle und ausreichende Kompensation unwahrscheinlich sei, habe er die Prognosen für die ThyssenKrupp-Tochter Steel Americas nicht geändert, schrieb Analyst Ralf Dörper in einer Studie vom Donnerstag. Im Geschäftsjahr 2011/12 dürfte Steel Americas einen Vorsteuerverlust von 740 Millionen Euro einfahren. Gemäß den Anschuldigungen durch ThyssenKrupp habe Citic die Koksöfen im brasilianischen Stahlwerk verspätet und fehlerhaft errichtet.
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